Mitarbeiter verpacken den Satellit Eu:CROPIS für den Transport von Bremen zur Vandenberg Air Force Base in Kalifornien.Foto: DLR/dpa

Erfolgreicher Start für Weltraum-Tomaten

Epoch Times4. Dezember 2018 Aktualisiert: 4. Dezember 2018 12:20
Immer wieder musste der Start verschoben werden, jetzt ist der Gewächshaus-Satellit des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt erfolgreich gestartet. Auf dem Satelliten sollen Tomaten heranwachsen - als Test für die Versorgung auf künftigen bemannten Flügen zu Mond und Mars.

Zwei Gewächshäuser umkreisen seit Montag die Erde: Die Eucropis-Mission des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist erfolgreich vom Luftwaffenstützpunkt Vandenberg im US-Bundesstaat Kalifornien ins All gestartet. Nach dem Abheben der Falcon-9-Rakete am Montag um 19.34 Uhr deutscher Zeit wurde der Eucropis-Satellit in einer Umlaufbahn 600 Kilometer über der Erdoberfläche ausgesetzt, wie das DLR in Köln mitteilte.

Die Erststufe der Rakete, die bereits zum zweiten Mal wiederverwendet worden war, landete danach erfolgreich auf einem speziellen Auffang-Schiff im Pazifik. Eucropis hatte ursprünglich bereits am 19. November starten sollen. Wegen Inspektionsarbeiten des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX an der Trägerrakete und schlechten Wetters in der Region um den US-Luftwaffenstützpunkt Vandenberg wurde der Start jedoch dreimal verschoben.

Tomaten im Weltraum

Die Mission dient der Erprobung von Lebenserhaltungssystemen, die bei der Versorgung von Raumfahrern auf künftigen Langzeitmissionen zum Mond und zum Mars von zentraler Bedeutung sind. Auf dem kühlschrankgroßen Satelliten befinden sich zwei Gewächshäuser, in denen während der Mission kleine Weltraumtomaten heranwachsen sollen.

Die Lebenserhaltungssysteme an Bord des Satelliten umfassen laut DLR zwei Gewächshäuser, Biofilter, Zwergtomatensamen, einzellige Algen und synthetischen Urin. Die Samen sollen im Weltall keimen. Durch die erfolgreiche Umwandlung des Urins in eine Düngemittellösung sollen dann – unter den wachsamen Augen von Kameras – die Tomaten wachsen.

Eucropis wird während seiner Mission im Erdorbit um seine eigene Achse rotieren und dabei im Innern zunächst sechs Monate lang Schwerkraft wie auf dem Mond und später Mars-Gravitation erzeugen. Dabei müssen sich die kleinen Tomaten an die verminderte Schwerkraft anpassen: Auf dem Mond herrscht etwa ein Sechstel der Erdanziehungskraft, auf dem Roten Planeten Mars etwa ein Drittel.

Funkkontakt zum „Kühlschrank“ hergestellt

Entwickelt und gebaut wurde der etwa einen Kubikmeter große und 230 Kilogramm schwere Satellit vom DLR und der Friedrich-Alexander-Universität Nürnberg-Erlangen. Gesteuert wird Eucropis vom Deutschen Raumfahrtkontrollzentrum (GSOC) in Oberpfaffenhofen, das etwa eine Stunde und 15 Minuten nach dem Start am Montagabend den ersten Funkkontakt mit dem Satelliten hatte.

In den kommenden beiden Wochen wird das GSOC nun sämtliche Funktionen des Satelliten im All testen. In rund sieben Wochen können die Forscher dann das erste der beiden Gewächshäuser in Betrieb nehmen – kurz darauf werden die ersten Tomaten ausgesät. (afp/ts)


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