Erneut im Corona-Warnmodus: Lauterbach fordert Isolation und Impfungen

Panikmodus und Warnungen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Tweets und Äußerungen von Gesundheitsminister Karl Lauterbach. Aktuell warnt er wieder vor Corona und fordert zu Isolation zur Weihnachtszeit und Impfungen auf. Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, findet das angesichts der aktuellen Corona-Situation überzogen. Ein Kommentar.
Das Tragen von Masken in Bus und Bahn ist weiterhin «sinnvoll und notwendig», sagt der Bundesgesundheitsminister.
Gesundheitsminister Karl Lauterbach. Fällt die Maske?.Foto: Michael Kappeler/dpa
Von 15. Dezember 2023

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Lauterbach legt nach – er versucht es zumindest. Seit Anfang April 2023 ist die Pandemie offiziell beendet. Das Impf-Dashboard vom RKI wurde zeitgleich eingefroren, die Masken haben sich nach dem Dafürhalten von Kritikern hauptsächlich als super Deal für geschäftstüchtige Politiker herausgestellt und die Impfung als ebensolche vor allem für die Pharmaindustrie.

Dauerhafter, themenunabhängiger Panikmodus

Die Virusangst wurde mittlerweile durch die Kriegsangst abgelöst oder doch jetzt besser „Klimaangst“? Immerhin bleibt Lauterbach dem Panikmodus, und damit in gewisser Weise sich selbst, treu. Und das themenunabhängig – in der sommerlichen Corona-Flaute machte der Gesundheitsminister „in Klima“.

Quasi aus dem Toskana-Urlaub heraus lief sein Twitter-Konto so heiß wie das Sommerwetter in Italien. Ganz so, als hätte er zwischenzeitlich Habecks Ministerium übernommen, das auch für Klimaschutz zuständig ist:

„Die Hitzewelle ist spektakulär hier. Wenn es so weiter geht, werden diese Urlaubsziele langfristig keine Zukunft haben. Der Klimawandel zerstört den Süden Europas. Eine Ära geht zu Ende“, twitterte @Karl_Lauterbach aus dem Urlaub und prognostizierte, auch Deutschland würde „vor einer großen Hitzewelle“ stehen – wo es dann am Ende im Sommer 2023 fast durchgängig regnete.

Alles wie zu Corona-Zeiten: Kommunikatives Déjà-vu

„Das Pferd ist tot, steige ab!“, möchte man analog dem alten Sprichwort der Dakota-Indianer in Richtung Gesundheitsministerium rufen. Man ahnt es schon, der Ruf verhallt im Nirgendwo. Denn Karl Lauterbach wird nicht müde, für den x-ten Aufguss seiner „Corona-Panikmache“ noch einmal alles zu geben. Er gibt die Sporen und nimmt den imaginierten Feind ins Virus-Visier: Lauterbach ruft „angesichts der aktuellen Corona-Welle“ erneut zu Vorsicht und mehr Impfungen in der Vorweihnachtszeit auf.

„Corona bleibt gefährlich. Es ist keine Erkältung, die man sich bedenkenlos jede Saison einfangen kann“, sagte der SPD-Politiker gegenüber „Bild am Sonntag“. Vielmehr befalle Corona oft auch die Blutgefäße oder schwäche das Immunsystem und lasse sich daher viel zu häufig nicht komplett auskurieren.

Alle Jahre wieder: Auf große Feiern verzichten

Außerdem empfahl Lauterbach, „lieber noch mal Maske in Bus und Bahn“ zu tragen. Und man sollte doch besser „im Homeoffice bleiben, als die Bürogesellschaft zu genießen“. Und nicht zu vergessen, kurz vor Weihnachten sollte man „am besten auf große Feiern in Innenräumen verzichten“.

Auch das Herzstück der Corona-Kampagnen der vergangenen drei Jahre – die Impfung – bewirbt der Gesundheitsminister erneut massiv. Immerhin hat sein Ministerium für Milliarden Euro Steuergelder soviel Impfdosen bestellt, dass für jeden Einwohner Deutschlands – vom Kleinkind bis zum Greis – durchschnittlich acht Dosen zur Verfügung stehen. Und von denen nun ein großer Teil zu verfallen droht.

