Valerie Pecresse.Foto: LUDOVIC MARIN/AFP via Getty Images

Republikaner nominieren Pécresse als Kandidatin für moderate Rechte

Von 5. Dezember 2021 Aktualisiert: 6. Dezember 2021 15:02
Mit Valérie Pécresse haben die Republikaner in Frankreich eine Kandidatin nominiert, der in der Stichwahl intakte Chancen zugebilligt werden, Amtsinhaber Macron zu entthronen. Ihr Hauptproblem wird nun sein, an Le Pen und Zemmour vorbei dorthin zu gelangen.

In Frankreich haben die konservativen Republikaner am Samstag (4.12.) ihren Kandidaten für die Präsidentschaftswahl im kommenden April nominiert. Dabei setzte sich die als Zentristin geltende frühere Bildungs- und Finanzministerin und heutige Regionalpräsidentin der Île-de-France, Valérie Pécresse, mit 61 Prozent der Stimmen im zweiten Wahlgang gegen Eric Ciotti vom rechten Parteiflügel durch.

Nur knapp mehr als 40 Prozent mit Macron zufrieden

Bereits zuvor waren in der ersten Runde der frühere Brexit-Verhandler Michel Barnier und der parteilose Regionalpräsident von Hauts-de-France, Xavier Bertrand, ausgeschieden. Bis dato hatte Bertrand als der aussichtsreichste Kandidat für eine mögliche Stichwahl gegen Amtsinhaber Emmanuel Macron gegolten.

Nach jüngsten Umfragen würde sich Macron, der im ersten Wahlgang auf 24 bis 25 Prozent hoffen kann, in einer Stichwahl gegen jeden der beiden Rechtsaußen-Kandidaten, Marine Le Pen und Éric Zemmour, mit deutlichen Mehrheiten durchsetzen – obwohl seine eigene Popularität lediglich bei 42 Prozent liegt.

Bertrand hatte demgegenüber zumindest Anfang September Macron in Stichwahl-Umfragen überholt. Nach Pécresse wurde in diesem Zusammenhang noch nicht gefragt. In einer „Politico“-Analyse werden ihr jedoch Chancen eingeräumt, dem Amtsinhaber gefährlich zu werden, da sie in dessen Revier wildere:

„Die wirtschaftsliberale Moderate, die unter dem früheren Präsidenten Nicolas Sarkozy zwei Ministerämter innehatte, verfolgt viele der gleichen Ziele wie der Amtsinhaber. Sie vertritt einen modernen Konservatismus, der in Bezug auf die Wirtschaft liberal, in Bezug auf Recht und Ordnung aber rigide ist.“

Frankreichs Republikaner brauchen Aufholjagd – und Glück

Um überhaupt in die Stichwahl zu kommen, muss sich Pécresse jedoch eine Strategie überlegen, wie sie bis April noch an Le Pen und Zemmour vorbeikommt. Die Vorsitzende des Rassemblement National hatte sich zuletzt in der Wählergunst wieder etwas stabilisieren können und liegt jetzt bei 19 Prozent. Zemmour, der erst jüngst seine definitive Kandidatur angekündigt hatte, fiel gegenüber Le Pen wieder zurück und käme derzeit auf 14 Prozent.

Pécresse startet nun von der 10-Prozent-Marke aus. Sie muss also nun zum einen eine eigene Aufholjagd in Gang setzen und zum anderen auf eine glückliche Fügung dahingehend hoffen, dass die Rechtsaußen-Kandidaten sich noch wechselseitig auf ein niedrigeres Niveau drücken.

Ein möglicher Weg, dies zu erreichen, wäre der „Politico“-Analyse zufolge, den unterlegenen Ciotti einzubinden, damit dieser Wähler zurückholen kann, die nach rechts abgewandert sind. Da Einwanderung und Sicherheit zu den zentralen Themen im Wahlkampf zählen werden, muss Pécresse auch in der Lage sein, diese Flanke abzudecken.

Pécresse sieht sich als „ein Drittel Thatcher, zwei Drittel Merkel“

Als wesentlichen Unterschied zwischen sich selbst und Macron sieht die republikanische Kandidatin, dass „Macron nur die Ambition hat, zu gefallen, während ich Dinge erledigt sehen möchte“. Zudem wolle sie in einer Zeit der Politikverdrossenheit und wieder aufflammenden Gelbwesten-Protesten ein „frisches Gesicht“ in die Waagschale werfen.

Pécresse beschreibt sich selbst als „ein Drittel Thatcher, zwei Drittel Merkel“. Sie hat versprochen, das Rentenalter auf 65 Jahre anzuheben und Tausende Stellen im öffentlichen Dienst zu streichen, falls sie zur Präsidentin gewählt wird. Wie die meisten Kandidaten der Rechten hat sie auch eine härtere Haltung zur Einwanderung eingenommen. Sie verspricht, den „französischen Stolz“ wiederherzustellen und die „Familienwerte“ zu verteidigen.



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Unsere Buchempfehlung

Alle Völker der Welt kennen den Teufel aus ihren Geschichten und Legenden, Traditionen und Religionen. Auch in der modernen Zeit führt er – verborgen oder offen – auf jedem erdenklichen Gebiet seinen Kampf gegen die Menschheit: Religion, Familie, Politik, Wirtschaft, Finanzen, Militär, Bildung, Kunst, Kultur, Medien, Unterhaltung, soziale Angelegenheiten und internationale Beziehungen.

Er verdirbt die Jugend und formt sich eine neue, noch leichter beeinflussbare Generation. Er fördert Massenbewegungen, Aufstände und Revolutionen, destabilisiert Länder und führt sie in Krisen. Er heftet sich - einer zehrenden Krankheit gleich - an die staatlichen Organe und die Gesellschaft und verschwendet ihre Ressourcen für seine Zwecke.

In ihrer Verzweiflung greifen die Menschen dann zum erstbesten „Retter“, der im Mantel bestimmter Ideologien erscheint, wie Kommunismus und Sozialismus, Liberalismus und Feminismus, bis hin zur Globalisierungsbewegung. Grenzenloses Glück und Freiheit für alle werden versprochen. Der Köder ist allzu verlockend. Doch der Weg führt in die Dunkelheit und die Falle ist bereits aufgestellt. Hier mehr zum Buch.

Jetzt bestellen - Das dreibändige Buch ist sofort erhältlich zum Sonderpreis von 50,50 Euro im Epoch Times Online Shop

Das dreibändige Buch „Wie der Teufel die Welt beherrscht“ untersucht auf insgesamt 1008 Seiten historische Trends und die Entwicklung von Jahrhunderten aus einer neuen Perspektive. Es analysiert, wie der Teufel unsere Welt in verschiedenen Masken und mit raffinierten Mitteln besetzt und manipuliert hat.

Gebundenes Buch: Alle 3 Bände für 50,50 Euro (kostenloser Versand innerhalb Deutschlands); Hörbuch und E-Book: 43,- Euro.

Weitere Bestellmöglichkeiten: Bei Amazon oder direkt beim Verlag der Epoch Times – Tel.: +49 (0)30 26395312, E-Mail: [email protected]

Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion