Chinesische Arbeiterinnen.Foto: iStock

Ein bitteres neues Jahr in China: Entlassungswelle rollt

Von 8. Februar 2019 Aktualisiert: 8. Februar 2019 13:58
Für den chinesischen Neujahrsbeginn am 5. Februar ist die ganze Woche im Reich der Mitte frei. Viele Chinesen müssen die Neujahrsfeiertage allerdings mit schlechten Nachrichten verbringen.

Der Bonus zum Jahresende ist ein wichtiger Bestandteil des Einkommens vieler chinesischer Angestellten geworden. Damit feiern sie das traditionelle Neujahr feiern und kaufen Geschenke für Familie und Verwandte.

Doch das neue Jahr, das Jahr des Schweins, bringt in dieser Hinsicht nur wenig Glück.

Verglichen mit den rund 66 Prozent, die 2017 von Zhaopin befragt wurden und die angaben, Boni zu erhalten, sank die Zahl der Arbeiter, die zusätzliches Geld für das neue Jahr des Schweins erhielten, 2018 um 11 Prozent.

Büro in drei Minuten nach Entlassung räumen

Zudem rollt gerade zum Neujahrsfest eine Entlassungswelle über China. In den Sozialen Medien reißen die Klagen von Arbeitern, die kurz vor dem Jahreswechsel entlassen wurden, nicht ab. Seit November 2018 sind die Sozialen Netzwerke in China voll von Berichten über große Entlassungswellen im Technologiesektor.

Darunter sind Tech-Giganten Alibaba und Tencent, E-Händler JD.com, die Suchmaschine Baidu, Zhihu, eine quora-ähnlichen Website, oder die Live-Videoplattform Douyu. Alle diese Unternehmen leugneten die Nachricht jedoch und erklärten, dass sie einfach nur Strukturoptimierung betreiben.

Die entlassenen Mitarbeiter von Zhihu berichteten, dass ihnen die Arbeitsrechner oder Laptops sofort nach Bekanntgabe ihrer Entlassung weggenommen wurden. Ihre Mitarbeiterkarten funktionierten am selben Tag bereits nicht mehr. Die entlassenen Mitarbeiter der Webshopping-Seite Meituan Dianping beschwerten sich darüber, dass sie aufgefordert wurden, das Büro innerhalb von drei Minuten zu verlassen.

Viertgrößtes Webportal entlässt Hälfte seiner Programmierer

Einer der meistdiskutierten Social-Media-Posts stammt von einem entlassenen Mitarbeiter von „Netease“, einem der vier größten chinesischen Webportale. Ein Mitarbeiter berichtet, dass er am 1. Februar – nur vier Tage vor dem chinesischen Neujahr – entlassen wurde. Er sagte, dass Netease die Zahl Arbeitsplätze in seinem Online-Shop-Bereich von 1.400 auf 900 reduzieren will.

Einige Kollegen wurden zusammen mit ihm entlassen. Allein in der  der ersten Arbeitswoche des neuen Jahres dürften mehr als 400 Mitarbeiter entlassen würde. Im technischen Team wird die Hälfte der 400 Programmierer entlassen.

Seine Worte erregten die Aufmerksamkeit vieler Netease-Mitarbeiter, die ihre eigenen Geschichten über Entlassungen kommentierten.

Einige von ihnen gaben an, eine Kündigungsentschädigung von „N+1“ erhalten zu haben, was der Anzahl der Dienstjahre im Monatslohn plus einem Monat entspricht. So erhält beispielsweise ein entlassener Mitarbeiter ein Sechsmonatsgehalt als Ausgleich, wenn er fünf Jahre bei Netease gearbeitet hat.

Einige Netease-Mitarbeiter, die Anfang 2018 zu Netease kamen, sagten, dass ihnen das Achtfache ihres Monatsgehalts als Jahresendzulage zugesagt worden war. Doch jetzt würden sie ohne den Bonus nur noch ein Monatsgehalt als Ausgleich erhalten.

Netease sagte, seine Online-Shop-Abteilung werde gerade „strukturoptimiert“ stehe. Das bedeutet, dass sie unerwünschte Mitarbeiter entlassen.

Arbeitslosigkeit ist in China auch bei den Behörden ein Tabuthema

Ning Jizhe, Direktor des chinesischen National Bureau of Statistics, sagte am 21. Januar, dass Chinas Arbeitslosigkeit im Jahr 2018 etwa 5 Prozent betrug, was dem Jahr 2017 ähnlich ist.

China berechnet die Zahl der Arbeitslosen nur als diejenigen, die bei der Regierung Arbeitslosenhilfe beantragen. Nur Männer im Alter von 16 bis 50 Jahren und Frauen im Alter von 16 bis 45 Jahren haben Anspruch darauf.

Das chinesische Regime betrachtet Arbeitslosigkeit als Tabuthema – da sie auf soziale Instabilität hinweist. Politische Beobachter glauben daher, dass die tatsächliche Arbeitslosigkeit weitaus höher ist.



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