Ein Blick auf Aieta, ein ländliches Dorf in den Bergen der Region Kalabrien.Foto: iStock

Stadt-Land-Flucht: „Wir müssen an die kommenden Jahre denken“

Von 29. Juli 2021 Aktualisiert: 29. Juli 2021 6:40
Dörfer in Kalabrien suchen Auswanderer – diejenigen, „die Risiken eingehen oder ein anderes Leben führen wollen.“

320 Dörfer haben in Kalabrien in Süditalien mittlerweile weniger als 5.000 Einwohner, rund drei Viertel der Orte. 2020 ging ein Angebot des Dorfes Cinquefrondi durch die Medien: Die Behörden boten im Rahmen der „Operation Beauty“ zwölf Häuser für einen symbolischen Euro zum Verkauf an. Von der Stadt Cammarata im Zentrum Siziliens wird berichtet, dass im Jahr 2019 sogar Immobilien verschenkt wurden. Das Ziel beider Aktionen war, neue Bewohner anzulocken und die lokale Wirtschaft wieder aufzubauen.

In Kalabrien haben die italienischen Behörden ein weiteres Pilotprojekt in Gang gebracht. Die Regionalräte für Landwirtschaft und wirtschaftliche Entwicklung, Gianluca Gallo und Fausto Orsomarso, berichteten dem „CNN“, dass jungen Menschen bis 40 Jahre, die bereit sind, in die leerstehenden Städte und Dörfer zu ziehen und dort zu arbeiten, bis 28.000 Euro „aktives Aufenthaltseinkommen“ gezahlt würde.

Neue Bewohner sollen für zwei bis drei Jahre monatlich etwa 1.000 Euro bekommen. Alternativ wäre auch ein einmaliger Pauschalbetrag möglich, um ein Geschäft, ein Restaurant oder ein Hotel zu eröffnen. Die Kleinstädte Süditaliens sollen attraktiver werden und vor allem wieder lebendiger. Voraussetzung ist, jünger als 40 Jahre zu sein und dazu bereit zu sein, innerhalb von 90 Tagen nach der Bewilligung des Antrags nach Italien zu ziehen.

Investitionen statt Hilfe

„Die Zeit der Hilfe ist vorbei, wir müssen anfangen, uns mit Investitionen zu beschäftigen. In dieser auf den Kopf gestellten Post-Covid-Welt“, so Fausto Orsomarso, „gibt es eine große Chance für ansiedlungswillige Unternehmen. Es wird viel über intelligentes Arbeiten gesprochen und wir müssen versuchen, diese Chance zu nutzen. Wir können mit diesem Projekt beginnen, zusammen mit einer ganzen Reihe anderer Initiativen, die Kalabrien wieder ins Zentrum rücken können, beginnend mit dem Konjunkturprogramm. Wir müssen an die kommenden Jahre denken und wir wollen von hier aus starten.“

Aktuell bieten neun Ortschaften das Förderprogramm an, darunter auch der Ort Aieta. Gianluca Gallo sagt, das möglicherweise auch noch die etwas größeren Dörfer einbezogen werden. Das Interesse sei groß.

Ausgewählt werden Orte und kleine Gemeinden, für die in Bezug auf die architektonische und touristische Entwicklung eine Zukunftschance gesehen wird. Orsomaro: „Kleine Gemeinden, die die wahre Identität unseres Territoriums ausmachen und vom Aussterben bedroht sind.“ Es sei ein soziales und unternehmerisches Angebot an diejenigen, „die Risiken eingehen oder ein anderes Leben führen wollen. Und es ist eine Antwort auf unsere kleinen Gemeinden, die immer noch einen großen Wunsch haben, weiterzuleben.“

Wenn das Neustart-Programm erfolgreich wird, dann würden vermutlich in den kommenden Jahren noch weitere derartige Programme folgen. Verantwortlich sind das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung und die Region Kalabrien.

„Wir wollen dafür sorgen, dass die Nachfrage an Arbeitsplätzen auf das Angebot trifft. Daher haben wir die Dörfer gebeten, uns zu sagen, welche Fachkräfte ihnen fehlen, um so bestimmte Leute anzuziehen und ihnen spezielle Angebote zu machen“, erklärt Orsomaro.

Die finanziellen Mittel stammen aus den rund 700.000 Euro umfassenden Hilfsmitteln für die regionale Wiederbesiedlung der Wirtschaftsentwicklungsbehörde. Weitere Informationen sind hier zu finden: portale.regione.calabria.it.

Angebote an Auswanderer

Auch in anderen europäischen Staaten wie Spanien oder Portugal sind ansiedlungswillige Unternehmer meist willkommen.

Griechenland sucht vor allem Fischer, Bauleute, Landwirte, Bäcker und andere Handwerker, die sich ihren Lebensunterhalt auf den Ägäisinseln verdienen wollen.

Teilweise werden so wie in Kalabrien monatliche finanzielle Mittel angeboten, kleine Schulen für die Kinder der Zugereisten renoviert und wiedereröffnet oder neue Internetverbindungen aufgebaut. Manchmal wird auch verbilligtes Bauland angeboten.

In der Schweiz warb 2017 das Bergdorf Albinien im Kanton Wallis um neue Bewohner – und wurde von Interessenten überrannt.

Dieser Artikel erschien zuerst in der Epoch Times Wochenzeitung, Ausgabe KW29



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