Symbolbild.Foto: Kevin Frayer/Getty Images

Zensur wie in China! Achtung, sie ist in Amerika angekommen

Von 4. Februar 2021 Aktualisiert: 4. Februar 2021 21:55

Vor ein paar Wochen stand ich auf den Stufen des US-Kapitols. Nicht am 6. Januar, dem Tag des Protests gegen den Wahlbetrug. Sondern ich meine den Tag davor, den 5. Januar.

Ich stand neben dem Abgeordneten Jim Baird, ein mit Ehren ausgedienter Vietnam Veteran mit Doktortitel. Ein Mitarbeiter seines Personalstabes fotografierte uns. Ich hatte das Treffen im Voraus über seine Kanzlei arrangiert. Ich machte ihm klar, dass ich in Washington sein würde, um gegen den Diebstahl der Präsidentschaftswahlen zu protestieren. Ein ausführlicher Bericht von Peter Navarro hat den Betrug dargelegt.

Ich war stolz darauf, meinen Abgeordneten getroffen zu haben und verfasste einen meiner seltenen politischen Facebook-Posts. Ich war voller Vorfreude auf den Protest am nächsten Tag.

Seit ich Facebook in der Hochschule beigetreten bin, habe ich es hauptsächlich als eine positive ermutigende Umgebung erlebt. Als eine Welt, in der die Leute mit „lol“, „das ist cool“ und „Glückwunsch“ kommentieren. Facebook-Nutzer sind schließlich Freunde und wenn ein Beitrag nicht einmal einen „Daumen hoch“-Klick rechtfertigt, halten sie sich in der Regel an den Grundsatz: „Wenn du nichts Nettes sagen kannst, sag überhaupt nichts.“

Mir war klar, dass mein Beitrag von einigen nicht geschätzt werden könnte und vielleicht sogar zu ein paar Meinungsverschiedenheiten führen würde. Aber den Feuersturm von persönlichen Angriffen einer relativ kleinen, aber sehr lautstarken Anzahl meiner Facebook-Freunde habe ich nicht erwartet.

Ich kommentierte das Foto, das mich mit meinem Vertreter des US-Repräsentantenhauses auf den Stufen des Kapitols zeigt, mit folgendem Beitrag:

„Morgen werde ich zum ersten Mal öffentlich gegen den massiven Betrug bei der Wahl 2020 und den anhaltenden versuchten Diebstahl des Präsidentenamtes protestieren. Die Fakten sind in Dr. Peter Navarros Bericht, ‚The Immaculate Deception’, zu lesen. Als Amerikaner stehen wir für die Integrität unseres Wahlsystems, unser Wahlrecht und für den Erfolg unserer Nation. Der Briefwahlbetrug in mehreren Bundesstaaten, der unter dem Vorwand übertriebener gesundheitlicher Bedenken im Zusammenhang mit dem China-Virus, darf nicht zugelassen werden. Alle legalen und verfassungsmäßigen Möglichkeiten müssen zur Verteidigung der Vereinigten Staaten und der Prinzipien von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten, für die wir uns weltweit einsetzen, beschritten werden.“

Innerhalb weniger Minuten kam der erste Kommentar: „Willst du mich verarschen?“ Der Facebook-Freund bearbeitete dann den Kommentar: „Was ist mit dir passiert? Eine Schande.“ Ich antwortete: „Du hast ein Recht auf deine Meinung, wir sind in Amerika.“

Viele meiner Freunde haben mein Posting unterstützt, aber einige Facebook-Freunde sind unerwartet in Opposition gegangen. Sie sind nicht auf den Inhalt meines Beitrags eingegangen, sondern haben mich ungerechtfertigt und unangemessen persönlich  angegriffen. Andere Kommentare waren so hässlich und verleumderisch, dass ich sie nicht wiederholen will.

Am nächsten Abend, nach dem friedlichen Protest in Washington hatte mein Posting mehr als 50 Antworten. Darunter war ein Kommentar von einem französischen Facebook-Freund, der in China lebt. Ich kannte ihn aus der Zeit, als ich in China gelebt hatte. Ich studierte und arbeitete dort für einige Jahre.

Dieser Freund, der immer noch in China lebt, schrieb sehr respektvoll. Er verstünde nicht, warum ich China als „autoritäres China“ bezeichne, und warum ich an einer anderen Stelle geschrieben hatte, dass „die Welt das Böse in der Volksrepublik China immer mehr erkennt“. Es war ein erfrischendes Beispiel für einen ruhigen und respektvollen Diskurs, der mehr Substanz als Beleidigung beinhaltete.

