China baut Russland zuliebe überflüssiges Atomkraftwerk

Epoch Times12. August 2014 Aktualisiert: 12. August 2014 10:45

Ein komplett unnötiges Atomkraftwerk soll demnächst in Harbin gebaut werden. Grund für das Energieprojekt in Nordost China: Die Urkaine Krise. Chinas Regime will den „russischen Freunden“ gegen die Sanktionen aus dem Westen helfen und vergibt den AKW-Auftrag trotz großer Strom-Überkapazitäten.

Auf seiner offiziellen Webseite zitierte das chinesische Handelsministerium gestern die Nachricht russischer Medien: Russland werde von China beauftragt, ein AKW in der nordost-chinesischen Stadt Harbin zu bauen.

Rosatom will in Harbin bauen

Ein Manager von Russlands staatlichem Atomkonzern Rosatom teilte den Medien mit, dass das Unternehmen gerade einen Antrag aus China bearbeitete. Es gehe um zwei Anlagen in Harbin. Ein Expertenteam aus Russland werde das vorgeschlagene Terrain demnächst vor Ort untersuchen. „Russland teilt gerne seine Erfahrung beim Kraftwerkbau mit China und möche auf diesem Gebiet enger mit China zusammenarbeiten“, sagte der Rosatom-Manager. Wer Kooperationspartner auf chinesischer Seite ist, veriet er jedoch nicht.

Laut dem chinesischen Nachrichtenportal „The Paper“ könnte es sich dabei um die China Huaneng Group Corporation handeln – einen der fünf größten staatlichen Stromerzeuger Chinas.

Huaneng hatte bereits 2010 einen potentiellen Standort in der Nähe der Provinzhauptstadt Harbin ausgekundschaftet. Aufgrund der Katastrophe von Fukushima wurde das Projekt jedoch 2011 ad acta gelegt. Möglicherweise soll nun genau dieser Plan durch den russischen Partner wieder aktiviert werden.

Merkwürdig: In den den drei nordöstlichen Provinzen Chinas gibt es bereits ein Überangebot an Strom. Wozu dann noch weiteren Atomstrom produzieren? „The Paper“ vermutet, dass das Projekt eher eine politische, als ein praktische Rolle spielt.

In Harbin gibt’s bereits viel zu viel Strom

In der Region gibt es bereits ein anderes, brandneues Atomkraftwerk, das im Juni 2013 ans Netz ging. Das AKW in der Provinz Liaoning musste letzten Winter unterhalb seiner Kapazität laufen, damit Strom aus anderen konventionellen Werken zuerst verbraucht werden konnte.

Außerdem ging im Mai 2014 eine weiterer Reaktor im selben AKW in Betrieb und 2015 soll dort auch noch eine dritte Anlage Strom produzieren! Man hat in der Region Nordostchina also eher ein Problem mit zu viel Strom.

Russland zuliebe wird’s gemacht

Um die „strategische Partnerschaft mit Russland zu stärken“ sieht die Pekinger Regierung darüber nun großzügig hinweg – hauptsache, man arbeitet im AKW-Bereich enger mit Russland zusammen.

Es gab bereits ein solches Beispiel: Das Tianwan-AKW in der Provinz Jiangsu sollte zuerst mit der Anlage eines chinesischen Herstellers ausgestattet werden. Dann entschied man sich jedoch wegen der neuesten politischen Entwicklungen für „AES-91“, ein Produkt aus Russland. „The Paper“ vermutet, dass Russland wegen der westlichen Sanktionen versucht, AKW-Aufträge in China zu bekommen. (yz/rls/rf)

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