Migranten Anfang Juli 2019 nach Verlassen der "Sea-Watch 3" im Hafen von Lampedusa (Symbolbild).Foto: Annalisa Camilli/AP/dpa

NGO setzt sich über Dekret von Salvini hinweg: Mit 41 Migranten an Bord in Lampedusa angelandet

Epoch Times6. Juli 2019 Aktualisiert: 6. Juli 2019 19:16
Trotz Verbot durch den italienischen Innenminister landete der Motorsegler "Alex" der NGO "Mediterranea" in Lampedusa an. Es sollte allerdings mit seinen Zuwanderern den Hafen Valletta auf Malta ansteuern.

Der Motorsegler „Alex“ der italienischen NGO Mediterranea mit 41 Migranten an Bord steuert trotz eines Verbots aus Rom die Insel Lampedusa an. Die hygienischen Bedingungen an Bord seien nicht länger tragbar, twitterte die Organisation am Samstag nach zwei Tagen Wartens vor der Küste. Lampedusa sei der einzig mögliche sichere Hafen.

Die unter italienischer Flagge fahrende „Alex“ hatte am Donnerstag 54 Migranten an Bord genommen. Italiens Innenminister Matteo Salvini untersagte dem Boot per Dekret die Einfahrt in italienische Gewässer und forderte es auf, die maltesische Hauptstadt Valletta anzusteuern.

Ungeachtet dessen verließen allerdings 13 Menschen die „Alex“ in Lampedusa. Nach Angaben der Organisation befänden sich mit der Crew nahezu 60 Menschen an Bord, darunter 41 Gerettete. Zugelassen sei das Schiff lediglich für 18 Menschen.

Valletta hatte am Freitag angekündigt, die Migranten an Bord der „Alex“ aufzunehmen. Mediterranea erklärte jedoch, die Überfahrt sei zu beschwerlich. Auf Fotos war zu sehen, wie dutzende Menschen auf dem schmalen, 18 Meter langen Schiffsdeck unter Rettungsdecken Schutz vor der Sonne suchten. „Unter diesen Bedingungen ist es unmöglich, 15 Stunden zu segeln“, erklärte Alessandra Sciurba von Mediterranea auf Twitter.

Italien habe zwar Familien und schwangere Frauen an Land gehen lassen, „aber alle nichtbegleiteten Minderjährigen bleiben an Bord, darunter ein elfjähriger Junge“. Die freiwilligen Seenotretter von Mediterranea und anderen Organisationen sind Vizeregierungschef Salvini von der Lega ein Dorn im Auge.

„Alan Kurdi“ per Dekret das Einlaufen verboten

Unterwegs ist weiterhin das deutsche Schiff „Alan Kurdi“ der NGO Sea-Eye. Einsatzleiter Gorden Isler sagte dpa am Telefo, dass der Besatzung am Morgen ein Dekret Salvinis ausgehändigt wurde, das die Einfahrt in die Hoheitsgewässer verbietet.

„Wir beachten erstmal dieses Verbot“, versicherte Isler, ohne triftigen Grund werde Sea-Eye nicht gegen das Dekret verstoßen.

Auf „Marinetraffic“ war zu sehen, dass das Schiff Lampedusa nicht weiter ansteuerte, sondern am Samstagvormittag vor der Zwölf-Meilen-Zone kreiste. (afp)


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