„Wollen Sie wirklich Ihr Land opfern?“ – Handwerker gegen Russland-Sanktionen

„Wollen Sie der Kanzler sein, der Deutschland in den Ruin getrieben hat? Wollen Sie wirklich für die Ukraine Ihr Land opfern?“ Mit diesen Fragen wenden sich die Handwerker der Kreishandwerkerschaft Halle-Saalekreis in einem offenen Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz. Gleichzeitig stellen sie Forderungen, die viele der derzeitigen Krisen beenden sollen.
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Handwerker fürchten um ihre Zukunft – und die ihrer Kinder.Foto: iStock
Von 22. August 2022

Es ist ein Brandbrief an Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Die Handwerker der Kreishandwerkerschaft Halle-Saalekreis in Sachsen-Anhalt hat in einem offenen Brief gefordert, dass alle Sanktionen gegen Russland umgehend beendet werden müssten. Diese würden in erster Linie nicht Russland, sondern Deutschland schaden.

Zudem fordern sie von der Bundesregierung den sofortigen Beginn von diplomatischen Verhandlungen zur Beendigung des Krieges, der „nicht unser Krieg“ sei.

Handwerker: Kanzler soll Schaden vom Volk abwenden

In dem Brief, der Epoch Times vorliegt, fürchten die Handwerker um die Zukunft und den Verlust des jetzigen Lebensstandards für diese und die nachfolgenden Generationen. Die Handwerker wüssten durch viele Gespräche, „dass die breite Mehrheit nicht gewillt ist, für die Ukraine ihren schwer erarbeiteten Lebensstandard zu opfern.“ Die Handwerkerschaft erinnert den Kanzler dabei auch an seinen Amtsschwur, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden.

Die Handwerkerschaft erwähnt zu Beginn des Briefes deutlich, dass der Angriff Russlands auf die Ukraine ein Verstoß gegen die UN-Charta darstellt. Der Angriff sei ein schweres Verbrechen. Jedoch hätte der Krieg nicht erst am 24. Februar begonnen. Es seien auch die Ereignisse im Vorfeld entscheidend.

Ebenso erinnern die Handwerker, für welches Land sich Deutschland derzeit einsetzt und „opfert“. Denn „laut Transparency International Deutschland e.V. belegte die Ukraine im Jahr 2021 bei der Korruption Platz 122. Kein anderes europäisches Land schneidet hier schlechter ab.“

Wen treffen die Sanktionen wirklich?

Als Reaktion auf Russlands Einmarsch in die Ukraine vor etwa einem halben Jahr hat der Westen mit diversen Sanktionen gegen Russland reagiert. Auch Deutschland mischte dabei eifrig mit. So wurden etwa russische Banken vom SWIFT-System ausgeschlossen. Weiterhin wurde am 7. April ein Importverbot für russische Kohle beschlossen. Darüber hinaus gab es viele weitere, noch heute geltende Sanktionen.

Putin selbst hatte beispielsweise das EU-Öl-Embargo gegen Russland als „wirtschaftlichen Selbstmord“ bezeichnet. Fossile Energieträger sind derzeit noch elementar für das Aufrechterhalten der Wirtschaftskraft und des Wohlstands eines Landes. Russland selbst konnte daraufhin seine Absatzmenge fossiler Energieträger in anderen Ländern erhöhen. Somit wurden die finanziellen Verluste bei EU-Ländern durch andere Mehreinnahmen wettgemacht.

Hingegen beschreiben die Handwerker in dem Brief, wie es in Deutschland „rumort“. Sie beziehen sich auf die inflationären Preise, sodass „Otto-Normalverdiener ihren Lebensunterhalt bald nicht mehr bezahlen können.“ Diese Entwicklung würde letztendlich zu Entlassungen und Schließungen von Betrieben führen. Ein Schlag gegen die Wirtschaft Deutschlands.

Ähnlich sehen es bereits oppositionelle Politiker. So schlussfolgerte kürzlich auch Sahra Wagenknecht (Die Linke), dass der Wirtschaftskrieg uns ruiniert und nicht Russland.

Weitere Kritik üben die Handwerker an den vielen Hilfspaketen und Neuschulden in Milliardenhöhe. Diese würde die Regierung ohne Rücksichtnahme auf die Konsequenzen für nachfolgende Generationen verabschieden.

Forderungen der Handwerker

Um die Situation für Deutschland zu verbessern, stellen die Handwerker auch klare Forderungen.

1. Es sollen mit sofortiger Wirkung alle Russland-Sanktionen beendet werden. Das argumentieren die Verfasser mit Scholz‘ Aussage im Bundestag. Demnach dürften die Sanktionen uns nicht mehr schaden als Russland. Jedoch seien Europa und speziell Deutschland bis jetzt die eindeutigen Verlierer.

2. Die Bundesregierung solle sofort mit diplomatischen Verhandlungen zur Beendigung des Krieges beginnen. Voraussetzung sei eine realistische Einschätzung der Lage. Auch bezüglich der Krim, auf die Russland nicht verzichten würde.

3. Des Weiteren solle die Regierung alle politischen Entscheidungen auf Nutzen zugunsten des deutschen Volkes überprüfen.

Ihren Appell bezeichnen die Handwerker als „dringend“ und „sehr ernst“. Es gehe nicht darum, ob die Raumtemperatur um ein oder zwei Grad gesenkt werde. „Wir reden hier vom Sterben Deutschlands! Das erkennen viele Menschen in unserem Land, warum Sie nicht?“, heißt es in dem Brief an den Kanzler.



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