Nach Protesten: Ungarn zieht möglicherweise Pläne für Fudan-Universität in Budapest zurück

Epoch Times8. Juni 2021 Aktualisiert: 9. Juni 2021 13:10

Ungarn scheint bei den Plänen, eine chinesische Universität in der Hauptstadt Budapest zu bauen, einen Rückzieher zu machen. Den Grund dazu lieferten Tausende Demonstranten, die am Wochenende auf die Straße gingen und die ungarische Regierung beschuldigten, sich bei Peking einzuschmeicheln. 

Gegner von Ministerpräsident Viktor Orbán befürchten, dass der geplante private, 2 Milliarden US-Dollar teure Campus die Qualität der Hochschulbildung untergraben und Peking helfen könnte, seinen Einfluss in Ungarn und der Europäischen Union zu vergrößern.

Ein hochrangiger Orbán-Berater sagte am späten Sonntag gegenüber „Reuters“, die Universität befinde sich noch nicht einmal in der Planungsphase. Sobald der Plan Gestalt annehme, was für Anfang 2023 vorgesehen sei, könne er einem Referendum unterzogen werden.

„Sobald die Bedingungen des Projekts bekannt sind, unterstützen wir ein Referendum in Budapest, um zu entscheiden, ob die Einheimischen die Fudan-Universität hier haben wollen“, sagte Gergely Gulyás, Orbáns Stabschef, am späten Sonntag dem regierungsnahen Nachrichtenportal „Mandiner“.

Orbán hat in den letzten Jahren freundschaftliche Beziehungen zu Peking aufgebaut, einschließlich massiver gemeinsamer Geschäftsprojekte. Ungarn hat in diesem Jahr sogar mehrmals Erklärungen der Europäischen Union blockiert, die Chinas Bilanz in Sachen Menschenrechte kritisieren.

Medienberichten zufolge war die Regierung bereit, den Bau des ersten Campus einer Fudan-Universität in Europa mit chinesischem Kredit zu bezahlen. Der Campus würde ein geplantes lokales Studentenwohngebiet verdrängen.

Gergely Karácsony, der oppositionelle Bürgermeister von Budapest und ein Spitzenkandidat, um Orbán bei den Wahlen im nächsten Jahr herauszufordern, sagte am Samstag, der Universitätsprotest sei ein Symbol dafür, dass die Ungarn schwerwiegende Regierungsentscheidungen ablehnen.

„Obwohl uns in Sachen Menschenrechte Welten trennen … wollen wir einfach nicht, dass eine chinesische Eliteschule auf Kosten der ungarischen Steuerzahler gebaut wird“, sagte Karácsony auf der Kundgebung am Samstag.

Ein Pressesprecher der chinesischen Botschaft in Ungarn, der seinen Namen nicht nennen wollte, kritisierte die Kommentare des Bürgermeisters auf der Facebook-Seite der Botschaft.

„Am helllichten Tag ist es ungehörig, die inneren Angelegenheiten eines anderen Landes zu kritisieren, besonders wenn ich einige Schlüsselwörter in seiner Rede gehört habe, wie ‚Proteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens‘, ‚Demokratie‘ und ‚Menschenrechte‘“, schrieb der Beamte.

Ungarn blockierte schon viermal eine EU-Erklärung, in der Pekings neues Sicherheitsgesetz in Hongkong kritisiert wurde. Das Land untergrub damit die Bemühungen der EU, Pekings Einschränkung der Freiheiten in der ehemaligen britischen Kolonie entgegenzutreten. (sza)

(Mit Material von The Epoch Times USA)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Unsere Buchempfehlung

Die KP China ist keine politische Partei oder Regierung im normalen Sinne. Sie repräsentiert nicht das chinesische Volk, sondern das kommunistische Gespenst. Sich mit der Kommunistischen Partei Chinas zu identifizieren und ihr die Hand zu reichen, bedeutet, sich mit dem Teufel zu identifizieren.

China und die Welt stehen an einem Scheideweg. Für das chinesische Volk kann von dieser Partei, die unzählige Blutschulden hat, keine wirklichen Reformen erwartet werden. Das Land wird nur dann besser dran sein, wenn es frei von der Partei ist. Das Ende der Herrschaft der KP Chinas bedeutet allerdings nicht gleichzeitig das Ende des chinesischen Volkes.

Tatsächlich ist die KP Chinas der Feind der gesamten Menschheit. Den Ambitionen dieser Partei zu widerstehen, bedeutet, die menschliche Zivilisation und die Zukunft zu retten. Im Kapitel 18 des Buches „Wie der Teufel die Welt beherrscht“ geht es um Chinas Griff nach der Weltherrschaft. Hier mehr zum Buch.

Jetzt bestellen - Das dreibändige Buch ist sofort erhältlich zum Sonderpreis von 50,50 Euro im Epoch Times Shop

„Wie der Teufel die Welt beherrscht“ untersucht auf insgesamt 1008 Seiten historische Trends und die Entwicklung von Jahrhunderten aus einer neuen Perspektive und analysiert, wie der Teufel unsere Welt in verschiedenen Masken und mit raffinierten Mitteln besetzt und manipuliert hat.

Gebundenes Buch: Alle 3 Bände für 50,50 Euro (kostenloser Versand innerhalb Deutschlands); Hörbuch und E-Book: 43,- Euro.

Weitere Bestellmöglichkeiten: Bei Amazon oder direkt beim Verlag der Epoch Times – Tel.: +49 (0)30 26395312, E-Mail: [email protected]

Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion