Im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos sind mehrere Brände ausgebrochen. Brandstiftung wird vermutet.Foto: Petros Giannakouris/AP/dpa/dpa

Zehn Jahre Haft für junge Migranten wegen Brandstiftung in Asyllager Moria

Epoch Times12. Juni 2021 Aktualisiert: 12. Juni 2021 19:34
Rund neun Monate nach dem verheerenden Brand im griechischen Asylaufnahmelager Moria hat ein Gericht in Griechenland vier junge Migranten zu jeweils zehn Jahren Haft verurteilt.

Neun Monate nach dem verheerenden Brand im griechischen Asylaufnahmelager Moria hat ein Gericht vier junge Migranten zu jeweils zehn Jahren Haft verurteilt. Nach Angaben der Verteidigung wurden die Afghanen am Samstag für schuldig befunden, das Lager auf der Insel Lesbos vorsätzlich in Brand gesetzt zu haben. Aufgrund der Corona-Hygienevorschriften waren zu dem Prozess auf der Insel Chíos keine Journalisten zugelassen.

Die Anklage basierte zu großen Teilen auf der Aussage eines Asylbewerbers, der ebenfalls in Moria lebte. Er beschuldigte insgesamt sechs Männer der Brandstiftung in dem Lager. Bei der Anhörung, die am Freitag begonnen hatte, war dieser Kronzeuge nicht anwesend. Nach Angaben der Verteidigung war er auch bei einem früheren Prozess gegen die beiden anderen Beschuldigten nicht anwesend, da er nicht auffindbar sei.

Weitere Zeugen vor Gericht waren Polizeibeamte und Feuerwehrleute, die im September 2020 zum Einsatzort gerufen worden waren, sowie Flüchtlingshelfer der EU und von Hilfsorganisationen, die im Lager arbeiteten.

Anwälte der Verurteilten sprechen von unfairem Prozess

Die Anwälte der Beschuldigten behaupten, dass ihre Klienten keinen fairen Prozess erhalten hätten. Drei der Angeklagten seien zum Zeitpunkt des Vorfalls nicht als Minderjährige anerkannt worden, obwohl sie entsprechende Dokumente vorgelegt hätten. Dokumentfälschung und falsche Angaben beim Alter erschweren den Behörden oftmals die klare Identität herauszufinden. Oft machen sich Migranten und Flüchtlinge auch jünger, um als minderjähriger Asylbewerber zu gelten.

Im März, ein halbes Jahr nach der Brandkatastrophe in Moria, hatte die griechische Justiz bereits zwei junge Afghanen wegen Brandstiftung zu langen Haftstrafen verurteilt. Gegen die beiden Minderjährigen wurden jeweils fünf Jahre Haft verhängt.

Bei dem Feuer im Camp Moria wurde das größte Asylaufnahmelager in der Ägäis fast völlig zerstört. Die etwa 13.000 Bewohner wurden später in ein anderes Camp gebracht.

Die Behörden haben mittlerweile ein provisorisches Lager auf Lesbos errichtet, in dem rund 6.000 Menschen untergebracht sind. Die Europäische Union hat 276 Millionen Euro für den Bau eines neuen permanenten Lagers auf Lesbos und für weitere Einrichtungen auf den Inseln Chíos , Samos, Kos und Leros bereitgestellt. (afp)



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