Ärzte mit Gesichtsmasken.Foto: iStock

Gesundheitswirtschaft – ein „ökonomischer Fußabdruck in Höhe von 678 Milliarden Euro“

Von 1. Juni 2020 Aktualisiert: 1. Juni 2020 11:45
„Die Gesundheitswirtschaft hat eine erhebliche ökonomische Bedeutung für den Standort Deutschland“, heißt es auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums. Bei knapp 370 Milliarden Euro lag die Bruttowertschöpfung im Kernbereich der Gesundheitswirtschaft im Jahr 2019.

Nach einem der Epoch Times vorliegenden Bericht des Bundeswirtschaftsministeriums wird jeder achte Euro der Bruttowertschöpfung in der Gesundheitswirtschaft generiert. Die Bruttowertschöpfung ergibt sich aus dem Gesamtwert der im Produktionsprozess erzeugten Waren und Dienstleistungen, von dem hierzu verwendeten Vorleistungen abgezogen werden. Damit entspricht die Bruttowertschöpfung den in den einzelnen Wirtschaftszweigen erbrachten Leistungen.

Jeder sechste Arbeitsplatz in Deutschland befindet sich in der Gesundheitsbranche. Rund 7,5 Millionen Erwerbstätige arbeiten in diesem Bereich. „Die Gesundheitswirtschaft ist ein Jobmotor und hat seit 2010 mehr als 1,2 Millionen Stellen geschaffen“, so ist es im Bericht zu lesen. Dabei erzeuge die Gesundheitswirtschaft einen „ökonomischen Fußabdruck in Höhe von 678 Milliarden Euro“.

Seit dem Jahr 2010 hat sich das Exportvolumen von 77,1 Milliarden Euro um 54,1 Milliarden Euro erhöht, im Import betrug der Anstieg 44,2 Milliarden Euro.

Mit seinem rasanten Anstieg wächst die Gesundheitswirtschaft stärker als die deutsche Volkswirtschaft. Dabei ist die Corona-Krise noch nicht berücksichtigt.

Vorleistungen kommen aus dem produzierenden Gewerbe

Die Gesundheitswirtschaft bezieht einen Großteil ihrer Vorleistungen aus anderen Branchen. Rund 40 Prozent kommen aus der Gesundheitswirtschaft selbst.

Vor allem das produzierende Gewerbe ist ein wichtiger Vorleister der Gesundheitswirtschaft. Betrachtet man die Vorleistungen, die für die Gesundheitswirtschaft geleistet werden, ergibt sich folgendes Bild:

In unterschiedlichem Maß tragen stationäre und nicht stationäre Maße zur Wertschöpfung und Beschäftigungen in der Gesundheitswirtschaft bei.

1,2 Millionen Erwerbstätige arbeiten in Krankenhäusern, 1,1 Millionen in Arzt- und Zahnarztpraxen. Dazu kommen noch Pflege und sonstige Praxen, Vorsorge und Reha. Seit 2010 wurden rund 850.000 zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt.

Humanarzneimittel und Medizintechnik

Kernbereiche in der industriellen Gesundheitswirtschaft sind laut Bericht des Bundeswirtschaftsministeriums Humanarzneimittel und Medizintechnik.

Sie sichern fast 490.000 Arbeitsplätze. In diesem Bereich stieg die Bruttowertschöpfung im Jahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Milliarden Euro auf 17,1 Milliarden Euro durch die Herstellung von Humanarzneimitteln.

Ein erheblicher Anstieg ist auch bei den Erwerbstätigen im Forschungs- und Entwicklungsbereich zu verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Anzahl der Beschäftigten um 16.800.

Krankenversicherung führen zu knapp 60 Prozent der Gesundheitsausgaben

„Krankenversicherungen sind ein wesentlicher Bestandteil des deutschen Gesundheitssystems“, so heißt es in dem Bericht. Eine Analyse der Gesundheitsausgaben der Krankenversicherungen sei unerlässlich für „gesundheits- und wirtschaftspolitische Entscheidungen und Weichenstellungen“.

Die Krankenversicherungen seien auch innerhalb der Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung von hoher Bedeutung. Ihr Anteil an der Bruttowertschöpfung und an den Erwerbstätigen der Gesundheitswirtschaft sei zwar gering, jedoch werde durch sie ein Großteil der Gesundheitsausgaben finanziert.

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Immerhin kommt die Krankenversicherung für knapp 60 Prozent der Gesundheitsausgaben auf. Im vergangenen Jahr waren dies 230,9 Milliarden Euro – von einem Gesamtbetrag in Höhe von 395,8 Milliarden Euro.

Seit dem Jahr 2010 sind die Einnahmen der gesetzlichen Krankenversicherung und des Gesundheitsfonds um durchschnittlich 4,1 Prozent gewachsen. Dies entspricht einem absoluten Wachstum von über 65,8 Milliarden. Euro. Im Vergleich dazu sind die Ausgaben absolut um rund 63,4 Milliarden Euro gestiegen. Dies entspricht einem durchschnittlichen Wachstum von 3,9 Prozent. In den Einnahmen ist auch der Bundeszuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung enthalten. Er beträgt aktuell 14,5 Milliarden  Euro.

