Realität: Lediglich eine Illusion? – Teil I

Von 14. Januar 2010 Aktualisiert: 14. Januar 2010 13:32

Alles was passiert und alle Materie, die sich im Universum entwickelt hat, entspricht dem, was wir als Realität kennen. Die Idee, dass unser Universum wie ein großer Traum verschwinden oder nur das Produkt eines sehr komplexen Computer-Programms sein könnte, scheint eher einem genialen Science Fiction-Skript zu entstammen, als der harten und unperfekten Welt, in der wir uns täglich bewegen, zu entsprechen.

Jedoch scheint sich die Realität, wie wir sie erleben, im Widerspruch zur wissenschaftlichen Logik zu befinden, wenn wir uns überlegen, dass Materie eigentlich kaum existiert. Die Bausteine der sichtbaren Materie sind die Atome. Sie befinden sich ziemlich verloren inmitten einer großen Leere von nahezu unsichtbaren Partikeln (Elektronen), die sie unglaublich schnell umrunden. Wenn wir unseren Körper unter einem Mikroskop betrachten würden, wäre das was wir sehen vielleicht einfach nur ein Meer aus sich bewegenden Sandkörnern.

Aufgrund aktueller Ergebnisse auf dem Gebiet der Quantenphysik könnten alle Dinge, die wir als Materie kennen – dieses feste Etwas, woraus die Materie zu bestehen scheint – nichts weiter als Quantenfluktuationen in einem leeren Universum sein.

Eine Gruppe Physiker unter der Leitung von Dr. Stephan Dürr vom deutschen John Neumann-Institut bestätigte, dass alle subatomaren Partikel, aus denen Protonen und Neutronen aufgebaut sind (sogenannte Quarks), gerade mal ein Prozent ihrer gesamten Masse ausmachen.

Somit besteht scheinbar der ganze Rest der nuklearen Hauptmasse – also fast alles was wir als Materie kennen – aus sogenannten Gluonen, kurzlebigen Partikeln, die die Einheit der Quark-Trios innerhalb der Protonen und Neutronen aufrechterhalten. Das bedeutet jedoch, unsere greifbare Realität besteht nur aus Fluktuationen des Nichts oder sogar nur aus Nichts.

Die andere Wahrheit

Was wir mit unseren physischen Augen sehen, ist stark auf einen bestimmten Bereich beschränkt. Mit Augen, die nur einzelne mikroskopische Partikel sehen können, wäre es uns unmöglich in einer Welt mit so großen Objekten zu leben, da die Objekte, mit denen wir interagieren, aus vielen Milliarden mikroskopischen Partikeln bestehen.

Laut Aussage des Biologen Richard Dawkins fühlen sich Steine einfach nur deswegen hart und undurchdringbar für unsere Hände an, weil sie sich nicht gegenseitig durchdringen können. Für uns ist es nützlich, Vorstellungen von Härte und Festigkeit zu haben, damit wir uns in dieser Welt zurechtfinden können.

Da wir in einer illusionären Realität zu navigieren scheinen, müssen wir akzeptieren, dass es irgendwo in einem anderen Universum andere Realitäten geben könnte. Es könnte ein riesiger Traum, eine bunte Blase oder Gott sein, wenn man möchte.

Wenn also die von den Partikeln gebildete Realität nicht mehr als nur Rauch und Schatten sein kann, könnte die wahre Existenz aller Objekte im Kosmos durch eine oder mehrere Parallelwelten gebildet sein. Viele Wissenschaftler spekulieren darüber, dass, so wie ein dreidimensionaler Körper einen zweidimensionalen Schatten wirft, ein multidimensionales Universum (wie im Fall der String-Theorie) einen Schatten in unsere dreidimensionale Welt werfen könnte.

Wenn diese Theorie korrekt ist, würde jedes Objekt und jeder Organismus in diesem Raum nur eine grobe Repräsentation der Objekte und Organismen in einem „realeren“ Universum sein. Laut dieser Theorie könnte die Existenz eines außerkörperlichen Gedächtnisses in einem anderen Raum die ideale Erklärung dafür sein, warum wir Erinnerungen haben, obwohl die Atome in unserem Gehirn mehrere hundert Mal innerhalb eines Lebens ausgetauscht werden. Laut Dawkins gibt es in unserem heutigen Körper nicht ein einziges Atom aus dem Körper, der in unserer Kindheit etwas erlebt hat, an das wir uns heute erinnern.

Steve Grand, Autor von „Creation: Life and How to Make It“, schlägt vor, dass Materie von einem Ort zum anderen wandert und sich nur momentan vereinigt, sodass sie Du sein kann. Deshalb bist Du nicht die Materie aus der Du bestehst. Daraus würde folgern, dass unsere wahren Körper in einem Raum sind, den wir nicht erfassen können – während der eigentliche Körper, ein einfacher Behälter, dazu gehört, was wir Realität nennen.

Lesen Sie auch: Realität: Lediglich eine Illusion? – Teil II

Originalartikel auf Englisch: Reality: A Mere Illusion – Part I

Foto: Photos.com


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