Chinas Diplomaten lassen die Kontrolle der Kommunistischen Partei hinter sich

Titelbild
Chen Yonglin, ehemaliger kommunistischer Diplomat, hält eine Rede bei der Kundgebung zur Feier des 20millionsten Austritts aus der KPC im Hyde Park, Sydney, Australien. (Foto: Epoch Times)
Von 25. April 2007

Sydney – Anlässlich einer Kundgebung am 14. April, zum 20millionsten Austritt aus der KP Chinas, gab Chen Yonglin, ehemaliger chinesischer Diplomat, der vor zwei Jahren aus der chinesischen Botschaft in Sydney geflohen ist, der Epoch Times ein Interview. Chen, der auch an der Kundgebung teilnahm, wurde zu seiner Sicht der jüngsten spektakulären Flucht in Kanada befragt.

Laut Chen entfliehen jedes Jahr mehrere Diplomaten der Kontrolle der KPC, der jüngste Fall in Ottawa, Kanada zog jedoch etwas mehr Aufmerksamkeit der Medien nach sich. Am 5. März dieses Jahres floh dort Zhang Jiyang, Frau eines chinesischen Diplomaten, aus der Botschaft um sich der Verfolgung durch die KPC zu entziehen. Am 30. März nahm sie an der feierlichen Kundgebung auf dem Capital Hill in Ottawa zum 20millionsten Parteiaustritt teil. Auf dieser Veranstaltung verkündete sie dann öffentlich ihren Austritt aus der KPC und allen ihr angeschlossenen Unterorganisationen.

Frau Zhang, eine 48 Jahre alte Falun Gong-Praktizierende, erregte die Aufmerksamkeit der Botschaft als sie, privat, Personen aus ihrem Umfeld über die wahren Umstände der Verfolgung Falun Gong-Praktizierender in China aufklärte. Die Botschaft ließ sie beobachten und forderte sie auf ihren Pass abzugeben. Zhang war unter Druck geraten und musste sich auch um ihr Schicksal sorgen, wenn sie nach China zurückkehren würde. Also verließ sie am 5. März die Botschaft um der Verfolgung durch die KPC zu entgehen. Das chinesische Ministerium für auswärtige Angelegenheiten reagierte sehr ungehalten auf diese Überläuferin und ließ durch den politischen Berater der chinesischen Botschaft in Kanada, Huang Huikang, verlauten, dass Frau Zhang gar kein echter Flüchtling sei und die kanadischen Behörden ihren Asylantrag ablehnen sollten. Huang beschuldigte sie auch des „Verrats an ihrem Land“ und dass sie ihren Ehemann und ihre Mutter sehr verärgert hätte.

REPORTER: Die Frau eines Diplomaten an der chinesischen Botschaft in Kanada ist kürzlich aus der Botschaft geflohen. Der politische Berater der Botschaft Huang Huikang beschuldigte sie des Landesverrats und dass sie ihren Mann und ihre Mutter sehr verärgert hätte. Was denken Sie darüber?

CHEN: Absoluter Unfug. Huang Huikang ist genauso hirnlos wie Fu Ying, oder er ist einfach ein erbärmlicher Wicht. (Fu Ying, chinesische Botschafterin in Australien erlangte eine gewisse, unrühmliche, Bekanntheit als sie 2005 nach der Flucht Chen Yonglins behauptete, er habe nichts zu befürchten auch wenn er nach China zurückkehre) Huangs Aussage ist gewissenlos und nur ein Versuch mit allen Mitteln Stimmung zu machen. Zhangs Flucht ist Untreue gegenüber der KPC, aber die KPC zu verlassen ist eine gute Tat für das öffentliche Wohl. Zhang hat interne Dokumente der KPC öffentlich gemacht in denen bestätigt wird, dass die chinesische Botschaft in Kanada an der Verfolgung von Falun Gong beteiligt ist; wie kann man das „Landesverrat“ nennen? Die brutale Verfolgung von Falun Gong ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, diese Gräueltaten öffentlich bekannt zu machen hilft Leben zu retten, wir können nur sagen Frau Zhang liebt ihr Land und ihre Mitbürger

REPORTER: Glauben Sie dass Zhangs Familie gegen ihre Flucht ist?

CHEN: Die Chance, dass ihre Familie gegen ihre Flucht ist, ist sehr gering. Möglicherweise können sie ihr Handeln jetzt nicht verstehen, oder können wegen der Gehirnwäsche durch die KPC ihre eigene Opposition aus Furcht nicht ausdrücken. Aber die Chinesen sind mutiger geworden als früher. Sie folgen nicht mehr unbedingt der Linie der KPC. Zhangs Flucht ist eine große Tat um Recht und Gerechtigkeit aufrecht zu erhalten. Ihre wundervolle Handlungsweise ist von großem Nutzen für ihr Land und auch für sie selbst, wie könnte ihre Familie dagegen sein? Es ist vorteilhaft für das Land, die Aufmerksamkeit auf die Menschenrechtsverletzungen durch die KPC zu lenken und durch internationalen Druck den Ruf nach Veränderungen zu unterstützen. Es ist vorteilhaft für sie, da sie dadurch ihre Freiheit erlangt hat. Der chinesische Autor Hu Shih sagte einmal: „Für die persönliche Freiheit zu kämpfen ist auch ein Kampf für die Freiheit in deinem Land. Nach der persönlichen Integrität zu streben bedeutet auch, nach der Integrität deines Landes zu streben. Wie könnte man ein Land der Freiheit und Gleichberechtigung aufbauen mit einer Bande von buckelnden Hofschranzen und Lakaien?“

Wenn Zhangs Ehemann und Mutter verärgert waren, hätte die KPC sie das selber sagen lassen sollen, ihnen ihr Recht auf freie Rede einräumen sollen Huang ist ein Vertreter der verbrecherischen Organisation der KPC, die sie im Ausland stationiert hat, wie könnte er da der Sprecher der Familie einer Falun Gong-Praktizierenden sein. In China wurden Falsch und Richtig, Schwarz und Weiß auf den Kopf gestellt.

