Der berühmte Maler Gu Kaizhi war auch bekannt unter seinem Spitznamen „Tigerführer“, ob dieser Tiger davon noch weiß?.Foto: Jiayi Wang / Epoch Times

Vater der chinesischen Malerei – „Führer der Tiger“

Von 21. Dezember 2013

Seit alten Zeiten kursiert In China eine wundersame Geschichte von einer Flussgöttin, Tigern und dem „Vater der chinesischen Malerei“. Eine Geschichte, die man glauben kann oder nicht. Bestehen bleibt in jedem Fall ein zauberhaftes Gedicht und ein faszinierendes Gemälde.

Der berühmte Maler Gu Kaizhi (顧愷之) aus der östlichen Jin Dynastie (317 – 420 n. Chr.), angesehen als der Vater der traditionellen chinesischen Malerei, hatte den Spitznamen „Hu tou“ (虎頭), oder „Tigerführer“.

Der Grund für seine Bekanntheit als „Tigerführer“, hatte mit einer Geschichte über Gus berühmtestes Werk zu tun, dem Gemälde „Luo Shen Tu“ (洛神圖), „Göttin des Luo-Flusses“.

Das Gemälde mit diesem Titel basiert auf einem Gedicht, mit dem selben Namen von Cao Zhi Zhi (曹植) (192 – 232 n. Chr.). Es spricht von der Liebe des Poeten für eine schöne Dame, die starb und von der er glaubte, sie sei ihm später als Göttin des Luo-Flusses erschienen.

Um sein Meisterwerk zu diesem Thema zu vollenden, ging der Maler Gu Kaizhi jeden Tag zum Flussufer, um dort zu malen, mit dem Wunsch, von der lieblichen natürlichen Kulisse inspiriert zu werden. Es war ein Ort, der auch häufig von Tigern aufgesucht wurde.

Eines Abends, als Gu gerade zusammenpacken und sich auf den Heimweg machen wollte, kräuselten sich Wellen an der Oberfläche des Sees und eine schöne Jungfrau erschien. Sie lächelte, während sie auf dem Wasser stand. Nach einem Moment wandte sie sich ab und verschwand.

Schnell nahm Gu seine Papierrolle und seinen Pinsel zur Hand, um diese Szene einzufangen. Aber binnen kurzem verlor der Pinsel die Haare. Gu ließ seine Hand niedersinken, da fühlte er etwas Weiches, Haariges. Er schnappte eine Handvoll und bemerkte, es waren feine Haare in gold-gelber Farbe.

Hocherfreut zog Gu ein Stück Faden aus seinem Gewand und band damit die Haare zusammen, um so einen Pinsel zu basteln und damit weiter zu malen.

Am nächsten Tag, am selben Ort, fand er einen großen, gelben Stein, der am Vortag noch nicht dort gelegen hatte. Der Stein sah aus wie ein am Boden liegender Tiger. Da Gu einen Platz suchte, um sich hinzusetzen und zu malen, setzte er sich wie selbstverständlich auf diesen Stein.

Von dem Moment an und so lange, bis Gu sein Gemälde fertiggestellt hatte, erschien am See jeden Tag ein neuer großer, gelber Stein. Allmählich war das Seeufer voll mit gelben Steinen in Tigerform. Seltsamerweise erschienen die Tiger in diesem Gebiet allmählich nicht mehr.

Passanten berichteten später davon, mehrere Tiger gesehen zu haben, die ruhig neben Gu Kaizhi lagen und ihm aufmerksam beim Malen zuschauten. Jeden Abend war der Boden von goldgelbem Tigerhaar bedeckt.

Diese Geschichte voller Geheimnisse und Wunder verbreitete sich weit und jeder glaubte, dass Gu Kaizhi der Führer aller Tiger sein müsse. So kam Gu Kaizhi zu seinem Spitznamen „Tigerführer“.



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