„Ein Versuch, uns Angst zu machen“: Klimaanalyst entzaubert Waldbrandhysterie

Ständig füttert die Mehrheit der Medien das Klimanarrativ mit Berichten, wie heiß es durch den Klimawandel geworden ist. Auch Waldbrände gelten als ein vermeintlicher Beleg dafür. Der Politikwissenschaftler Prof. Bjørn Lomborg analysiert die Daten vergangener Jahre – und kommt zu einem anderen Ergebnis.
„Ein Versuch, uns Angst zu machen“ – Klimaanalyst entzaubert Waldbrand-Hysterie
Ein Waldbrand. Viel trockenes Material am Boden sorgt für Brennmaterial.Foto: iStock
Von 3. August 2023

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Schlagzeilen wie „Die Welt brennt“ oder „Immer mehr Waldbrände“ suggerieren, dass der Klimawandel eine offenkundige Bedrohung für die Umwelt und die Lebensräume von Mensch und Tier darstellt. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach erarbeitet für Deutschland inzwischen einen Hitzeschutzplan, welcher die Klimadebatte weiter befeuert.

Doch entzünden sich der Planet Erde und seine Wälder tatsächlich immer öfter? Nein, das Gegenteil ist sogar der Fall, wie „The Wall Street Journal“ berichtet. Der dänische Autor und Politikwissenschaftler Prof. Dr. Bjørn Lomborg ist von dieser Ansicht überzeugt – und beruft sich unter anderem auf Daten der NASA.

Seit mehr als zwei Jahrzehnten haben Satelliten die Waldbrände auf der gesamten Erdoberfläche aufgezeichnet. Diese Daten sind laut Lomborg unmissverständlich. Seit den frühen 2000er-Jahren, als noch bis zu 3,1 Prozent der weltweiten Landfläche in Brand gerieten, ist die jährlich verbrannte Fläche tendenziell rückläufig. Im Jahr 2022 erreichte dieser Wert ein neues Rekordtief von gut 2,2 Prozent verbrannter Fläche.

Medien setzen weiter auf Alarmismus

Einen ganz anderen Eindruck vermitteln viele Medienhäuser. Lomborg erwähnte hierzu ein Beispiel der „New York Times“. Ende 2021 habe sie mehr als 40 Mitarbeiter für ein Projekt beschäftigt, das den Titel „Postcards from a World on Fire“ (Postkarten von einer brennenden Welt) trägt. „Das ausdrückliche Ziel ist es gewesen, den Lesern die Unmittelbarkeit der Klimakrise durch eine Reihe von bildhaften Verwüstungen durch den weltweiten Klimawandel aufzuzeigen.“

In diesem Sommer lag ein großer Schwerpunkt auf den Waldbränden in Kanada. Der kanadische Premierminister Justin Trudeau und das Weiße Haus in den USA gaben dem Klimawandel die Schuld dafür.

Der jüngste Bericht des Klimarates der Vereinten Nationen (IPCC) führte jedoch nicht die von Waldbränden verbrannte Fläche auf den Klimawandel zurück. Stattdessen heißt es vage, dass die Wetterbedingungen, die Waldbrände begünstigen, an einigen Orten häufiger auftreten. Der Bericht sei zu dem Fazit gekommen, dass die Veränderung dieser Wetterbedingungen selbst bis zum Ende des Jahrhunderts nicht über das natürliche Rauschen hinaus zu erkennen sein würden.

Die Biden-Regierung und die „New York Times“ zeichnen laut dem Dänen ein überzeugendes Bild von einer feurigen Klimaapokalypse. Denn sie legten ihren Fokus selektiv auf die Teile der Welt, die in Flammen stehen, und nicht auf das viel größere Gebiet, in dem Brände nicht oder weniger häufig auftreten.

Weniger Brände in Afrika und Europa

Die weltweiten Daten bis zum 29. Juli durch das „Global Wildfire“ Informationssystem (GWIS) zeigten laut Lomborg, dass auf dem amerikanischen Kontinent 2023 tatsächlich mehr Fläche verbrannt ist als üblich. In weiten Teilen der übrigen Welt sind die Brände jedoch zurückgegangen – in Afrika und besonders Europa. Das GWIS zeige, dass die weltweit verbrannte Fläche zwischen 2012 und 2022 leicht unter dem Durchschnitt der vergangenen Jahrzehnte liegt.