Und auch die Beitragseinnahmen der privaten Kranken- und Pflegeversicherungen stiegen von 2010 bis 2018 kontinuierlich an. Während im Zeitraum von 2012 bis 2016 eine Steigerung der Beitragseinnahmen von insgesamt 1,6 Milliarden Euro zu verzeichnen ist, stiegen die Einnahmen von  2016 auf 2017 deutlicher, nämlich um 1,9 Milliarden Euro.

Dabei ist die Anzahl der Krankenkassen rückläufig. Verglichen mit 2010 gab es im Jahr 2019 insgesamt 60 Krankenkassen weniger. Die Zahl fiel von 169 auf 109.

Bruttowertschöpfung nach Bundesländern

Am stärksten ist der Bruttowertschöpfungsbeitrag zur regionalen Gesamtwirtschaft in den Ländern Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin ausgeprägt. Mit jeweils 10,3 Prozent teilen sich Hamburg, Bremen und Bayern den letzten Platz.

„Die Gesundheitswirtschaft ist in Mecklenburg-Vorpommern ein strategischer Schwerpunkt der Wirtschaftsentwicklung“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe. So beträgt der Anteil der Gesundheitswirtschaft an der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung des Landes etwa 15 Prozent (rund 5,8 Milliarden Euro). Mit rund 154.000 Erwerbstätigen stellen Unternehmen der Gesundheitswirtschaft etwa jeden fünften Arbeitsplatz.

Somit stieg die Bruttowertschöpfung der Branche seit 2008 um 56 Prozent. Darüber hinaus generiert ein Euro Bruttowertschöpfung in der Gesundheitswirtschaft zusätzliche 1,16‌ Euro in anderen Branchen des Bundeslandes.

Dabei wird der überwiegende Teil (jeweils über 60 Prozent) sowohl der Bruttowertschöpfung als auch der Beschäftigung in den Einrichtungen der medizinischen Versorgung realisiert.

Förderung von Künstliche Intelligenz in der Medizin

Neben der Gesundheitsvorsorge wird der deutsche Gesundheitsmarkt vor allem durch die Entwicklung innovativer Hightech-Produkte in der Medizintechnik und Arzneimittel sowie neuer Behandlungs- und Untersuchungsmethoden vorangetrieben.

Die IPEXHealth AG aus Greifswald beispielsweise entwickelt und vertreibt digitale Lösungen für Prävention und nachhaltige Gesundheitsförderung. „Die persönliche Gesundheit hat für viele Menschen einen höheren Stellenwert als früher im Leben eingenommen. Oftmals werden digitale Lösungen genutzt, um die eigene Fitness und damit das Wohlbefinden besser im Blick zu haben. Die IPEXHealth AG unterstützt mit ihren innovativen Entwicklungen und Produkten diesen Trend“, sagte der Schweriner Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe bei einem Besichtigungstermin.

Unter dem Branding „Vilua“ sollen zukünftig unter dem Dach der IPEXHealth AG verschiedene Unternehmen arbeiten. Vor Ort übergab Gesundheitsminister Glawe einen Fördermittelbescheid an die Vilua Healthcare GmbH für das Forschungs- und Entwicklungsvorhaben „KIG – Künstliche Intelligenz in der Gesunderhaltung“.

In dem Produkt geht es um eine selbstlernende Plattform Künstlicher Intelligenz, um für die Gesunderhaltung von Menschen Informationen nutzerzentriert auszuwerten und gezielt Steuerungsinterventionen vorzuschlagen. Die Gesamtinvestition für das Projekt beträgt rund 2,9 Millionen Euro.

Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro. „Mit dem innovativen Projekt werden am Standort Greifswald mehr als 20 Arbeitsplätze neu geschaffen“, sagte Glawe.

Krankmeldungen mindern die Wertschöpfung

Während, wie eingangs erwähnt, knapp 370 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung im Kernbereich der Gesundheitswirtschaft im Jahr 2019 entsteht, gibt es einen Wertschöpfungsausfall durch Krankheit. Dieser betrug nach letzter Meldung (2018)  225 Milliarden Euro. Dabei entstanden Unternehmen rund 129 Milliarden Euro Kosten.

Die Gesundheitsausgaben in Deutschland beliefen sich im Jahr 2018 auf 390,6 Milliarden Euro, das sind durchschnittlich 4.712 Euro je Einwohnerin bzw. Einwohner. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilte, entspricht dies einem Anstieg um vier Prozent gegenüber 2017.

Zur Auswirkung der Corona-Krise auf die Gesundheitswirtschaft 2020 liegen der Epoch Times aktuell noch keine Zahlen vor. Wer den Bericht des Bundeswirtschaftsministeriums nachlesen möchte, findet ihn hier: Gesundheitswirtschaft-Fakten-und-Zahlen-2019.

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