SymbolbildFoto: AXEL SCHMIDT/AFP/Getty Images

Autohersteller können Kosten für Software-Nachrüstungen steuerlich absetzen – Autobesitzer den Wertverlust nicht

Epoch Times24. September 2017 Aktualisiert: 24. September 2017 16:33
"Die den Herstellern entstehenden Kosten sind bilanzrechtlich Betriebsausgaben der Unternehmen", erklärt das Wirtschafsministerium. Damit sind die Kosten für Nachrüstungen offenbar steuerlich absetzbar. Autobesitzer können die Wertminderung ihrer Fahrzeuge jedoch nicht steuerlich absetzen.

Die deutschen Autohersteller können die Kosten für Nachrüstungen an Dieselfahrzeugen und Kundenrabatte beim Kauf neuer Pkw offenbar steuerlich absetzen. „Die den Herstellern entstehenden Kosten sind bilanzrechtlich Betriebsausgaben der Unternehmen“, heißt es in einer Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Linken, wie die „Süddeutsche Zeitung“ am Samstag berichtete.

Die Hersteller dürfen ihren Gewinn demnach um die Kosten für Software-Nachrüstungen mindern.

Es werden dreistellig Millionen Euro an Steuern gespart

Auch die sogenannten Umweltprämien der Branche beim Kauf neuer Diesel-Fahrzeuge – und damit Rabatte –  gelten nach Angaben aus Regierungskreisen als absetzbar, wie die Zeitung weiter berichtete.

Zur Höhe der entstehenden Kosten durch die Steuerersparnis der Unternehmen lägen keine Informationen vor, zitierte die Zeitung aus der Regierungsantwort.

Nach ihren Berechnungen ließe sich der Gewinn allein bei Updatekosten von 100 bis 200 Euro je Fahrzeug branchenweit um bis zu eine Milliarde Euro mindern und ein dreistelliger Millionenbetrag an Steuern sparen.

Autobesitzer können die Wertminderung ihres Autos nicht steuerlich absetzen

Autobesitzer dagegen können die Wertminderung ihrer Fahrzeuge nicht steuerlich absetzen. Das hatte die Regierung laut „SZ“ bereits kurz nach Beginn der Diesel-Affäre im Fall Volkswagen klar gestellt.

Da VW angekündigt habe, dass alle von dem Abgasskandal betroffenen Fahrzeuge nachgebessert und der Mangel behoben werde, handle es sich nur um einen vorübergehenden Sachverhalt.

Die Opposition kritisiert das Vorgehen heftig. Die „betrogenen“ Autokäufer blieben auf ihrem Schaden sitzen, und mit ihren Steuern werde die Autoindustrie alimentiert, monierte Linken-Verkehrspolitiker Herbert Behrens.

„Solch eine Politik zu Gunsten der Hersteller und zu Lasten der Verbraucherinnen und Verbraucher ist an Dreistheit kaum zu überbieten“, sagte er der Zeitung.

(afp)

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