Katalonien will „Aquarius“-Migranten aufnehmen – aber aus Madrid kommen verhaltene Töne

Epoch Times14. August 2018 Aktualisiert: 14. August 2018 17:01
Vier Tage nach der Bergung von 141 Migranten wartet das Schiff "Aquarius" weiter auf die Zuweisung eines sicheren Hafens. Wird Spanien die Migranten aufnehmen?

Die Regierung der spanischen Region Katalonien würde gern die 141 Migranten an Bord des Rettungsschiffes „Aquarius“ aufnehmen. Die am Freitag eingesammelten Migranten könnten an den Häfen von Vilanova i la Geltrú, Palamós oder Sant Carles de la Ràpita „mit allen Garantien an Land gehen“, schrieb der katalanische Ministerpräsident Quim Torra am Dienstag auf Twitter.

Obwohl die Häfen in Spanien von den jeweiligen Regionen verwaltet werden, könnte das Schiff aber ohne Erlaubnis der Zentralregierung nicht in einen katalanischen Hafen einlaufen. Das bestätigten sowohl Sprecher der Zentralregierung in Madrid als auch der katalanischen Regierung in Barcelona.

Anders als bei der Aufnahme von 629 Migranten der „Aquarius“ am 17. Juni ist die Madrider Zentralregierung diesmal bisher nicht bereit, dem NGO-Schiff einen Hafen zum Einlaufen anzubieten. Sprecher der Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez sagten der Deutschen Presse-Agentur am Montag: „Spanien ist zur Zeit gemäß internationalem Recht nicht der sicherste Hafen (für die Aquarius), weil es nicht der nächstgelegene Hafen ist.“

Die jetzige Lage könne mit der von Juni „nicht verglichen werden“, hieß es. Damals, so heißt es im Moncloa-Palast, habe eine „humanitäre Notlage“ vorgelegen, die Lage sei „sehr komplex“ gewesen.

Madrid wollte derweil nicht sagen, wie man vorgehen würde, falls sich die Lage um die „Aquarius“ in den kommenden Tagen verschlimmern sollte. Schon im Juni hatten einige Minister aber erklärt, die Aufnahme der von Italien und Malta zurückgewiesenen NGO-Schiff durch Spanien könne nicht zur Regel werden.

Die 141 Migranten waren am Freitag vor der libyschen Küste geborgen worden. Seitdem warten die Betreiber des Schiffes, SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen, auf die Zuweisung eines sicheren Hafens. (dpa)

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