Maria und Tatiana, vermisst in München: Blutspuren im Wald – Ermittler rekonstruieren Tathergang

Epoch Times15. August 2019 Aktualisiert: 15. August 2019 17:51
Auch nach vier Wochen des Suchens wurden Maria (41) und ihre 16-jährige Tochter Tatiana noch nicht gefunden. Die Polizei geht davon aus, dass sie tot sind. Blutspuren wurden auf Gegenständen im Wald gefunden.

Infolge eines veröffentlichten Zeugenaufrufs im Fall einer vermissten Mutter und ihrer Tochter in München habe die Polizei knapp 100 Hinweise bekommen, sagte der Leiter des Münchner Mordkommission, Josef Wimmer, bei einer Pressekonferenz.

Spurensicherung im Wald

Die Ermittler präsentierten am Dienstag neue Indizien und eine erste Theorie zu einem möglichen Tathergang. Die 41-jährige Maria Gertsuski und ihre 16-jährige Tochter Tatiana werden seit genau einem Monat vermisst. Ermittler gehen davon aus, dass die beiden Frauen tot sind, haben aber bisher keine Leichen gefunden.

Dabei waren die Suchen bisher von intesiver Art: über 650 Beamte, Hubschrauberstaffel, Polizeitaucher, Diensthunde und schweres technisches Gerät, so Medien. Doch die Staatsanwaltschaft ist optimistisch:

Wir sind insgesamt guter Hoffnung, dass wir die Leichen noch finden werden.“

(Ken Heidenreich, OStA)

Zusammen mit anderen Indizien wiesen sie darauf hin, dass der als Beschuldigter geltene jetzige Ehemann von Maria und Stiefvater von Tatiana, Roman H. (44), einen engeren Bezug zu dem Truderinger Forst in der Nähe von München hatte. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft, schweigt jedoch zu den Vorwürfen.

Bei der Absuche des Waldes seien eine Schmutzfangmatte und ein Teppich aus der Wohnung des Ehemanns gefunden worden. Bilder des Teppichs wurden aus ermittlungstaktischen Gründen nicht veröffentlicht.

Dann waren umfangreiche Sicherungsmaßnahmen, Spurensicherungsmaßnahmen notwendig bei der Rechtsmedizin, die am Ende ergaben, dass die vermeintlichen Blutantragungen, die auf diesen Teppichen waren, den beiden Geschädigten zugeordnet werden können.“

(Josef Wimmer, Mordkommission)

Die Familie hat nach Angaben der „TZ“ einen Zweitwohnsitz in der Nähe, der Mann sei dort spazieren gegangen und habe Pilze gesammelt.

Rekonstruktion des Tathergangs

Aus der Spurenlage formulierte die Staatsanwaltschaft eine Theorie zum möglichen Tathergang. Man habe es derzeit so bewertet, „dass wir von einem Totschlag ausgehen gegenüber der Mutter und von einer Mordhandlung bezüglich der Tochter im Rahmen der Verdeckungshandlung“, sagte Oberstaatsanwalt Ken Heidenreich.

Der Beschuldigte war am 21. Juli festgenommen worden und sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Er habe sich zum Sachverhalt nicht geäußert, sagte Heidenreich. „Derzeit gibt es auch keinen Antrag – um das vorwegzunehmen – auf eine mögliche Haftprüfung des Beschuldigten, sodass wir die Ermittlungen weiter vorführen.“

Polizei bittet um Hinweise aus Bevölkerung

Die Polizei bat die Bevölkerung weiterhin, sich mit Hinweisen an eine Polizeidienststelle zu wenden. Vor allem Personen, die ab Freitag, den 12. Juli, Beobachtungen im Bereich der Ottobrunner Straße 31 und im sogenannten Truderinger Forst gemacht haben, auch unscheinbare Dinge, wie Fußmatten, sollten sich umgehend melden.

Hinweis-Telefon der Polizei München: 089/2910-0

Bei der Leichensuche musste man sich bisher auf das Gebiet konzentrieren, wo es schon Hinweise gab, sagte Wimmer. Aber man könne jetzt auch nicht sagen, dass dieses ganze Gebiet abschließend abgesucht werden konnte. Er fügte hinzu, es gäbe eine herausragende Zusammenarbeit mit den russischen Behörden, um die familiäre Situation zu klären, da die beiden Frauen russische Staatsbürgerinnen sind. (reuters/red)


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