Peking im Ausnahmezustand: Angst vor Terror bei Mega-Militärparade

Von und 20. August 2015 Aktualisiert: 20. August 2015 17:12
Die Leichtathletik-WM und eine Mega-Militärparade haben Peking gerade noch gefehlt: Durch den Terrorakt von Tianjin hat Chinas interner Machtkampf eine neue Stufe erreicht. Die Sicherheitsmaßnahmen bis zum 4. September sind exorbitant.

Nach der Explosion von Tianjin liegen bei Chinas Regime die Nerven blank: Was sich aktuell in Peking abspielt, hat mit dem normalen Sicherheits-Wahnsinn nichts mehr zu tun. Die Angst vor Terror und Putsch aus den eigenen Reihen ist enorm. Tausende Menschen kamen letzte Woche bei der Explosion ums Leben. Damit so etwas nicht wieder passiert, müssen Maßnahmen her wie nie. 

In Peking dürfen keine Gefahrgüter mehr produziert werden und alle Chemikalien müssen versiegelt gelagert werden – bis 6. September.

Hoffentlich läuft alles glatt 

Wir befinden uns gerade in „einem politisch sensiblen Zeitfenster“. Am 3. September soll in Chinas Hauptstadt eine Militärparade historischer Größenordnung stattfinden – zum 70. Jahrestag des Endes des 2. Weltkrieges. Staatschef Xi Jinping hat zu diesem Anlass die Parade vorgezogen, die traditionell am 1. Oktober (Gründungstag der Volksrepublik) stattfindet. Erstmals werden ausländische Staatschefs dabei sein. Xi demonstriert Macht über die Armee bewusst vor seinem USA-Besuch Mitte September.

"Hier gibt´s ohne Ausweis nichts zu Essen.""Hier gibt´s ohne Ausweis nichts zu Essen."Foto: Weibo

In Chinas Socialmedia geht zur Zeit das Foto eines Zettels um, mit dem ein Restaurant seinen Gästen mitteilt:

Wegen der Proben für die Parade am 3. September haben wir der Aufforderung des Polizeireviers Folge zu leisten: Bevor Sie Ihr Essen bestellen, müssen wir Sie mit Personalausweis und Handynummer registrieren.“

Auch für Überwachungs-gewohnte Pekinger ein starkes Stück.

Richtig kompliziert wird es für Autofahrer, die kein Kennzeichen B wie „Beijing“ haben:

Ab 20. August dürfen Privatautos aus anderen Städten nicht mehr innerhalb des fünften Schnellstraßen-Rings fahren. Die Innenstadt ist somit für Auswärtige tabu. Und LKWs haben völlig verloren, die dürfen nicht einmal in den sechsten Ring.

Am 2. und 3. September wird um den Platz des Himmlischen Friedens und die großen Einkaufsstraßen eine militärische Sicherheitszone errichtet: Totalsperrung.

Aber auch die Soldaten selbst stehen unter strengsten Auflagen: Für jede einzelne Fahrt mit einem Militärvehikel braucht man eine schriftliche Erlaubnis, die im Wagen mitzuführen ist. Vorher dürfen die Fahrzeuge nicht bewegt werden, denn da könnte ja sonst alles mögliche passieren – Putsch, Massenmord, Terror – es ist die Furcht vor dunklen Kräften aus den eigenen Reihen, die solche Regeln aufstellt. Militär, das von außerhalb nach Peking einfährt, wird ebenfalls strengstens kontrolliert.

Leute mit schlechten Absichten werden Unheil anrichten“

EPOCH TIMES und Bowen bekamen die Information, dass Xi Jinpings Chefsekretär Li Zhanshu schon am 12. August eine interne Warnung herausgab. Basierend auf geheimdienstlichen Quellen schrieb er: „Leute mit schlechten Absichten werden versuchen, im sensiblen Zeitfenster ab dem 12. August Unheil anzurichten und etwas Spektakuläres zu inszenieren.“ Noch am gleichen Abend explodierte das Chemie-Lager in Tianjin.

