Corona-Impfung für Kleinkinder: Risiko für Krampfanfälle steigt kurz nach dem Pieks

Seit der ersten Corona-Impfung Ende 2020 sind bereits mehr als drei Jahre vergangen. Langzeitstudien entdecken nun immer mehr Nebenwirkungen – sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern.
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Die US-Arzneimittelbehörde stellte eine weitere Nebenwirkung der COVID-19-Kinderimpfung fest.Foto: DragonImages/iStock
Von 27. März 2024

Kleinkinder und jüngere Kinder haben kurz nach der COVID-19-Impfung ein erhöhtes Risiko für Krampfanfälle. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie der US-amerikanischen Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde FDA.

Der Studie zufolge war die Häufigkeit von Fieberkrämpfen bei Kindern innerhalb eines Tages nach einer Moderna-Impfung 2,5 Mal höher als bei denselben Kindern acht bis 63 Tage nach der Impfung. Dieses Risiko war „signifikant erhöht“, meinten die Studienautoren in einer Vorabveröffentlichung, in der die Ergebnisse beschrieben wurden.

Das Risiko für Fieberkrämpfe war auch im Zeitraum von einem Tag nach einer Impfung von Pfizer/BioNTech höher als in dem Zeitfenster von acht bis 63 Tagen nach der Impfung. Dieses erhöhte Risiko war jedoch statistisch nicht signifikant, so die Forscher.

Fieber: Häufige Nebenwirkung der Corona-Impfstoffe

Fieber ist eine häufige Nebenwirkung der COVID-19-Impfstoffe. In der klinischen Studie von Pfizer litten beispielsweise 19 Prozent der Kinder im Alter von zwei bis drei Jahren nach einer zweiten Dosis an Fieber. Fieber kann in einigen Fällen zu Krampfanfällen führen.

Die Studie war eine Selbstkontrolle einer früheren Untersuchung. Dabei analysierten Richard Forshee, stellvertretender Direktor des FDA-Büros für Biostatistik und Arzneimittelüberwachung, und andere Forscher Daten aus kommerziellen Datenbanken. 

Die Daten stammten von CVS Health (von Juni 2022 bis März 2023), Optum (von Juni 2022 bis Mai 2023) und Carelon Research (von Juni 2022 bis Februar 2023). Die Kinder waren zwischen zwei und fünf Jahren alt. Ferner schlossen die Forscher Kinder aus, die mehr Dosen als zugelassen erhalten hatten.

Eine ungeimpfte Kontrollgruppe gab es in der Untersuchung nicht.

Zwei-Tage-Fenster nach der Impfung

In einer früheren Studie konnten die Forscher bei Kindern im Alter von zwei bis vier Jahren nach einer Pfizer-Dosis und bei Kindern im Alter von zwei bis fünf Jahren nach einer Moderna-Dosis Krampfanfälle als Sicherheitssignal identifizieren. Ein Sicherheitssignal ist ein Hinweis darauf, dass ein Leiden mit der Impfung zusammenhängen könnte.

Die meisten Krampfanfälle, die in der vorherigen Studie festgestellt wurden, waren Fieberkrämpfe. Deshalb beschlossen die Forscher, die Verbindung zwischen den Krämpfen und den COVID-19-Impfstoffen näher zu untersuchen. 

Die Studienautoren verwendeten in der aktuellen Studie ein Zwei-Tage-Fenster. Damit wollten sie sicherstellen, dass die Anfallsfälle „eher mit der Impfung als mit anderen Ursachen in Verbindung gebracht werden können“.

In der Studienpopulation gab es 88 Fieberkrämpfe nach der Pfizer-Impfung. Sieben dieser Fälle traten am Tag der Impfung oder am Tag danach auf. 67 Fälle ereigneten sich nach der Moderna-Impfung – zehn davon innerhalb des Zwei-Tage-Fensters.

Die Wissenschaftler schlossen Krampfanfälle von der Primäranalyse aus, die zwei bis sieben Tage nach der Impfung auftraten.

Sekundäranalyse mit einem Sieben-Tage-Fenster

In der Sekundäranalyse nutzten die Studienautoren ein längeres Risikointervall von zwei bis sieben Tagen nach der Impfung. Dabei traten Krampfanfälle nach der Verabreichung beider Impfstoffe auf.

Nach Pfizer: 

  • 103 Fieberkrämpfe, 
  • 135 Krampfanfälle, 

einschließlich innerhalb von sieben Tagen:

  • 22 Fieberkrämpfe,
  • 32 Krampfanfälle. 

Nach Moderna:

  • 78 Fieberkrämpfe, 
  • 106 Krampfanfälle, 

einschließlich innerhalb von sieben Tagen: 

  • 21 Fieberkrämpfe, 
  • 28 Krampfanfälle.

Diese Ergebnisse waren nach einer statistischen Anpassung der Daten weder bei dieser noch bei anderen Sekundäranalysen statistisch signifikant.

Die FDA ließ Ende 2023 angepasste Versionen der Impfstoffe von Pfizer, Moderna und Novavax zu. Diese derzeit erhältlichen angepassten Impfstoffe wurden in der aktuellen Studie jedoch nicht erfasst.

Wissenschaftlich schwach: Die Zahl der Fälle ist zu gering

Laut den Studienautoren gehöre zu den Schwächen der Studie die geringe Zahl der Fälle. Dem stimmte auch Dr. Harvey Risch zu. Er ist emeritierter Professor für Epidemiologie an der Yale School of Public Health und war nicht an der Untersuchung beteiligt.

„Diese kleine Anzahl ist nicht groß genug für eine zuverlässige statistische Analyse, was die Arbeit wissenschaftlich schwach macht“, meinte der Epidemiologe in einer E-Mail an Epoch Times.

Obwohl die Forscher ein erhöhtes Risiko für Krampfanfälle feststellten, empfehlen sie die Corona-Impfung für Kleinkinder auch weiterhin. Ihnen zufolge sei „das Sicherheitsprofil der monovalenten mRNA-Impfstoffe auf der Grundlage der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse für die Anwendung bei Kleinkindern günstig“.

In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission momentan keine COVID-19-Impfung für gesunde Säuglinge und Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Aber sie sieht auch „keine besonderen Sicherheitsbedenken bei der Impfung von Kindern und Jugendlichen, doch potenzielle unerwünschte Ereignisse (wie z. B. Myokarditiden) können auch in dieser Altersgruppe nicht mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen werden“.

Die FDA finanzierte die Studie. Der korrespondierende Autor, Richard Forshee, reagierte nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. Die FDA lehnte eine Stellungnahme ab. Moderna und Pfizer antworteten nicht auf Anfragen.

Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Higher Risk of Seizures in Toddlers Shortly After COVID Vaccination: FDA Study“. (redaktionelle Bearbeitung as)



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