Überall auf der Welt habe die geringere Brandfläche zu einer insgesamt geringeren Rauchbelastung geführt. Einer aktuellen Studie von Forschern der Universitäten Stanford und Stockholm zufolge verhinderte dieser Umstand jährlich fast 100.000 Todesfälle bei Kindern.

„Apocalypse Now“ auch in Australien

Auch die Waldbrände in Australien 2019 bis 2020 erzeugten Schlagzeilen wie „Apocalypse Now“ und „Australien brennt“. Dabei hätten die Satellitendaten gezeigt, dass dies ebenfalls ein selektives Narrativ war. In zwei Bundesstaaten waren die Brände außergewöhnlich stark, aber im Rest des Landes seien sie laut Lomborg außerordentlich gering gewesen.

Seit den frühen 2000er-Jahren, als acht Prozent Australiens in Flammen aufging, ist die Fläche des Landes, die jedes Jahr in Brand gerät, zurückgegangen. Die Brände 2019 bis 2020 haben vier Prozent der australischen Landfläche verbrannt. Dieses Jahr wird die verbrannte Fläche wahrscheinlich sogar noch kleiner sein, vermutet der Autor.

Das hielt die Medien jedoch nicht davon ab, sich die Rosinen herauszupicken. Sie beriefen sich auf eine Studie des World Wildlife Fund, wonach die Brände 2019 bis 2020 drei Milliarden Tiere getötet hätten. Diese Studie untersuchte jedoch hauptsächlich die beiden Staaten mit der höchsten Brandrate, nicht den Rest Australiens.

Landesweit hätten Waldbände im genannten Zeitraum wohl sechs Milliarden Tiere getötet. Das ist fast ein Rekordtief. In den frühen 2000er-Jahren wurden auf dem Kontinent jährlich rund 13 Milliarden Tiere durch Brände getötet.

Lomborg: Klimapolitik ist der falsche Weg

Lomborg hält es für falsch zu behaupten, dass die Klimapolitik der einzige Weg sei, um Waldbrände zu reduzieren. „Vorschriftsmäßige Brandrodung, eine bessere Flächennutzung und eine bessere Landbewirtschaftung sind hier die viel wirksameren und günstigeren Lösungen.“

Zudem hätten Modellrechnungen der Umweltschutzbehörde gezeigt, dass es selbst bei einer drastischen Verringerung der Emissionen 50 bis 80 Jahre dauern würde, bis sich die Brandflächen in den USA auch nur geringfügig verringern würden.

Im Fall der amerikanischen Brände liege das Problem vor allem in der schlechten Landbewirtschaftung. Ein Jahrhundert der Feuerunterdrückung hat mehr Brennmaterial für stärkere Brände erzeugt. Dennoch hätten die Brände in den USA im vergangenen Jahr weniger als ein Fünftel der durchschnittlichen Brandfläche der 1930er-Jahre ausgemacht. Im Vergleich zum frühen 20. Jahrhundert liege die heutige Brandmenge bei nur einem Zehntel.

Früher waren Eisbären das Aushängeschild für die Bedrohung durch den Klimawandel. Heute ist die Population dieser Tiere laut Lomborg größer als jemals zuvor in den letzten fünfzig Jahren.

Dennoch bezeichnet auch der Däne die globalen Klimaveränderungen als eine echte Herausforderung. Im Laufe des nächsten Jahrhunderts würden die damit verbundenen Kosten das Äquivalent von einem oder zwei Rezessionen umfassen. „Die Antwort des gesunden Menschenverstands wäre es, anzuerkennen, dass sowohl der Klimawandel als auch Maßnahmen zur CO₂-Reduzierung Kosten verursachen. Dann sollte man ein Gleichgewicht aushandeln, bei dem die wirksamsten Maßnahmen Vorrang haben“, schlägt Lomborg vor.

Umfragen würden immer wieder zeigen, dass die meisten Menschen nicht bereit sind, die sehr teure Klimapolitik zu unterstützen, die Aktivisten und grüne Politiker vorgeschlagen haben. „Überhitzte Schlagzeilen über das Klimaarmageddon sind ein Versuch, uns Angst zu machen, damit wir diese auf Kosten einer vernünftigen Diskussion und Debatte trotzdem unterstützen“, resümiert Lomborg.



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