Armeefahrzeuge der Roten Armee waren in Prags Altstadt stationiert. Hier im Januar 1969 während der Beerdigung des Studenten Jan Palach, der sich selbst verbrannt hatte als Fanal gegen die Besetzung durch die sowjetischen Truppen. Nach dem „Prager Frühling“, dem vergeblichen Versuch, den Kommunismus zu reformieren und zu demokratisieren, waren am 20. August 1968 sowjetische Truppen in Prag einmarschiert. Erst nach dem Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 fanden die Staaten des Ostblocks die Kraft, die kommunistischen Regime unblutig zu beenden.Foto: GERARD LEROUX/AFP/Getty Images

Das Prager Museum des Kommunismus

Von 11. November 2005 Aktualisiert: 5. September 2017 11:19
Erinnerung an die Vergangenheit

Es mag zwar in einem der außergewöhnlichsten Gebäude im Zentrum Prags gelegen sein, aber das Museum des Kommunismus ist ein echtes Goldstück. Mit den Stiegenaufgängen und gruseligen Ausstellungen ist es nicht nur ein Testament der Leiden unter dem Kommunismus der Prager Bevölkerung, sondern auch eines des ganzen Landes. Die kommunistische Machtergreifung fand 1948 statt und dauerte bis 1989.

Prag, das Goethe als „den wertvollsten Edelstein in einer Krone aus Städten“ bezeichnete, ist die Hauptstadt der Tschechischen Republik und der Mittelböhmischen Region.

Nach zwölf Jahrhunderten seines Bestehens, zeigt es uns heute ein Labyrinth mittelalterlicher Gässchen, gotischer Türme und Turmspitzen aus der Renaissance, barocke Gärten, opulente Paläste, vergoldete Dächer, Kanzeln und Kuppeln so weit das Auge reicht.

Den Stiegenaufgang im Museum des Kommunismus, findet man im Palast Savarin, nahe der Na Prikope. Was einst ein Burggraben war, der die Altstadt von der neuen Stadt trennte, gehört heute zu den elegantesten Einkaufsstraßen in der Innenstadt Prags. Die genaue Adresse ist Na Prikope 10, 1. Etage.

Der in Amerika geborene Glenn Spicker ist der Erbauer und Direktor des Museums. Zwölf Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer öffnete er die Tore des Museums. Spicker, der aus Hartford in Connecticut stammt, war gerade zu der Zeit der Samt-Revolution, die das kommunistische Regime in der Tschechoslowakei beendete, in Europa. Als er in Prag ankam, nutzte er die Gunst der Stunde und eröffnete verschiedene Geschäfte, einen Jazz Club sowie mehrere Bars und Restaurants. Als Spicker auffiel, dass die Tschechen nicht über die kommunistische Vergangenheit reden wollten, reifte in ihm der Gedanke, dass ein Museum, das die junge tschechische Bevölkerung an die Erlebnisse ihrer Eltern erinnern sollte, doch wichtig sei.

In den drei Haupträumen – Der Traum des Kommunismus; Die Realität; Der Alptraum – sind authentische Artefakte aufgestellt. Außerdem gibt es einen Kinoraum in dem Filme, Interviews mit ehemaligen politischen Gefangenen, Propagandafilme und Erziehungs- und Vortragsfilme gezeigt werden.

Klobouk, ein Überlebender des Kommunismus, sagte: „Die jungen Leute müssen unbedingt daran erinnert werden was ihre Eltern und Großeltern erlebt haben.“

Der Designer des Museums, Jan Kaplan, kümmerte sich darum, dass das Arbeitszimmer, der Geschäftsladen, die Schulklasse und der Befragungsraum so aussahen wie

in den frühen Fünfzigern des 20. Jahrhunderts. Während man die Exponate betrachtet, kann man Radioübertragungen aus dieser Zeit anhören.

Der Besucher des Museums, ob tschechisch oder nicht, kann sich durch die Überreste – den leeren Geschäftsladen, den Befragungsraum und die ganzen Nachbauten – einen kleinen abe reindrucksvollen Einblick in diese Zeit verschaffen.



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