Chinas Automarkt läuft sich lauwarm: Umsatzrückgänge auf Automesse „Auto Guangzhou“

Epoch Times27. November 2014 Aktualisiert: 27. November 2014 12:48

Chinas eben noch boomender Automarkt kühlt sich ab – die aktuelle Auto Guangzhou, eine internationale Messe für Händler, Verbraucher und Zulieferer gibt dafür beredtes Zeugnis: Die Euphorie von früher ist abgeklungen. Es kamen signifikant weniger Besucher, es wurden weniger Autos verkauft und die beliebtesten Highlights waren die Auto-Modenschauen. Zwar lieferten sich viele Hersteller eine regelrechte Rabattschlacht um Kunden und Umsatzziele – doch auch dies zog nicht richtig.

Zwar wachsen auf Chinas Automarkt, dem größten Automarkt der Welt, immer noch die Umsätze – aber die Prozentzahlen werden immer weniger. Die „Wirtschafts und Finanzzeitung Nr. 1.“ berichtete am 26. November über die 12. Automesse in der südchinesischen Millionenmetropole Guangzhou.

„In den vergangenen Monaten ist das Geschäft immer schlechter gelaufen“, sagte ein Händler einer internationalen Marke zu dem Medium. „Normalerweise spricht man vom goldenen September und silbernen Oktober, die jedoch dieses Jahr ausgeblieben. Wir konnten kein Umsatzwachstum verzeichnen“, Er vermutet, dass die China-Umsätze seines Unternehmens im November und Dezember weiter nach unten rutschen. Hauptgrund für den schlechten Umsatz ist seiner Meinung nach, dass auf dem Markt die Nachfrage storniert und sich die Konsumenten nicht für den Autokauf begeistern können.

Auch andere Händler auf der Auto Guangzhou erwarteten Umsatzrückgänge und Minus-Ergebnisse für November und Dezember.

Chinas Automarkt wächst immer langsamer

Der Verband der chinesischen Autoindustrie veröffentlichte eine Statistik über die Menge der verkauften Automobile zwischen Januar bis Oktober 2014: Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 19,2701 Millionen Autos in China hergestellt. Verkauft wurden indessen 18,9881 Millionen Fahrzeuge. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg die Produktion um 7,93 Prozent und der Verkauf um 6,58 Prozent. Das Wachstum hat sich jedoch halbiert. Im Jahr 2013 wuchs die Autoproduktion 14,8 und der Verkauf 13, 9 Prozent.

Marken schrauben Verkaufsziele zurück

Viele Autohersteller haben angesichts dieser Entwicklung ihre Verkaufsziele zurückgeschraubt. Toyota zum Beispiel senkte die Erwartungen für sein chinesisches Joint Venture FTMS von 660.000 Stück auf 620.000. Honda schrumpfte sein Verkaufsziel von 900.000 auf 800.000 Stück. Nissan will statt der geplanten 1,4 Millionen 1,27 Millionen Autos in China verkaufen.

Auch die Zulassungen gehen zurück

Ein weiteres, typisch chinesisches Phänomen zeigt ebenfalls die Abkühlung auf dem Automarkt: Bei den Versteigerungen von Autokennzeichen sinken die Endpreise drastisch. Normalerweise zahlt man in China mindestens den Ausgabepreis von 10.000 Yuan (rund 1250 Euro) für ein Kennzeichen. Weil die Chinesen gerne ihre persönlichen Glückszahlen am Auto haben wollen, zahlen sie mehr und die Kennzeichen werden versteigert. Die begehrte Zahlenkombination „8888“ ist ihnen bis zu einer halben Million Yuan wert.

Am 25. November bot die Stadt Guangzhou 5749 Autokennzeichen an, von denen nur 4578 versteigert wurden, über 1000 fanden keinen Käufer. Seit Juli sank der Kennzeichenpreis kontinuierlich von durchschnittlichen 18.310 Yuan auf nur 11.207 Yuan im November. (yz / rf)

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