Ich antwortete auf seinen Kommentar mit einer ebenso respektvollen Antwort. Ich fragte ihn, warum er in China Facebook nutze, verstoße dies doch gegen chinesisches Recht. Ich fragte ihn, ob er als französischer Staatsbürger eine Einschränkung seiner Informationsfreiheit tolerieren würde. Chinesische Bürger sind strengen Beschränkungen ihrer Informationsquellen unterworfen. Ich sprach auch die seit langem bestehende Drohung des autoritären Chinas an, in das freie und demokratische Taiwan einzumarschieren, “Taiwans 24 Millionen Menschen haben Freiheit und Menschenrechte, sie haben den Glanz ihrer Seele bewahrt. Warum beharrt China darauf, das taiwanesische Volk in eine düstere Welt mit eingeschränkten Freiheiten und Rechten hinabzuziehen?“

Ein paar Minuten später, als der französische Freund gerade auf meine Antwort reagieren wollte, verschwand mein Facebook-Post. Es erschien eine Benachrichtigung von Facebook auf meinem Bildschirm, die besagte, dass mein Posting – das Foto von mir mit meinem Vertreter im US-Repräsentantenhaus auf den Stufen des US-Kapitols, zusammen mit einem Kommentar zur Präsidentschaftswahl 2020 – entfernt worden war. Dies ist das erste Mal, dass einer meiner Beiträge jemals von Facebook entfernt wurde.

Da ich nicht wollte, dass meine Freunde denken, ich hätte meinen ursprünglichen Beitrag gelöscht, lud ich einen neuen Facebook-Beitrag hoch: „Freunde, der Beitrag mit meinem Foto und dem US-Abgeordneten wurde vor ein paar Minuten von Facebook entfernt. Ich hätte nie gedacht, dass ich in den Vereinigten Staaten auf diese Art von Zensur stoßen würde.“

Der Facebook-Freund, der den „Willst du mich verarschen“-Kommentar zu dem ursprünglichen Beitrag abgegeben hatte, antwortete stolz: „Weil ich es gemeldet habe.“ Einer meiner Professoren antwortete auf dieses Eingeständnis mit einer maßvollen Zurechtweisung dieser Person wegen seiner Respektlosigkeit gegenüber der Redefreiheit.

Weitere Zensur

Am 7. Januar veröffentlichte ich meinen Epoch Times Artikel „Why I’m Protesting for the First Time on Jan. 6“ (Warum ich am 6. Januar zum ersten Mal protestiere) auf LinkedIn und schrieb dazu:

„Dieser Artikel erklärt, warum ich mich entschieden habe, mein Recht auf friedlichen Protest gestern auszuüben. Ich tat dies mit einer großen Anzahl von Mitbürgern aus der ganzen Nation. Es geht um den versuchten Diebstahl der 2020 Wahl vom amerikanischen Volk. Meine Hoffnung ist, dass dieser Artikel den Lesern hilft, besser zu verstehen, was auf dem Spiel steht. Warum die Amerikaner gegen die Geschehnisse bei der Wahl 2020 protestieren und warum das autoritäre China Präsident Trump am 20. Januar ersetzt sehen will.“

Am nächsten Tag, als Trump dauerhaft von Twitter suspendiert wurde, verschwand mein Beitrag ohne Erklärung von LinkedIn. Ich schrieb einen neuen LinkedIn-Post:

„Freunde, es scheint, dass mein LinkedIn Beitrag von gestern, in dem ich erklärte, warum ich beschlossen habe, friedlich zu protestieren, heute von LinkedIn ohne Erklärung entfernt wurde.

„Ich habe mehrere Jahre in China gelebt. Dort gibt es keine Meinungsfreiheit. Wenn in den chinesischen sozialen Medien etwas, das man gepostet hat, zensiert oder entfernt wird, lautet der euphemistische Begriff dafür, dass der Beitrag ‚wegharmonisiert‘ wurde (和諧掉了). Es scheint, dass mein Beitrag heute von LinkedIn ‚wegharmonisiert‘ wurde.“

„Als Amerikaner und Journalist halte ich meine Grundrechte, die Redefreiheit, sehr hoch. Was heute in den sozialen Medien in den Vereinigten Staaten abgeht, erinnert mich an mein Leben in China, wo sich die Leute selbst zensieren. Sie machen das, um die Zensur durch den Staat zu vermeiden. Ich hätte nie gedacht, dass ich diese Art von Social-Media-Umgebung und diese Art von Zensur in den Vereinigten Staaten je erleben würde.“

Als Amerikaner, der aus erster Hand die Unterdrückung der Grundfreiheiten im autoritären China erlebt hat, schlage ich heute Alarm: Die Zensur chinesischer Art ist in den Vereinigten Staaten angekommen. Wir dürfen nicht zulassen, dass dieser Zustand länger bestehen bleibt.

Adam Michael Molon ist ein amerikanischer Schriftsteller und Journalist. Er hat Journalismus an der Columbia Universität studiert und hat einen Bachelor-Abschluss in Finanzen und chinesischer Sprache von der Indiana University-Bloomington.

Das englische Original erschien zuerst in der englischen Ausgabe der The Epoch Times unter dem Titel: OPINION: Im Sounding the Alarm: PRC-Style Censorship Has Arrived in the United States. Die deutsche Bearbeitung erfolgte durch: ha.

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.

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