Tauchboot „Titan“: Menschliche Überreste in Trümmern gefunden – So geht es weiter

In den Trümmern des in der Nähe der Titanic implodierten Tauchboots haben Experten nach Angaben der US-Küstenwache „mutmaßliche sterbliche Überreste“ entdeckt. Bei dem Unglück kamen alle Insassen ums Leben.
Trümmer des Tauchboots «Titan» werden in St. John's vom Schiff «Horizon Arctic» entladen.
Trümmer des Tauchboots „Titan“ werden in St. John's vom Schiff „Horizon Arctic“ entladen.Foto: Paul Daly/The Canadian Press/AP/dpa
Epoch Times29. Juni 2023

In den Trümmern des in der Nähe der gesunkenen Titanic implodierten Tauchboots haben Experten nach Angaben der US-Küstenwache „mutmaßliche sterbliche Überreste“ entdeckt.

US-Experten würden eine offizielle Analyse der mutmaßlichen sterblichen Überreste vornehmen, die „vorsichtig im Wrack an der Unglücksstelle sichergestellt“ worden seien, teilte die US-Küstenwache am Mittwoch mit. Bei dem Unglück im Nordatlantik waren alle fünf Insassen der Titan gestorben.

Zuvor war die Bergung der Trümmerteile der Titan abgeschlossen worden. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie die zerborstenen Teile an einem Anleger im ostkanadischen St. John’s von einem Schiff auf einen Tieflader verladen wurden.

Ursachenforschung geht weiter

Die US-Küstenwache teilte weiter mit, nach Beratungen mit den Ermittlungsbehörden der internationalen Partner sollten die Beweise mit einem Schiff der US-Küstenwache in einen US-Hafen gebracht werden, wo weitere Analysen und Tests stattfinden könnten.

Die Beweismittel würden „wichtige Erkenntnisse über die Ursache dieser Tragödie liefern“, erklärte der Leiter der US-Ermittlungen, Jason Neubauer. Es gebe aber noch viel zu tun, „um die Faktoren zu verstehen, die zu diesem katastrophalen Verlust der Titan“ geführt hätten und dabei helfen sollten, „dass sich solch eine Tragödie nicht noch einmal ereignet“.

Nach Ansicht von Carl Hartsfield von der Woods Hole Oceanographic Institution könnte die Analyse der geborgenen Trümmer wichtige Hinweise auf den Vorfall mit dem Titan-Tauchboot liefern. „Sicherlich zeichnen alle Instrumente eines Tiefseefahrzeugs Daten auf. Sie geben Daten weiter. Die Frage ist also, ob es Daten gibt. Und ich kenne die Antwort auf diese Frage nicht“, sagte er auf der Pressekonferenz am Montag.

Riskante Bergungsaktion

Die Such- und Bergungsaktion sei „extrem riskant“ gewesen, sagte der Sprecher von Pelagic Research. Der New Yorker Firma gehört das ferngesteuerte Bergungsvehikel Odysseus. „Es war extrem anstrengend und aufreibend für das Team“, sagte Jeff Mahoney der Nachrichtenagentur AFP. „Das Team hat rund um die Uhr gearbeitet, die ganze Zeit fast ohne Schlaf, zehn Tage lang.“

Die verbogenen Trümmer des Schiffes wurden beim Entladen an einem kanadischen Pier fotografiert, nachdem sie aus dem Nordatlantik gezogen worden waren. Es wird an Bord eines USCG-Kutters zu einem US-Hafen transportiert werden. Das Marine Board of Investigation (MBI) wird die weitere Analyse und Prüfung der geborgenen Gegenstände beaufsichtigen.

Öffentliche Anhörung

Die USCG kündigte eine öffentliche Anhörung an, um die Umstände der Tragödie gründlich zu untersuchen. In Vorbereitung auf die Anhörung wird das MBI weiterhin umfassendes Beweismaterial zusammentragen und Zeugenbefragungen durchführen.

Zurzeit gibt es vonseiten der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) und der Seeschifffahrtsbehörde der Vereinten Nationen nur freiwillige Sicherheitsrichtlinien für touristische Tauchboote.

Die IMO hat bereits angekündigt, dass die Mitgliedstaaten nach der Untersuchung strengere Vorschriften vorschlagen könnten. Die würden dann auf der nächsten Sitzung des Schiffssicherheitsausschusses im Mai 2024 erörtert werden.

OceanGate Expeditions, das Unternehmen, dem die Titan gehörte, hat seinen Sitz in den Vereinigten Staaten. Das Tauchfahrzeug hingegen war auf den Bahamas registriert. Das Mutterschiff der Titan, die Polar Prince, stammt aus Kanada.

Das war geschehen

Die Titan war am 18. Juni mit fünf Insassen zum Wrack der Titanic aufgebrochen. Nach knapp zwei Stunden brach der Kontakt zum Begleitschiff ab. Nach viertägiger Suche fand ein Tauchroboter in 3.800 Meter Tiefe am Meeresgrund Trümmerteile, bei denen es sich um Überreste der Titan handelte. Laut US-Küstenwache war das Tauchboot unter dem enormen Wasserdruck implodiert.

Die fünf Insassen waren vermutlich sofort tot. An Bord befanden sich der Chef der Betreiberfirma OceanGate Expeditions, Stockton Rush, der britische Unternehmer und Abenteurer Hamish Harding, der britisch-pakistanische Geschäftsmann Shahzada Dawood und sein 19-jähriger Sohn Suleman sowie der französische Titanic-Experte Paul-Henri Nargeolet.

Stockton stand in der Kritik, angebliche Sicherheitsbedenken missachtet zu haben. Für den Erkundungstrip zu dem berühmten Schiffswrack von 1912 verlangte er von wohlhabenden Touristen jeweils 250.000 Dollar. (nh)

(Material von The Epoch Times und Nachrichtenagenturen)



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