Laut Klimamodellen unmöglich: Forscher des Smithsonian Institutes für Tropenforschung vor einem versteinerten Mega-Baum auf dem heute trockenen Andenhochplateau.Foto: Rodolfo Salas Gismondi

Fossiler Mega-Baum zeigt: Anden-Plateau war feuchter als Klimamodelle zulassen

Von 31. August 2020 Aktualisiert: 31. August 2020 19:12
Vor etwa 10 Millionen Jahren war das Altiplano – heute eine Hochsteppe in den Anden – ein blühender Regenwald. Ein gigantischer versteinerter Baum belegt, was laut Klimamodelle unmöglich war und bietet einen Rückblick in die Klima-Zukunft.

Auf einer Expedition in der zentralen Hochebene der Anden fanden Forscher des Smithsonian Institut für Tropenforschung und Kollegen mit Erstaunen einen riesigen fossilen Baum, der in der kalten, grasbewachsenen Ebene vergraben war.

Die pflanzlichen Fossilien dieser hoch gelegenen Fundstätte im Süden Perus sind Zeugen starker Veränderungen in den Anden in den letzten 10 Millionen Jahren. Aber nicht in der Weise, wie es Klimamodelle der Vergangenheit vermuten lassen. Die Ergebnisse der Expedition veröffentlichten die Forscher in der Zeitschrift „Science Advances“.

Plötzlich hoch hinaus

„Dieser Baum und Hunderte von fossilen Holz-, Blatt- und Pollenproben, die wir auf der Expedition gesammelt haben, zeigen, dass das Ökosystem feuchter war, als diese Pflanzen noch lebten sogar feuchter, als die Klimamodelle der Vergangenheit vorhersagten“, sagte Dr. Camila Martinez vom Smithsonian Institut. „Es gibt wahrscheinlich kein vergleichbares modernes Ökosystem. Als diese Fossilien vor 10 Millionen Jahren abgelagert wurden, waren die Temperaturen höher [als heute].“

Die Anatomie des versteinerten (permineralisierten) Holzes, das die Forscher bereits 2014 gefunden haben, ähnelt sehr der heutigen Holzanatomie in den Tropenwäldern in niedrigen Lagen. Tatsächlich lag das heutige Hochplateau damals wahrscheinlich nur 2.000 Meter über dem Meeresspiegel. Jenes Ökosystem existierte geologisch betrachtet nur eine kurze Zeit.

Heute liegt das trockene Zwischengebirgsplateau doppelt so hoch. Fossilien derselben Stätten bestätigten, dass das Puna-Ökosystem, das heute die Hochgebirgsplateaus der Anden dominiert, bereits etwa fünf Millionen Jahre alt ist.

Die jüngeren Pollenproben stammten meist von Gräsern und Kräutern und nicht von Bäumen. Das Blattmaterial stammte von Farnen, Kräutern und Sträuchern, was darauf hindeutet, dass das Plateau bereits auf seine heutige Höhe angestiegen war.

Rückblick in die Klima-Zukunft?

„Die fossilen Aufzeichnungen in der Region sagen uns zweierlei. Sowohl die Höhe als auch die Vegetation änderten sich in relativ kurzer Zeit dramatisch. Das stützt eine Hypothese, die nahelegt, dass die tektonische Hebung dieser Region in schnellen Pulsen erfolgte“, sagte Projektleiter Carlos Jaramillo.

„Die Hebung der Anden spielte eine wichtige Rolle bei der Gestaltung des Klimas in Südamerika, aber die Beziehung zwischen dem Aufstieg der Anden, dem lokalen Klima und der Vegetation ist immer noch nicht gut verstanden“, ergänzte Martinez. Dann fügte sie hinzu: „Bis zum Ende dieses Jahrhunderts werden sich die Veränderungen der Temperatur und der atmosphärischen Kohlendioxidkonzentration wieder den Bedingungen vor 10 Millionen Jahren annähern.“

Das Verständnis der Diskrepanzen zwischen Klimamodellen und Daten, die auf fossilen Aufzeichnungen basieren, helfe schließlich dabei, die treibenden Kräfte zu verstehen, die das aktuelle Klima des Altiplano steuern, so die Forscher. Letztlich helfe es, das Klima auf dem gesamten südamerikanischen Kontinent zu verstehen.

(Mit Material des Smithsonian Tropical Research Institute; STRI)

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