Der Gesundheitsminister twitterte: @Karl_Lauterbach: „Das hört niemand gerne. Aber trotzdem: Alle mit Risikofaktoren oder Ü60 sollten sich noch vor dem großen Feste feiern impfen lassen. Leider ist Corona keine Erkältung, kann weiterhin dauerhafte Schäden hinterlassen. Abwasser weist derzeit auf große Welle hin.“

Die Rolle des Warners scheint für den Gesundheitsminister zur gewohnten Routine geworden zu sein. Auch als Warner trat Lauterbach auf, um seinerzeit seine überdimensionierten Vakzin-Käufe anzukündigen. So warnte er vor zu wenig Impfdosen mitten in der mit Hochdruck laufenden Boosterkampagne Ende 2021. In der Folge wurden 92 Millionen Dosen nachgekauft – mit vom Haushaltsausschuss des Bundestages prompt freigegebenen 2,2 Milliarden Euro.

Warnungen und Appelle überzogen

Nicht die Vergangenheit, sondern die aktuellen Appelle Karl Lauterbachs wirft Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), nun dem Bundesgesundheitsminister vor. Angesichts der aktuellen Corona-Lage seien das „unverhältnismäßige Appelle“. Gassen gegenüber der „Rheinischen Post“ weiter: „Karl Lauterbach kann nicht aus seiner Haut. Ich halte seine Warnungen und Appelle in der Dringlichkeit für überzogen. Wir haben schließlich keine pandemische Lage mehr.“

Die „Rheinisch Post“ fragt nach: „Aber die Zahlen steigen doch stark.“ Das bestreitet Gassen auch nicht, betont aber, dass „früher auch nicht wegen Erkältungen oder der Grippe überall zum Maskentragen und zum Verzicht auf Weihnachtsfeiern in Innenräumen geraten“ wurde.

Lauterbach als Impfschreck?

Der Chef der Kassenärzte, der selbst niedergelassener Arzt ist, setzt nach: „Gleichwohl verwundert es mich nicht, dass heute mehr Menschen zögern. Denn als die Corona-Impfstoffe kamen, wurden Sorgen über deren Sicherheit und Verträglichkeit von Medizinern und Politikern weggewischt.“

Dabei gebe es natürlich Impfschäden bei einzelnen Personen, „die genau wie Long-COVID-Fälle zum Gesamtbild gehören“. Es sei nicht seriös gewesen, die Ängste der Menschen einfach abzutun. Das räche sich jetzt möglicherweise. Inzwischen sind selbst die Grippe-Impfquoten, die noch nie zufriedenstellend waren, besonders niedrig, sagte der KBV-Vorstandsvorsitzende.

Was für Millionen Menschen gelten soll, gilt für Lauterbach nicht

Der ehemalige „Bild“-Chef Julian Reichelt, der nach seinem Ausscheiden beim Springer-Blatt Karl Lauterbach schon mal als „Corona-Clown“ betitelte, kommentiert auch die aktuelle Warn- und Werbekampagne des Gesundheitsministers. Auf dem Nachrichtenportal „NIUS“ nimmt er sie zudem unter dem Aspekt der Glaubwürdigkeit unter die Lupe:

„Halten sich die Menschen, die die Regeln machen, an die Regeln, die sie machen? Das ist eine der wichtigsten Kontrollfragen der Demokratie. Wenn Volksvertreter sich nicht an die Regeln halten, die sie dem Volk auferlegen, dann vertreten sie niemanden außer sich selbst.“

Dann präsentiert er den besagten „Bild“-Artikel mit der Headline: „Maske tragen! Keine Weihnachtsfeiern! Dringende Corona-Warnung von Lauterbach!“ mit der Empfehlung des Gesundheitsministers, doch „kurz vor Weihnachten am besten auf große Feiern in Innenräumen verzichten.“

Was der Gesundheitsminister selbst offensichtlich nicht vorhatte. Denn „NIUS“ montiert direkt daneben ein zeitgleich aufgenommenes Selfie von ihm auf der jährlichen „Bild“-Weihnachtsveranstaltung, einem großen Christmas-Event für den guten Zweck. Aber von einer Maske ist beim Gesundheitsminister nichts zu sehen.

Reichelts Fazit an der Stelle: „Es könnte klarer kaum sein. Was Minister Karl Lauterbach Millionen Menschen vorschreiben will, soll für ihn selbst nicht gelten. Er macht sich nicht mal die Mühe, das zu verbergen.“

Reichelt vergisst zwar hier die Doppelmoral der Medien zu erwähnen, die all das möglich machen, geht aber in Bezug auf die der Politiker noch weiter in seinem Kommentar: „Wenn die Regierung uns zu Dingen gängeln will, die sie selbst nicht befolgt, dann regiert sie nicht demokratisch, dann herrscht sie autoritär. Ganz einfach.“

 

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.


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