China: Nachbarn setzen Leben für Falun Gong aufs Spiel

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Das sind die 807 Siegel-Unterschriften von Einwohnern der Stadt Tianjin für die Freilassung eines ortsansässigen Falun Gong-Praktizierenden.Foto: Minghui
Epoch Times28. August 2013

In der nordchinesischen Stadt Tianjin haben 807 Einwohner in einer Unterschriftenaktion die Freilassung eines Falun Gong-Praktizierenden gefordert. Damit riskieren die Nachbarn des Mannes selbst, inhaftiert und gefoltert zu werden. Dennoch wagten sie diesen Schritt.

Die Polizei verhaftete Hua Lianyou und seine Frau am 24. April 2012 und plünderte das Haus der beiden. Dabei wurde Falun Gong-Literatur sowie ein Computer und Drucker konfisziert. Frau Tian wurde inzwischen freigelassen. Ihr Mann befindet sich jedoch seit 23. Mai 2012 in einem Hungerstreik, den er bis heute aufrecht erhalten hat – aus Protest gegen die Verfolgung von Falun Gong und gegen die unmenschliche Behandlung durch die Behörden.

Ein Gerichtsprozess, der keiner war

Ein Gerichtsprozess gegen Hua sollte am 11. September 2012 stattfinden. Die Beamten stahlen sich mit dem Gefangenen jedoch durch die Tiefgarage davon. Er wurde heimlich im Gefängniskrankenhaus zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Auch den Anwalt, der Hua hätte verteidigen sollen, hatte man im Vorfeld wirksam ausgeschaltet: Ihm waren alle relevanten Akten beschlagnahmt worden und die Behörden hatten gar die betreffende Anwaltskanzlei erpresst, ihn zu feuern. Zwei Ersatz-Verteidiger, die die Familie kurzerhand in Peking auftrieb, wurden aus der Verhandlung ausgesperrt. Der Urteilsspruch selbst wurde der Familie erst im Oktober mitgeteilt, einem Zeitpunkt, zu dem die 20-tägige Einspruchsfrist längst abgelaufen war.

Rettungsaktion für einen Halbverhungerten

Am 29. Mai konnte Tian ihren Mann im Krankenhaus des Gefängnisses besuchen und fand ihn schwach und abgemagert vor. Er war zwangsernährt und an eine Infusion gehängt worden.

Tian fordertet die sofortige Freilassung ihres Mannes aus gesundheitlichen Gründen, was von den Beamten abgelehnt wurde.

Freunde und Verwandte von Hua fingen daraufhin an, öffentlich 807 Unterschriften für eine Petition zu seiner Freilassung zu sammeln. Die Unterstützer unterschrieben mit ihren Namen und Daumenabdrücken in roter Tinte um ihren Nachbarn zu retten.

Trend zur offenen Solidarisierung

Allein dieses Jahr gab es fünf ähnliche Unterschriftenaktionen in China, eine davon mit über 10.000 Signaturen. „Die wachsende Zahl von Petitionen zeigt, dass die endlose Hass-Propaganda des Regimes gegen Falun Gong die chinesische Bürgerschaft viel weniger beeindruckt als früher“, sagt Levi Browde vom Falun Dafa Informationszentrum in New York. „Die Menschen durchschauen es mittlerweile.“

Die Kommunistische Partei Chinas verfolgt seit 1999 die Anhänger der buddhistischen Qigong-Bewegung Falun Gong durch Propaganda, Schikanen und rohe Gewalt. Auch Außenstehenden gehen hohe Risiken ein, wenn sie es wagen, die Verfolgten zu unterstützen. (red)



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