Die Oberste Führung will nun durch alle möglichen Sicherheitsvorkehrungen die Bevölkerung schützen, weil sie es für sehr wahrscheinlich hält, dass es auch in Peking zu einem Anschlag kommen könnte, so chinesische Zeitungen.

Das wahre Ausmaß des Tianjin-Terrors (tausende Tote!) wird derweil vertuscht, um die Menschen ruhig zu halten: Diese Reihe von Vorher-Nachher Fotos schockiert derzeit die Socialmedia: Wo sind die Leute, die hier gewohnt haben? Alle verbrannt, wie das hier verlinkte Video zeigt.

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Selbst Spielzeugflugzeuge verboten

Li Zhanshus Büro erließ folgende Sicherheitsauflagen: Die Post in Peking und Tibet muss ab sofort alle Pakete durchleuchten. Bei Expresspaketen muss die Identität des Empfängers festgestellt werden. Drohnen und Modellflugzeuge dürfen bis zum 5. September nicht mehr verschickt werden. Auch darf ab dem 22. August (Beginn der Weltmeisterschaft) bis 4. September kein Spielzeugflugzeug mehr in die Pekinger Luft. Flüge von Leichthubschraubern, Segelflugzeugen, Heißluftballons und anderen Fluggeräten sind verboten. Am Tag der Parade werden sogar beide Pekinger Flughäfen drei Stunden lang dicht gemacht und kein Flugzeug darf starten oder landen.

Entspannung nicht in Sicht

EPOCH TIMES und andere unabhängige chinesische Medien erhielten Hinweise, dass es sich bei der Explosion von Tianjin um eine Aktion der Jiang-Bande handelte, die zu Chinas internem Machtkampf gehört. Eine Entspannung in China ist derzeit nicht in Sicht. Weitere spektakuläre Ereignisse sind vorprogrammiert.

Wie ein Pekinger Regierungsinsider EPOCH TIMES exklusiv mitteilte, sollen Jiang Zemin, Chinas 89-jähriger Ex-Staatschef und seine Söhne bereits „festgesetzt“ worden sein. Beobachter erwarten nun, dass Jiangs Getreue versuchen werden, ihren Boss freizupressen.

Jiang hatte sich durch ein Netzwerk von Gefolgsleuten auch nach seinem Amtsausscheiden im Jahr 2004 wie ein Diktator im Hintergrund verhalten und Chinas Politik mitbestimmt. Hu Jintao führte deshalb jahrelang ein Marionetten-Dasein. Erst Xi Jinping, der seit Ende 2012 regiert, gelang es, aus Jiangs Schatten zu treten und massiv gegen dessen Seilschaften vorzugehen. Seine „Anti-Korruptions-Kampagne“ dient ausschließlich dem Zweck, Jiangs Einfluss über Militär, Wirtschaft und Finanzen zu beseitigen.

Verschwörungs-Propaganda made in China

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In US-amerikanischen Alternativmedien wurde nun die Theorie in Umlauf gebracht, dass es sich bei der Tianjin-Explosion um einen Vergeltungsschlag der USA für die Yuan-Abwertung handelte, die am 11. August begann. Ein wildes Gerücht, das die Handschrift der Jiang-Bande trägt.

Gut möglich, dass die USA Geheimwaffen besitzt, mit denen sie Ähnliches anstellen könnte. Aber in nur 24 Stunden Reaktionszeit so ein Event inszenieren? Würde eine Weltmacht derart spontan aus der Hüfte schießen? Hier haben Jiangs Leute einen Köder ausgelegt, um die internationale Öffentlichkeit von ihren eigenen Machenschaften abzulenken! Ähnliche PR-Arbeit begleitete schon frühere Ereignisse in China und die Westmedien fielen willig darauf herein.

Sollte Xi in nächster Zeit weitere ungewöhnliche Maßnahmen ergreifen, dann nicht wegen US-Geheim-Attacken, sondern um die Feinde in den eigenen Reihen auszuschalten. Fairerweise muss jedoch gesagt werden, dass Jiang Verbindungen zur US-Hochfinanz pflegte …

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