Das Open-Air-Theaterspektakel vom 1. bis 4. Oktober in Berlin

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin. Wir wissen nicht, ob die Riesen des französischen Theatergenies Jan Luc Courcoult dieses Lied auf ihrer Reise nach Berlin angestimmt haben. Schließlich mussten sie in Einzelteilen transportiert werden. Nun sind sie aber schon angekommen und bereiten sich auf dem stillgelegten Tempelhofer Flugplatz für ein „riesiges“ Spektakel vom 1. bis 4. Oktober in der Stadt vor.

Die Riesen kamen nach Berlin, um hier in einer viertägigen Straßeninszenierung Briefe zu verteilen. Briefe, die in der Zeit der Teilung Deutschlands von der DDR-Stasi abgefangen wurden. Im 20. Jahr nach dem Mauerfall will die „kleine“ Riesin den Postboten spielen und einige dieser Briefe wieder verteilen. So richtig klein ist die Riesin allerdings auch nicht. Gigantische, bis zu 15 Meter große Marionetten werden durch Berlin wandern!

Die legendäre Straßentheater-Compagnie Royal De Luxe mit ihren Marionetten zieht unter anderem am Schlossplatz, am Roten Rathaus, am Potsdamer Platz und am Brandenburger Tor vorbei. Die Kleine Riesin und der Große Riese werden mit ihrem Märchen vom Wiederfinden nach langer Trennung die Emotionen der friedlichen Revolution von 1989 wieder aufleben lassen.

„Ein Geschenk an die Stadt“, nennt Brigitte Fürle, Künstlerische Leiterin von spielzeit’europa, das Event, „an ihre Bewohner und an alle Zuschauer von nah und fern. Ein Oktobermärchen für Berlin.“ Insider vergleichen schon jetzt die Inszenierung mit der Verhüllung des Reichstags.

Regisseur Jan Luc Courcoult verriet auf einer Pressekonferenz nur so viel, dass er die Fäden des Zusammenspiels während der ganzen Wanderung durch Berlin in der Hand behalten wird. Da so viele Menschen an den Marionettenfäden ziehen müssen, passieren immer wieder Überraschungen, er allein hält dann den Zauberstab in der Hand, dem die vielen Helfer folgen. „Die Stärke einer Theatertruppe kann man messen an dem Vertrauen zu ihrem Leiter“, sagt er dazu. „Für mich ist es immer wieder eine überwältigende Erfahrung, meine Emotionen nach außen geben zu können. Ich war ein ganz schüchternes Kind, aber ich war und bin immer voller Emotionen, die mir zu Kopfe steigen.“ Schüchtern wirkte er nun mit 55 Jahren durchaus nicht mehr.

„Die Kleine Riesin und der Große Riese werden Magie nach Berlin bringen.“ So Joachim Sartorius, Intendant der Berliner Festspiele. Er lachte nur, als über Geld gesprochen wurde und neben den Sponsoren auch die öffentlichen Gelder in Millionenhöhe ins Spiel kamen. Es fiel das schöne Wort von der „Umwegrentabilität“. Denn zwar kann jeder Besucher oder Berliner, wenn er einen „aussichtsreichen“ Straßenplatz im Gedränge findet, diesen auch ohne Eintritt genießen. Die Stadt aber hofft natürlich auf einen kräftigen Touristenstrom und Umsatz für Berlin. Wohlverdient bei so viel Engagement.

Ein RIESEN-Trailer zeigt erste beeindruckende Bilder dieser „Generalprobe“ für Berlin.
http://www.riesen-in-berlin.de/die-riesen-kommen/trailer.html

Donnerstag, 1. Oktober
Seltsame Vorzeichen auf dem Schlossplatz und dem Pariser Platz künden von der Ankunft der Riesen.
Freitag, 2. Oktober
Vor dem Roten Rathaus wird die Kleine Riesin vom Berliner Bürgermeister persönlich willkommen geheißen. Sie hat einen großen Postsack mit nie zugestellten Briefen dabei und ist auf der Suche nach ihrem Onkel, dem Großen Riesen, den sie viele Jahre nicht gesehen hat. Zu Fuß und in ihrem Weltmeere-Boot macht sie sich auf den Weg. Sie erkundet die Gegend bis zum Bebelplatz und Gendarmenmarkt, am Abend schläft sie im Lustgarten ein.
Samstag, 3. Oktober
Während die Kleine Riesin zum Checkpoint Charly und Potsdamer Platz unterwegs ist, taucht im ehemaligen Westteil der Stadt der Große Riese als Tiefseetaucher am Humboldthafen neben dem jetzigen Hauptbahnhof aus dem Wasser. Auf der Suche nach seiner kleinen Nichte bewegt er sich durch die Straßen in Richtung Siegessäule. Am späteren Nachmittag treffen sich Onkel und Nichte, die jahrelang voneinander getrennt waren, am Brandenburger Tor wieder
Sonntag, 4. Oktober
Vom Brandenburger Tor aus, die Straße des 17. Juni entlang findet eine große Glücksparade der beiden einander wiedergefundenen Riesen statt. Endlich spuckt auch der riesige Postsack seine lange unterschlagenen Briefe aus. Die Kleine Riesin und der Große Riese spazieren gemeinsam zur Spree und fahren mit einem Boot davon.

(Albrecht Grüß)
(Albrecht Grüß)
Quelle: https://www.epochtimes.de/feuilleton/kultur/das-open-air-theaterspektakel-vom-1-bis-4-oktober-in-berlin-a493512.html