Katalanen demonstrieren für ihre Unabhängigkeit. 11. September 2021.Foto: JOSEP LAGO/AFP via Getty Images

Mehr als 100.000 Menschen demonstrieren für Kataloniens Unabhängigkeit

Epoch Times12. September 2021 Aktualisiert: 12. September 2021 9:01

Wenige Tage vor neuen offiziellen Gesprächen zur Zukunft der spanischen Region Katalonien haben mehr als 100.000 Unabhängigkeitsbefürworter in Barcelona demonstriert. Die Demonstration am Samstag in der katalanischen Metropole stand unter dem Motto: „Wir werden für die Unabhängigkeit kämpfen und gewinnen.“ Der Protest fand am katalanischen Nationalfeiertag Diada statt.

Die städtische Polizei schätzte die Teilnehmerzahl auf 108.000, die Organisatoren gaben die Zahl mit 400.000 an. In jedem Fall war die Teilnehmerzahl weitaus niedriger als auf dem Höhepunkt der Unabhängigkeitsbewegung vor mehreren Jahren. 2014 hatten in Barcelona an der Demonstration zur Diada 1,8 Millionen Menschen teilgenommen.

Jedes Jahr gibt es in Barcelona am 11. September Demonstrationen für die Abspaltung Kataloniens von Spanien. In diesem Jahr fand die Demonstration kurz vor der für die kommende Woche geplanten Wiederaufnahme von offiziellen Gesprächen zwischen der Regierung in Madrid und der separatistischen katalanischen Regionalregierung statt.

Wie in früheren Jahren begann die Demonstration in Barcelona um genau 17.14 Uhr Ortszeit – symbolisch wurde damit auf das Jahr 1714 verwiesen. Am 11. September 1714 hatten spanische und französische Truppen während des Spanischen Erbfolgekriegs Barcelona erobert – dies ist der historische Hintergrund der Diada.

Corona-Maßnahmen in Katalonien gelockert

Ermöglicht wurde die Großdemonstration dadurch, dass die Corona-Restriktionen in Katalonien inzwischen wieder gelockert wurden. Damit fiel auch das Verbot von Versammlungen mit mehr als zehn Teilnehmern weg. Im vergangenen Jahr hatten die Corona-Maßnahmen zur Folge gehabt, dass die Versammlungen zur Diada relativ klein ausfielen.

Vor vier Jahren hatten eine illegale Volksabstimmung und eine darauffolgende einseitige Unabhängigkeitserklärung der katalanischen Regionalregierung in Spanien eine schwere politische Krise ausgelöst. Die damalige konservative Zentralregierung in Madrid reagierte, indem sie die Regionalregierung absetzte und Anführer der Unabhängigkeitsbewegung vor Gericht stellte. Neun Unabhängigkeitsbefürworter wurden zu Haftstrafen zwischen neun und 13 Jahren verurteilt.

Der heutige sozialistische Ministerpräsident Pedro Sánchez begnadigte die Verurteilten im vergangenen Juni. Am Samstag schrieb der Regierungschef im Onlinedienst Twitter, dass er beim anstehenden Dialog mit der katalanischen Regionalregierung jenes, „was uns vereint“, voranbringen und positive Ergebnisse für Katalonien erreichen wolle.

Die Separatisten haben zwei zentrale Forderungen: die Begnadigung sämtlicher Protagonisten der Unabhängigkeitsbewegung sowie ein neues Referendum über die Unabhängigkeit, das diesmal mit der Zustimmung der Zentralregierung stattfinden soll. Beide Forderungen weist die Zentralregierung aber strikt zurück.

Die Spannungen wurden zuletzt dadurch angeheizt, dass die Regierung in Madrid Pläne zur Erweiterung des Flughafens von Barcelona auf Eis legte. Als Begründung wurde ein „Mangel an Vertrauen“ in die Regionalregierung angeführt. (afp/oz)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion