Wie sind die Hamas-Führer so schnell reich geworden?

Es gibt in Gaza fast 600 Millionäre. Unter ihnen befinden sich auch Hamas-Führer. Während der Krieg zwischen der Hamas und Israel tobt, leben die Anführer der Terrorgruppe von all dem Trubel weitgehend unbehelligt, versteckt in Luxushotels und prunkvollen Häusern. Woher stammt ihr Reichtum?
Titelbild
Gaza: Hamas-Führer Ismail Haniya (2.v.l.) bei einer Kundgebung anlässlich des 31. Jahrestags der Gründung der Hamas in Gaza-Stadt am 16. Dezember 2018.Foto: Said Khatib/ AFP über Getty Images
Von 15. November 2023

Über den Gazastreifen werden in den Medien meist trostlose Bilder der Armut gezeigt. Es gibt jedoch noch eine andere Seite – die Häuser der hochrangigen Hamas-Führer wie Ismail Haniyeh, Khaled Mashaal und Moussa Abu Marzouk. Sie sind im Gegensatz zu den Wohnungen Hunderttausender Gaza-Bewohner äußerst luxuriös und mit allem Komfort ausgestattet. Gleichzeitig ist bekannt, dass die Funktionäre oft in Fünf-Sterne-Hotels residieren. Die Hamas betreibt unter anderem ein Büro in Doha, der Hauptstadt Katars.

Laut Dr. Moshe Elad, einem Nahost-Experten des Western Galilee Academic College in Israel, stammen die meisten dieser hochrangigen Beamten aus Flüchtlingslagern oder sind direkte Nachkommen von Flüchtlingen. Wie konnten sie so schnell reich werden?

Das Geld dieser Führer soll hauptsächlich aus der Tunnelindustrie im Gazastreifen stammen. Tatsächlich bringen die von der Hamas auf Schmuggelware erhobenen Steuern jedes Jahr Hunderte Millionen Dollar ein, erklärte Dr. Moshe Elad. Aus jeder Wagenladung, die durch die Tunnel geschmuggelt wird, würden Beamte beträchtliche Summen abzweigen.

Laut der in London ansässigen panarabischen Zeitung „Asharq al Awsat“ zieht die Hamas auch Steuern von den Händlern in Gaza ein, „von Autoverkäufern bis zu Obst- und Gemüsehändlern“. Zudem verkauft sie das Land, das sie zuvor erobert oder beschlagnahmt hat.

Vermögen, die in die Millionen gehen

Die Vermögen dieser hochrangigen Hamas-Führer gehen in die Millionen. So soll sich beispielsweise das Vermögen des Leiters des politischen Büros der Hamas, Ismail Haniyeh, auf mindestens 5 Millionen US-Dollar belaufen, berichtet „i24news“. Der 61-Jährige besitzt außerdem mehrere Immobilien, einige davon auf die Namen seiner 13 Kinder. Auch beschloss er in Immobilien in der Türkei zu investieren, da einer seiner Söhne einen türkischen Pass hat.

Die französische Journalistin, Regisseurin und Schriftstellerin Abnousse Shalmani, die sich am 9. November in David Pujadas‘ Nachrichtensendung zu dem Thema äußerte, sagte, Ismail Haniyeh regiere von der Türkei aus, obwohl er „Katar und seine großen Hotels bevorzugt“ und „nur in seinem Privatjet unterwegs ist“. Sie gab an, dass das Vermögen des Regierungschefs in Gaza auf „rund 2 Milliarden“ geschätzt werde.

Ein weiteres Beispiel ist der ehemalige Hamas-Führer Khaled Mashaal, dessen Vermögen von Abnousse Shalmani auf 1,5 Milliarden Dollar veranschlagt wird. Der 67-Jährige lebte „hauptsächlich in Damaskus in Syrien“, sagt die Journalistin. Als 2012 der Krieg kam, ging auch er nach Katar. „Als er ging, hat er nur daran gedacht, die Kassen der Hamas in Damaskus zu leeren“ und sei daher mit einer Summe zwischen „500 Millionen und 1 Milliarde“ abgereist, betonte sie. Seit seiner Ankunft in Katar sei er „für Immobilien- und Finanztransaktionen zuständig“. Er bereichere sich und auch die Hamas, „denn die Raketen, Waffen usw. müssen ja bezahlt werden“.

Drogenhandel und Umleitung humanitärer Hilfe

Was Moussa Abu Marzouk, einen 72-jährigen Mann und Vater von sechs Kindern, betrifft, so ist er „so etwas wie die Nummer zwei“ der Hamas. Er lebte 14 Jahre lang in den USA, wo „er eine Green Card hatte“.

1998 verließ er die USA in Richtung Jordanien, da den Amerikanern aufgefallen sei, dass er „vielleicht ein wenig den Terrorismus finanziert habe“, wie die Journalistin es ausdrückt. Dann zog er 2001 nach Syrien, bis zum Bürgerkrieg 2012. Heute lebt er abwechselnd in Katar und Kairo und „sein Vermögen schwankt um die 2 Milliarden Dollar“.

Dieses Geld stammt aus dem „Drogenhandel“ und der „Steuereintreibung im Gazastreifen“, so die Journalistin Abnousse Shalmani. Ebenso aus der „Umleitung von humanitärer Hilfe“ und schließlich aus Scheinfirmen und Tarnunternehmen.

Dieses Geld, das „500 Millionen Dollar“ ausmache, werde „im Sudan, in der Türkei, in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Saudi-Arabien in Immobilien investiert, die es dann ermöglichen, Briefkastenfirmen zu gründen, um überall präsent zu sein“, sagt sie abschließend.

Der Artikel erschien zuerst in der französischen Epoch Times unter dem Titel: „Comment les dirigeants du Hamas se sont-ils enrichis aussi rapidement?“. (deutsche Bearbeitung ks)



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