Veronika Grimm, die Vorsitzende der Gaspreiskommission, dämpft die Erwartungen.
Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm spricht sich für eine längere Laufzeit der verbleibenden KKW aus.Foto: Hannes P. Albert/dpa

Weitere drei Jahre: Wirtschaftsweise Grimm fordert längere Atomlaufzeit

Von 15. Januar 2023
Die Kritik am geplanten Atomausstieg der Ampel nimmt weiter zu. Nun meldet sich die nächste Wirtschaftsweise zu Wort: Veronika Grimm spricht sich für eine Laufzeitverlängerung der deutschen KKW aus.

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Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm schlägt vor, die verbleibenden Kernkraftwerke (KKW) wegen der Energieknappheit noch mehrere Jahre Strom liefern zu lassen.

Es wäre richtig, die Atomkraftwerke nicht im April abzuschalten, sondern noch etwa drei Jahre laufen zu lassen“, sagte Grimm.

Dadurch würde der Strompreis in Deutschland und in den Nachbarstaaten deutlich sinken. Eine Kilowattstunde Strom kostet im Mittel derzeit 41,5 Cent für Neukunden, wie NDR berichtet. Zudem würden die Emissionen aus der Kohleverstromung reduziert und Gas könne eingespart werden, argumentierte sie.

Tatsächlich stieg im vergangenen Jahr der Bedarf von Kohle zur Energiegewinnung deutlich an – sowohl weltweit als auch hierzulande. In Deutschland ist demnach Kohle mit einem Anteil von rund 36 Prozent (3. Quartal 2022) der wichtigste Energielieferant. Sollten die letzten drei KKW im April wirklich ihren Dienst beenden, dürfte der Kohlebedarf noch weiter ansteigen.

Grimm: „Müssen Gas einsparen“

Deshalb muss Deutschland sich weiter bemühen, Gas zu sparen, fordert die Energieforscherin Grimm gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“. Die Bundesregierung müsse dabei klarer kommunizieren, welche Sparanreize die Gaspreisbremse biete.

„Nur wenn dies sofort geschieht, haben die Bürger die Zeit, zu reagieren. Sie können Häuser dämmen oder Heizungsanlagen austauschen – aber nur mit genug Vorlauf.“

Der Vorschlag von Grimm könnte den Streit in der Ampelkoalition anheizen. Erst vergangene Woche forderte die FDP eine Debatte über die Verlängerung der Atomlaufzeiten, was der grüne Wirtschaftsminister Robert Habeck sofort zurückwies.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte per Machtwort verfügt, dass die verbleibenden Kernkraftwerke noch bis Mitte April laufen dürfen. Grimm sagte, für diesen Winter dürfte die Gefahr eines Gasmangels in Deutschland gebannt sein. Für den nächsten Winter gebe es aber verschiedene Risikofaktoren.

Viel Potenzial für Engpässe

„Es könnte schwierig werden, wenn es sehr kalt wird, wenn in Frankreich aufgrund von Trockenheit wieder die Atommeiler herunterfahren müssen oder wenn China deutlich mehr Gas verbraucht.“ Das teilte die Ökonomin mit, die einen Lehrstuhl an der Uni Erlangen hat und dem Sachverständigenrat der Bundesregierung (Wirtschaftsweise) angehört.

Wie schnell sich die Gasspeicher bei Kälte entleerten, zeigt der von der Bundesnetzagentur dargestellte Speicherverlauf der deutschen Gasspeicher. Bei den Minustemperaturen, die in der zweiten Dezemberwoche 2022 in Deutschland herrschten, entleerten sich die Speicher besonders schnell. Da diese Kältewelle jedoch nur wenige Tage dauerte und die Temperaturen anschließend deutlich zulegten, konnten die Versorger danach wieder einspeichern.

Erst vor rund drei Wochen meldete sich bereits die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer in dieser Debatte zu Wort. Sie hat sich ebenfalls für eine weitere Laufzeitverlängerung der verbleibenden drei Atomreaktoren ausgesprochen. „Aus ökonomischer Sicht wäre es sinnvoll, jetzt schnell neue Brennstäbe zu bestellen“, sagte sie. Das würde im nächsten Winter mehr Sicherheit geben.

(Mit Material von dts)



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