Big Data erreicht den Mittelstand: Fintechs statt Bankenfinanzierung im Kommen

Von 17. November 2019 Aktualisiert: 17. November 2019 22:58
Ein Blick in die Echtzeitproduktion und schon eine Kreditzusage? Bei Banken momentan jedenfalls undenkbar. Inzwischen kann knapp jeder zweite Unternehmer seine Bank nur schwer für Investitionen begeistern. Aber sogenannte "Fintechs" haben hier alternative Konzepte.

Fast 100 Prozent befragter Mittelständler finden „Big Data“-Analysen, in denen unter anderem die eigene Liquiditätsplanung auf Knopfdruck mit den Zahlungsströmen tausender Firmen verglichen werden kann, interessant oder nutzen das bereits. Das ergibt sich auf Basis der Umfrage „Industrieller Mittelstand und Finanzierung 4.0“ des Mittelstandsfinanzierers Creditshelf, die der Epoch Times vorliegt. 259 mittelständische Industrieunternehmen gaben Antworten.

Finanzierung Mittelstand vollzieht Strukturwandel

Die „Digitale Mittelstandsfinanzierung — schnell, innovativ und bankenunabhängig“ als Ergänzung zur nicht mehr zeitgemäßen Bankenfinanzierung sei im Kommen, so die Analyse von Creditshelf. Sogenannte „Fintechs“ sollen bei der Kreditvergabe zunehmend als sinnvolle Ergänzung zur traditionellen Bankfinanzierung agieren.

Typische „Fintechs“ sind unter anderem die Online-Einkaufsfinanzierungs-Plattform quickpaid, der Fintech-Anbieter von Unternehmenskrediten iwoca und der Kreditmarktplatz auxmoney, wobei die beiden ersteren nur im B2B-Bereich fungieren, während hingegen auxmoney als „Peer-to-Peer-Plattform“ keine Einschränkung hinsichtlich der Kreditnehmer hat.

Jeder zweite Mittelständler hat Schwierigkeiten, die Hausbank vom Investitionsvorhaben zu überzeugen

„Der Konjunkturmotor stottert, darauf reagieren die Banken sehr sensibel. Niemand möchte jetzt Problem-Kredite in sein Portfolio aufnehmen. Entsprechend vorsichtig finanzieren die Institute neue Vorhaben der Unternehmen“, erklärt Dr. Daniel Bartsch von creditshelf – Vorstand und Gründungspartner.

So befürchten 68 Prozent der Mittelständler negative Auswirkungen durch den „sich auf allen Ebenen beschleunigenden Wandel„. Als Bedrohung empfinden die Mittelständler dabei neben Globalisierung, internationalen Handelskonflikten, Fachkräftemangel auch die Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Und davon sehen 77 Prozent ihre Investitions- und Finanzierungsaktivitäten beeinträchtigt.

Außerdem kann knapp die Hälfte der befragten Mittelständler seine Hausbank vom Investitionsvorhaben eher schwer bis sehr schwer überzeugen. Im Vorjahr waren dies nur 37 Prozent. Bartsch sieht die Mittelstandsfinanzierung damit deutlich erschwert.

Bankenfinanzierung nicht mehr zeitgemäß

Insbesondere in Zeiten „dünner Auftragslage“ seien Kredite notwendig, um „das Rückgrat der deutschen Wirtschaft langfristig“ zu stärken. Die Bankenfinanzierung gewährleiste dies aber nicht.

Zum einen fordere die Hälfte der Banken noch immer dingliche Sicherheiten, wenn Unternehmen bewegliche Sachgüter wie Anlagen oder Maschinen kaufen möchten. Und auch durch Verschärfungen bei den Kreditvergaben wie Basel III zögen mittelständische Unternehmen oft den Kürzeren. Ebenfalls seien die traditionellen Berechnungsmethoden und Kennzahlen-Analysen vielfach nicht mehr zeitgemäß.

Die Lösung: Digitale Kreditmarktplätze

Gerade in Anbetracht des konjunkturellen Abschwungs rät Bartsch dazu, bei der Kreditvergabe vom „starren Regelwerk“ zu „beweglichen Modellen“ überzugehen.

Prof. Dr. Dirk Schiereck, Leiter Unternehmensfinanzierung an der TU Darmstadt, hat die Studie wissenschaftlich begleitend. Er rät den Mittelständlern angesichts einer „zu defensiven Kreditvergabe der Banken“, nicht allein auf die Hausbank zu setzen. Vielmehr solle man auf „alternative Finanzierungsquellen“ von digitalen Kreditmarktplätzen setzen. Dort sei zum einen die Bearbeitung schneller. Aber es gebe auch bessere Konditionen. Und auch die Anpassungsoptionen seien flexibler.

Der Grundgedanke: Kreditkonditionen sollen künftig „von der Performance der Investition bestimmt und überprüfbar gemacht“ werden anstatt auf „historische Finanzkennzahlen“ zu setzen. 93 Prozent der befragten Unternehmen fänden dies attraktiv.

Und hier ist Big Data gefragt: „Stärker vernetzte Produktionsanlagen, die in Echtzeit genaue Daten zur Auslastung und Rentabilität liefern“, böten einen Einblick in aktuelle Produktionszahlen. Das brauche allerdings einen umfassenden Datenaustausch zwischen Fertigung und IT.

Big Data führt zu günstigeren Kreditkonditionen

Vielen Befragten ist bei einer Kreditvergabe an einem niedrigeren Zinssatz, weniger Bürokratie, flexibleren Laufzeiten und schnellerer Kreditvergabe gelegen. Belegen die Echtzeitdaten einwandfreie Planung und Produktion, könnte Big Data vorteilhafte Implikationen auf die Kreditwürdigkeit haben.

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Die laufenden Nutzungsdaten versetzen den Anlagenbauer in die Lage, mögliche Probleme oder Ausfallzeiten frühzeitig zu erkennen. Noch bevor eine Krise oder ein Produktionsstopp eintritt, kann also frühzeitig gegengesteuert werden“, so Bartsch weiter.

Die Umfrage bestätigt den Trend: 86 Prozent der befragten Mittelständler erfassen bereits Echtzeit-Daten. Und 91 Prozent der befragten Unternehmen wären sogar bereit, die Daten den Kreditgebern zur Verfügung zu stellen,“ um diese von einer Investition zu überzeugen beziehungsweise während der Laufzeit die Performance der finanzierten Anlage oder Maschine zu überprüfen.“

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