Auf ein Wort: „Tausche alte Heizung gegen neue Regierung“

Titelbild
Während der Kundgebung in Berlin am 3. Oktober 2023.Foto: Alexander Gereg / Epoch Times
Von 7. Oktober 2023

Liebe Leser,

die einen feierten in Hamburg, die anderen gingen in Berlin auf die Straße – oder in Städten wie Gera, München oder Mödlareuth. Und Millionen andere verbrachten den Tag der Deutschen Einheit zu Hause. Mit einem Brückentag zusammen gelang ihnen ein freies verlängertes Wochenende. 

In Hamburg trafen sich Politiker und Staatsgäste in der Elbphilharmonie. In den Reden fielen Sätze wie „neue Wege zu gehen, Horizonte zu öffnen“, „Offenheit, Veränderungsbereitschaft und Zuversicht sind dafür nötig“. 

Kanzler Scholz schrieb auf X: „Wir verdanken dem Mut der Ostdeutschen viel: Sie schenkten unserem Land seine Einheit in Frieden und Freiheit. Auch in herausfordernden Zeiten wie diesen geht es darum, Horizonte zu öffnen.“

In Berlin wurde derweil auf einer großen Kundgebung und von vielen Rednern gefordert, dass die Regierung endlich ihre Arbeit macht, sich für ihre Taten in der Corona-Zeit verantwortet sowie für ihre Entscheidungen und deren Folgen für die Wirtschaft – oder zurücktritt.

Auf Transparenten stand: „Politiker sollen haften.“ Es hieß nicht „Wir sind das Volk“ wie vor 33 Jahren, sondern „Wir sind die rote Linie“. Plakate erklärten: „ReGIERung, ihr seid gefeuert“, „Die Ampel, Ballast der Republik“, „Tausche alte Heizung gegen neue Regierung“ und „Menschen weigert Euch Feinde zu sein!“ Und was die Ukraine angeht, solle man „lieber einen Diplomaten schicken statt einer Rakete. Oder auch mehr Diplomaten“.

Meinte Olaf Scholz mit seinem Tweet jenen Mut, der in Berlin zu sehen war?

Ich habe es nicht gezählt, doch in Berlin waren vermutlich auf der Kundgebung mehr Deutschlandfahnen zu sehen als in ganz Hamburg, begleitet von blau-weißen Friedensfahnen und bunt gekleideten Menschen. Wie sah es beim offiziellen Festakt in der Elbphilharmonie aus? Schwarz wie eine Beerdigung. Zeitweise exakt eine Deutschlandfahne, eingerahmt von einer Europa- und der Hamburg-Flagge. Für das Konzert wurden sie weggeräumt.

Andere Staaten feiern ihren Nationalfeiertag mit Fliegerstaffeln, die ihre Nationalflagge in den Himmel zeichnen. Mit riesengroßen Paraden vor ihren Denkmalen und auf den wichtigsten Plätzen, mit tagelangen Volksfesten. Selbst die DDR tat das. Und Deutschland 2023? Am weltweit bekanntesten Platz von Deutschland sieht es trostlos aus: das Brandenburger Tor beschmiert, Müllcontainer auf dem Pariser Platz. „Dieser Ort sollte schon geschmückt sein für den Feiertag, auch wenn die Party woanders ist“, schrieb jemand auf X.

Schwarz mag für Macht, Autorität und Disziplin stehen, für zeitlose Eleganz. Aber auch für Trauer, Abschied und Verlust. „Zuversicht“ und „Horizonte-öffnen“ würde ich nicht damit verbinden. 

Vielleicht kann der „Mut der Ostdeutschen“ wieder Farbe ins Bild bringen.

Viele Grüße

Kathrin Sumpf

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.


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