REPORTER: Huang sagte den Medien, dass Zhangs Asylantrag falsch wäre und bat die kanadische Regierung ihn abzulehnen. Was meinen Sie, wie die kanadische Regierung damit umgehen sollte?

CHEN: Zhang hatte als Familienmitglied einen Diplomatenpass. Diesen Status zu nutzen um ihren Fängen zu entgehen ist für die KPC ein großes Ärgernis. Die kanadische Regierung und das Volk sollten das chinesische Volk in seinem Bemühen unterstützen für Freiheit und Demokratie zu kämpfen, die despotische, politische Macht der KPC zu überwinden und Zhang helfen sich bald in Kanada niederlassen zu können.

REPORTER: Sie sagten, dass viele Diplomaten und Offizielle auf Besuchstouren geflohen wären. Als ehemaliger hochrangiger Diplomat ist es für Sie unausweichlich, dass die KPC sie weiterhin verfolgt, aber wieso geht die KPC jetzt bei einem einfachen Familienmitglied eines Diplomaten so weit, wegen ihres Überlaufens, sogar ihren persönlichen Ruf ruinieren zu wollen?

CHEN: Es sind schon früher viele, auch hochrangige Mitglieder der KPC geflohen, aber ihnen allen ging es nur um ihre persönliche Freiheit, deshalb hat die KPC den Ball niedrig gehalten und die Überläufer quasi unter den Teppich gekehrt. Sie alle haben nicht öffentlich Stellung gegen die KPC bezogen. Die KPC war „not amused“, aber sie konnte damit leben. Als zum Beispiel im Jahr 2005 ein Arbeiter mit seiner gesamten Familie aus der Botschaft in Kanada floh, es aber kaum ein Echo in den Medien gab, haben sie es nicht weiter verfolgt. Zhang aber hat die sorgsam verborgen gehaltenen Aktivitäten der KPC offengelegt, auf einer hohen Ebene gegen die KPC gekämpft, an eine Menge wunder Punkte gerührt und Hand an die Wurzeln der Partei gelegt, so dass sie die KPC mehr als nur schwer verärgert hat. Die KPC möchte wohl alle Kraft gegen Frau Zhang einsetzen.

Soweit mir bekannt ist, wurde gleich nach Zhangs Flucht das gesamte „Krisenmanagement“ der Botschaft mobilisiert, mit der sie versuchte die weitere Entwicklung und die Folgen des Vorfalls zu kontrollieren. Sie kontrollierten sogar das gemeinsame Bankkonto von Zhang und ihrem Mann in Kanada. Die KPC ist vor allem besorgt, dass die Flucht eine Kettenreaktion auslösen könnte. Dieser Vorfall ist ein weiterer Riss in den Dämmen, die noch die Flut zurückhalten, in der die KPC fortgespült werden wird. Zweifellos ist jetzt ein guter Zeitpunkt für die Diplomaten der KPC um zu fliehen.

REPORTER: Warum ist jetzt so ein günstiger Zeitpunkt?

CHEN: Zwei Gründe: einer ist das krisengeschüttelte Festland-China. Pausenloser Aufruhr in allen Teilen des Landes, das Regime kann jetzt jederzeit kollabieren. Der zweite ist die Bedrohung des Weltfriedens durch die KPC, die sich von Tag zu Tag stärker manifestiert. Der Generalstabschef des Regimes Zhu Chenghu schwärmte von einem Atomkrieg, die KPC hat Tests zur Zerstörung von Satelliten mit Lenkraketen gemacht und ignoriert die atomare Aufrüstung Nordkoreas vollkommen. All das lässt die Menschen in den demokratischen Ländern das wahnsinnige und bösartige Wesen der selbstherrlichen KPC klar erkennen. Bedrängt von innen und außen ist die KPC im Augenblick sehr schwach. Wenn die Dämme erst einmal brechen, wird alles sehr schnell gehen. Die ausländischen Organisationen (der KPC) sind die weiche Flanke der KPC. Sie bieten eine Menge Möglichkeiten und sind gegen die freie Welt weniger abgeschottet, ohne dass die KPC etwas dagegen unternehmen kann. Aber auch die ausländischen Anti-KPC Organisationen sind erwachsen geworden und können Hilfe und Schutz für die Überläufer bieten. Die westlichen Länder folgen dem öffentlichen Druck (zur Unterstützung der Überläufer) und leisten dem auch keinen Widerstand. Wenn sie jetzt nicht fliehen, worauf wollen sie noch warten?

REPORTER: Vielen Dank für das Interview.

CHEN: Keine Ursache. Ich hoffe wir können Zhang helfen schnell eine neue Heimat zu finden.



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