Das spektakuläre Naturschauspiel des "Blutmonds" verzauberte auch das Festgelände auf dem Cannstatter Wasen in Stuttgart.Foto: Oliver Willikonsky/dpa

Stuttgarter Volksfest: Deutlich mehr Sexualdelikte, Schlägereien und Drogen – Polizei sieht „stadtweite Tendenz“

Epoch Times11. Oktober 2016 Aktualisiert: 11. Oktober 2016 17:33
Das schon legendäre Stuttgarter Volksfest auf dem Cannstatter Wasen im NeckarPark findet traditionell von Ende September bis Anfang Oktober statt, meist eine Woche nach dem Münchner Oktoberfest - und das schon seit 1818. Es soll das größte Schaustellerfest Europas sein. In diesem Jahr erreichte es jedoch einen weiteren unrühmlichen Rekord: In diesem Jahr verzeichnete die Polizei deutlich mehr angezeigte Sexualdelikte als je zuvor. Auch die Zahl der Schlägereien, Drogendelikte hatte sich erhöht.

Rund 4 Millionen Gäste besuchten in diesem Jahr den Cannstatter Wasen, trotz des durchwachsenen Wetters und der allgemein unsicheren Lage. Die Polizei zeigte massiv Präsenz: 66 Beamte waren in zwei Schichten in und um das Gelände herum im Einsatz, so Thomas Engelhardt von der Stuttgarter Polizei. Und die waren auch nötig.

Mehr Schlägereien, mehr Sex-Delikte

90 Streitereien arteten in Schlägereien aus. Im Vorjahr waren es nur 52, ein Anstieg um 76 Prozent. Weiterhin wurden 216 Körperverletzungen verzeichnet, ein leichter Anstieg um 26 Prozent zum Vorjahr (171). Dieser Anstieg folge jedoch einer „stadtweiten Tendenz“, so der Polizeisprecher, berichtet „Focus“. Einen deutlichen Anstieg verzeichneten die Drogendelikte. Waren es in 2015 noch 27 Verstöße, wurden in diesem Jahr 80 Fälle angezeigt, eine Verdreifachung.

Noch deutlicher gestiegen waren die angezeigten Sexualdelikte, welche die Polizei verzeichnete. Waren es 2015 noch zwei, verelffachte sich das Ganze in 2016 auf 22 entsprechend gemeldete Straftaten – mehr als je zuvor auf dem Cannstatter Volksfest.

Die Polizei sieht als Grund für den Anstieg eine höhere Bereitschaft solche Straftaten überhaupt zu melden. Viele Frauen seien nach der Kölner Silvesternacht aufmerksamer und würden sich Grapsch-Attacken und andere sexuell motivierte Übergriffe nicht mehr gefallen lassen, berichtete die „Stuttgarter Zeitung“.

Mehr Polizeipräsenz

Doch auch die Polizei war in diesem Jahr präsenter vor Ort: „Außerdem waren mehr Polizeibeamte auf dem Wasen, daher sind die Frauen wahrscheinlich eher direkt zu den Polizisten gegangen“, so ein Sprecher der Behörde.

Im Unterschied zum Kölner Silvester-Mob war der Täter auf dem Cannstatter Wasen eher der „durchschnittliche Bürger, der alkoholisiert über die Stränge schlägt“, so der Sprecher weiter.

Trotz der deutlich gestiegenen Anzahl von Anzeigen liege die Dunkelziffer aber immer noch deutlich höher. Eine Vergewaltigung habe es zum Glück nicht gegeben. (sm)



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