Sajid Javid.Foto: TOLGA AKMEN/AFP via Getty Images

„Großbritannien muss versuchen, mit Covid-19 zu leben“

Epoch Times2. Januar 2022 Aktualisiert: 2. Januar 2022 8:40

Ungeachtet steigender Corona-Zahlen will die britische Regierung vorerst keine neuen Restriktionen verhängen. „Großbritannien muss versuchen, mit Covid-19 zu leben“, schrieb Gesundheitsminister Sajid Javid am Samstag in einem Beitrag für die Zeitung „Daily Mail“. Neue Einschränkungen werde es nur „als absolut letzten Ausweg“ geben. Unterdessen fehlt einem Bericht zufolge im Gesundheitssektor fast jeder zehnte Mitarbeiter.

Großbritannien sieht sich derzeit mit vielen Corona-Fällen konfrontiert. Dies liegt vor allem an der Omikron-Variante des Virus. Am Freitag wurden 189.000 positiv Getestete innerhalb von 24 Stunden vermeldet. Auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen wegen Covid-19 steigt seit einiger Zeit wieder an und ist so hoch wie seit März nicht mehr.

Fachkräftemangel im Gesundheitssektor

Auf den Intensivstationen sei die Zahl der Patienten aber stabil, schrieb Javid. Sie sei noch weit von den Zahlen entfernt, die es vor rund einem Jahr gegeben habe. Dies sei auch auf die massive Impfkampagne im Königreich zurückzuführen. Das Land sei nun „in einer viel stärkeren Position“.

Unterdessen fehlten am Freitag mehr als 110.000 Beschäftigte im Gesundheitssektor bei der Arbeit, wie die „Sunday Times“ berichtete. Das entspricht fast jedem zehnten Beschäftigten. Demnach war rund die Hälfte davon krank oder musste wegen des Coronavirus in Quarantäne. Die Zahl der fehlenden Krankenhausmitarbeiter hat sich seit Ende November laut Zahlen des staatlichen Gesundheitsdiensts NHS vervielfacht.

Wegen der Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus hatten die englischen Gesundheitsbehörden am Donnerstag bereits angekündigt, bis zu 4000 zusätzliche Krankenhausbetten bereitzustellen.

Zudem schrieb Bildungsminister Nadim Zahawi in einem Beitrag im „Sunday Telegraph“, dass „ein gewisses Maß an Fernunterricht notwendig sein wird“, da immer mehr Lehrer und Schüler in Quarantäne müssen. Vor dem Ferienende empfahl er den Schülern außerdem, als „vorübergehende“ Maßnahme Masken im Klassenzimmer zu tragen.

Lauterbach: „Tragödie“ ist ausgeblieben

Anders als die Regionalregierungen von Schottland, Wales und Nordirland hatte die britische Regierung, die für die Gesundheitspolitik in England zuständig ist, die Corona-Maßnahmen über die Feiertage nicht verschärft. Premierminister Boris Johnson setzt stattdessen auf eine Steigerung der Impfquote. In seiner Silvesterbotschaft hatte er die Menschen aufgerufen, das Impfen „zu ihrem Vorsatz für das neue Jahr zu machen – das ist viel einfacher als abzunehmen oder ein Tagebuch zu führen“.

Der deutsche Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) schrieb am Samstagabend auf Twitter, dass Omikron in Großbritannien zu „sehr vielen“ Krankenhauseinweisungen führe. Einweisungen auf die Intensivstation stiegen hingegen langsamer. Eine „Tragödie“ sei dort bislang ausgeblieben, weil die Älteren eine „hohe“ Impfquote hätten und 75 Prozent geboostert seien. Der Anteil der Geboosterten sei deutlich höher als in Deutschland, weshalb die britische Situation nicht mit der hiesigen vergleichbar sei. (afp/oz)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion