Prozess gegen Ex-Nuntius des Papstes wegen sexueller Belästigung
Gegen den päpstlichen Gesandten in Paris, Luigi Ventura, sind erneut Vorwürfe sexueller Belästigung laut geworden. Ein dritter Mann erstattete Anzeige gegen den 74-Jährigen, wie es am Mittwochabend von Seiten der Ermittler hieß. Er wirft dem Nuntius wie auch die anderen Kläger vor, ihn unsittlich am Hintern angefasst zu haben. Gegen den päpstlichen Gesandten ermittelt deshalb bereits seit Ende Januar die Pariser Staatsanwaltschaft.

Blick auf den Petersdom im Vatikan.
Foto: Marijan Murat/dpa/dpa
Die französische Justiz hat einen Prozess gegen den früheren päpstlichen Gesandten Luigi Ventura angeordnet. Er muss sich wegen „sexueller Belästigung“ ab dem 10. November in Paris verantworten, wie es am Donnerstag aus übereinstimmenden Quellen hieß. Mehrere Männer werfen dem 75-Jährigen vor, sie unsittlich berührt zu haben.
Der Vatikan hatte die diplomatische Immunität von Ventura im Juli 2019 aufgehoben und damit den Weg für eine Strafverfolgung geebnet. Dies war ein Präzedenzfall in der katholischen Kirche. Der Gesandte trat daraufhin im Dezember zurück, nach rund zehnjähriger Amtszeit in Paris.
Insgesamt haben vier Männer Anzeige gegen Ventura erstattet. Mindestens drei von ihnen werfen ihm sexuelle Belästigung vor. Er soll sie unsittlich am Gesäß berührt haben. Der frühere Gesandte bestreitet alle Vorwürfe.
Papst Franziskus hat der Kirche einen transparenteren Umgang mit Missbrauchs-Vorwürfen verordnet. Er führte erstmals eine Meldepflicht für Missbrauchsfälle innerhalb der katholischen Kirche ein. Vergangene Woche veröffentlichte der Vatikan dazu einen Leitfaden für Verantwortliche. (afp/sua)
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