Ein älterer Arbeiter in einem Industriebetrieb.Foto: iStock

Gesamtmetall-Präsident: „Wir müssen über die Rente mit 70 reden“

Epoch Times17. August 2021 Aktualisiert: 17. August 2021 14:12

Der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Stefan Wolf, hat sich für ein späteres Renteneintrittsalter ausgesprochen. „Wir müssen zu den Menschen ehrlich sein: Wir werden das Renteneintrittsalter nicht bei 67 Jahren halten können“, sagte Wolf den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagsausgaben). „Wir werden in den nächsten Jahren über ein Renteneintrittsalter von 69 bis 70 Jahren reden müssen.“

Der Gesamtmetall-Präsident, der die Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie vertritt, warnte vor einem Finanzierungsproblem bei den Rentenkassen angesichts der steigenden Lebenserwartung. Die Konsequenz daraus müsse sein, dass „die Leute länger arbeiten werden“, so Wolf.

Laschet lehnt Rente mit 68 ab

Der CDU-Vorsitzende und Unionskanzlerkandidat Armin Laschet lehnte Anfang Juni die Anhebung der Lebensarbeitszeit auf 68 Jahre ab. „Die Rente mit 67 steht“, sagte er dem „Handelsblatt“ (Freitagausgabe). Eine Rente mit 68 sei „ein Vorschlag eines wissenschaftlichen Gremiums“, wiegelte er ab.

„Ich sehe nicht, dass das jetzt umgesetzt wird.“ Laschet hob hervor, es sei ein große Leistung der Bundesregierung mit SPD-Arbeitsminister Franz Müntefering gewesen, die Rente mit 67 zu beschließen. „Wir sind noch mitten in der Umsetzung“, sagte Laschet. Die Rentensysteme brauchten eine gewisse Verlässlichkeit. „Dass wir irgendwann möglicherweise mal nachdenken müssen, auch Lebensarbeitszeiten zu verändern ist klar. Aber jetzt sind wir bei der Rente mit 67.“

Aus Sicht des CDU-Vorsitzenden wird die neue Bundesregierung aber sehr wohl vor der Aufgabe stehen, das Rentensystem für die Zeit nach 2030 zu sichern. Da gelte es Beitragsstabilität, Lebenszeitalter und das Rentenniveau auszutarieren. „Daraus muss dann ein gesellschaftlicher Konsens entstehen. Je parteiübergreifender und je weniger streitig das geht, umso besser“, so Laschet. „Rente ist immer ein Thema, das weit über Wahlperioden hinweggeht und es gut ist, wenn Demokraten da zusammenarbeiten.“

Viele Jüngere verlieren Vertrauen in die gesetzliche Rente

Mehr als jeder fünfte Deutsche in der Altersgruppe der 18- bis 39-Jährigen geht davon aus, im Alter selbst keine gesetzliche Rente mehr zu bekommen. 21 Prozent äußerten laut einem Bericht des Düsseldorfer „Handelsblatts“ in einer Umfrage des Instituts Insa-Consulere diese Erwartung. Weitere 32 Prozent halten dies demnach für wahrscheinlich.

58 Prozent der unter 40-Jährigen äußerten sich in der Befragung überzeugt, dass es für die Generation ihrer Eltern einfacher war, ein finanzielles Polster für den Ruhestand aufzubauen, als für sie selbst. 30 Prozent halten die aktuelle Umlagefinanzierung der gesetzlichen Rente für ungerecht.

Die derzeitige Rentenpolitik sehen viele Jüngere kritisch. 59 Prozent der 18- bis 39-Jährigen gaben an, dass die Interessen ihrer Generation in Bezug auf die Rente von keiner Partei ausreichend berücksichtigt würden. Für die Umfrage im Auftrag des Fondsanbieters Fidelity International wurden 2.064 Bürger ab 18 Jahren befragt. (dts/afp)



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