Speisekarten-Angst: Wenn die Auswahl überfordert – 40 Prozent der jungen Menschen betroffen

Drei von zehn Amerikanern leiden unter der sogenannten Speisekarten-Angst. In Großbritannien sind es sogar zwei Drittel. Vor allem jüngere Menschen sind betroffen. Viele sollen deshalb Restaurants fernbleiben.
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Die Speisekarte – ein Stressfaktor?Foto: iStock
Von 19. Dezember 2023

Viele junge Menschen in westlichen Ländern leiden mittlerweile unter einer Angst, die nicht einmal der legendäre Seriendetektiv Adrian Monk gekannt hatte. Wie eine Studie in den USA herausfand, leiden insgesamt bereits drei von zehn Amerikanern unter sogenannter Speisekarten-Angst. In Großbritannien ist der Anteil der Betroffenen sogar noch höher. Aus Deutschland gibt es noch keine Zahlen.

Speisekarte als Stressfaktor

Der Matratzenhersteller Avocado Green Mattress hatte bei OnePoll in den USA eine Umfrage in Auftrag gegeben. Dieser zufolge fühlen sich 30 Prozent von 2.000 in den USA befragten Erwachsenen gestresst, wenn sie in einem Restaurant aus einer Speisekarte auswählen sollen. Einige sollen sich durch diese Situation regelrecht paralysiert fühlen – und deshalb auf das Essen in Restaurants verzichten.

Unter den Befragten aus der sogenannten Generation Z und den Millennials war der Anteil überdurchschnittlich. Diese Personen aus der Altersgruppe von 18 bis 43 räumten zu 41 Prozent ein, Speisekarten-Angst zu empfinden. Lediglich 15 Prozent waren es bei den sogenannten Boomern und der Generation X.

In Großbritannien waren die Zahlen noch alarmierender. Wie „Business Insider“ berichtete, erklärten dort insgesamt sogar 67 Prozent der Umfrageteilnehmer, betroffen zu sein. Von den Befragten aus der Generation Z gaben sogar 86 Prozent an, sich beim Auswärtsessen unwohl zu fühlen.

Furcht vor falscher Aussprache von Gerichten

Das Fachmagazin „psychiatrist.com“ misst dem Phänomen eine klinische Relevanz zu. Schwierigkeiten beim Bestellen von Essen seien ein potenzieller Faktor, der die Erfahrungswelt beim Auswärtsessen und das generelle Wohlbefinden beeinflussen kann.

Die deutlich gestiegenen Kosten eines durchschnittlichen Menüs sind dabei nicht immer der entscheidende Trigger. Ähnlich oft war die Angst, nichts Passendes zu finden, ihre Wahl zu bereuen oder eine zu große Auswahl zu haben, der Stressfaktor zur Speisekarten-Angst.

Viele jüngere Befragte gaben auch an, sich unwohl zu fühlen bei dem Gedanken, bei der Bestellung die Optionen auf der Speisekarte nicht aussprechen zu können. 38 Prozent der Generation-Z-Angehörigen in Großbritannien erklären, erst nach dem Onlinestudium der Speisekarte ein Restaurant zu betreten. Ein Drittel bittet Begleiter, für sie mitzubestellen.

Überfordern Formulierungen auf Speisekarten jüngere Restaurantkunden?

Zu den weiteren Gründen, die Angehörigen jüngerer Generationen den Besuch von Restaurants verleiden können, gehört der Zeitdruck. Dabei löst der Druck, die „richtige“ Wahl in angemessener Zeit zu treffen, die Angst aus.

Andere Befragte benannten Schwierigkeiten, die Speisekarte aufgrund unbekannter Zutaten oder verwirrender Beschreibungen zu verstehen, als Stressfaktor. Manche Befragten sorgen sich um versteckte Allergene oder unerwünschte Inhaltsstoffe. In einzelnen Fällen spielen auch angenommene Umweltauswirkungen der Bestellung eine Rolle.



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