2.000 Jahre Poyang-See: Studie entkräftet Klima-Alarmismus

Der Poyang-See in China erlebt regelmäßige Schwankungen seines Wasserpegels. Ebenso schwankend kann die Berichterstattung darüber sein. Es lohnt sich, eine langfristige Betrachtung vorzunehmen.
Poyang
Diese Luftaufnahme vom 6. November 2022 zeigt den ausgetrockneten Poyang-Süßwassersee in Juijiang in der zentralchinesischen Provinz Jiangxi.Foto: Noel Celis/AFP via Getty Images
Von 26. Juni 2023

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Mit Überschriften wie Dürre in China – Zu Fuß durch den Poyang-See oder „Alarmierend: Chinas größter Süßwassersee trocknet aus!“ warnen verschiedene Medien unter Berufung auf die Entwicklung dieses Gewässers vor Klimaveränderungen.

Passend dazu ist, dass China der größte CO₂-Emittent der Welt ist. Somit dürfte das Klima-Narrativ der Erderwärmung durch CO₂ doch bestätigt sein, oder? Nicht ganz. Denn ein Blick in andere, frühere Meldungen und besonders in eine aktuelle Studie über die langfristige Pegelentwicklung des Poyang-Sees in der Provinz Jiangxi zeigen ein anderes Bild.

Dürre legte „Tausend-Augen-Brücke“ frei

So berichtete etwa im September 2022 die „Kronen Zeitung“ über eine interessante Entdeckung, die die Chinesen zu diesem Zeitpunkt (wieder) machen durften. Es war Dürrezeit. Der Pegelstand des Süßwassersees sank und das Wasser gab den Blick auf eine alte Brücke frei – die sogenannte „Tausend-Augen-Brücke“. Sie ist ein Bauwerk aus der Ming-Dynastie (1368 bis 1644) und war zuletzt 2013 sichtbar.

Das deutet darauf hin, dass dieser See vor rund 400 Jahren einen konstant niedrigen Pegel gehabt haben muss. Erst irgendwann nach ihrer Fertigstellung begann der Pegel zu steigen. So sehr, dass die längste Steinbrücke Chinas verschwand. Das Bauwerk ist 2.657 Meter lang und besteht hauptsächlich aus Granitblöcken. Ihren Namen bekam die „Tausend-Augen-Brücke“ aufgrund ihrer mehr als 900 Löcher.

Neben Dürren in der Region von Chinas größtem natürlichen Trinkwasserspeicher gibt es auch immer wieder Meldungen über schwere Überschwemmungen. Demnach ist festzuhalten, dass der Wasserstand des Poyang-Sees im Jahresverlauf um rund 20 Meter zwischen Trockenzeit und Monsun schwankt.

Studie zeigt langfristige Entwicklung des Sees

Erst im Februar dieses Jahres erschien zu den Pegelschwankungen des Sees eine ausführliche Studie. Diese analysierte Daten aus den vergangenen 2.000 Jahren und wie sich die Menschen immer wieder an den veränderten Seepegel anpassten. Die 18 Wissenschaftler, die an der Studie arbeiteten, rekonstruierten die früheren Wasserstände des Sees mithilfe paläoklimatologischer Methoden.

Aus dieser langfristigen Betrachtung ist klar zu erkennen, dass der See vor rund 2.000 Jahren relativ wenig Wasser enthielt. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte sammelte sich immer mehr Wasser darin an. Dabei erhöhte sich das Überflutungsrisiko, was zugleich den Ackerbau um den (damaligen) See bedrohte.

CO₂ unverändert, Wasserstand gestiegen

Durch die Entwicklung verschiedener Technologien und den Schiffbau passten sich die Menschen um den See immer wieder an die sich stets ändernden Pegelstände an. Auf den CO₂-Gehalt in der Atmosphäre lässt sich die stetige Entwicklung nicht zurückführen:

Rund 1.850 der 2.000 Jahre war dieser Wert konstant, während sich der Wasserstand in dieser Zeit von sechs auf über zwölf Meter mehr als verdoppelte. Der in den letzten 170 Jahren beobachtete Anstieg setzte dabei bereits im 15. Jahrhundert an.

Der Pegelstand veränderte sich eigenständig, nach der Laune der Natur – ohne menschliche Einflussnahme. Andererseits haben die Forscher weitere Daten erfasst, die sich meist im Einklang mit dem Wasserstand änderten.

Der Poyang-See, der sich in der chinesischen Provinz Jiangxi befindet, ist der größte Süßwassersee Chinas. Er ist bekannt für seine reiche Biodiversität und spielt eine bedeutende Rolle in der Fischerei sowie im Reisanbau in der Region. Der See hat eine Fläche von rund 3.600 km² und eine durchschnittliche Tiefe von acht Metern. In der Trockenzeit, die jedes Jahr im Herbst stattfindet, schrumpft die Fläche des Sees auf weniger als 1.000 km². In der Monsunzeit kann der Pegel auf bis zu 25 Meter ansteigen.

Der Poyang-See ist ein wichtiger Lebensraum für eine Vielzahl von Arten, darunter mehrere bedrohte Vogelarten. Er ist bekannt als einer der wichtigsten Überwinterungsplätze für Zugvögel in Asien. Aufgrund seines reichen Ökosystems wurde der See 1992 zum international bedeutenden Feuchtgebiet erklärt.



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