Rettung der Lufthansa stockt – Bundesregierung stellt neue Forderungen

Epoch Times22. Mai 2020 Aktualisiert: 22. Mai 2020 19:03
Die Rettung der finanziell angeschlagenen Lufthansa ist einem Medienbericht zufolge ins Stocken geraten. Laut "Handelsblatt" geht es dabei um die Forderung, dass die Lufthansa alle Flugzeuge abnehmen soll, die sie bei Airbus bestellt hat.

Die Rettung der finanziell angeschlagenen Lufthansa ist einem Medienbericht zufolge ins Stocken geraten. In der Schlussphase der Gespräche habe die Bundesregierung neue Forderungen aufgebracht, die eine Sanierung faktisch unmöglich machen würden, berichtete das „Handelsblatt“ am Freitag unter Berufung auf informierte Kreise. Demnach solle die Lufthansa alle Flugzeuge abnehmen, die sie bei Airbus bestellt habe.

Für die Lufthansa wäre dies eine enorme finanzielle Belastung, berichtete das „Handelsblatt“ weiter. Demnach würden für die Maschinen in den kommenden drei bis vier Jahren über fünf Milliarden Euro nötig werden.

Angesichts dieser neuen Bürde hätten sich die Vertreter von Bund und Unternehmen nicht auf das neun Milliarden Euro schwere Sanierungspaket einigen können, schrieb die Zeitung. Eine für Freitag geplante Aufsichtsratssitzung sei daher auf Montag verschoben worden. Über das Wochenende werde den Kreisen zufolge weiter verhandelt.

Lufthansa-Betriebsrat ist enttäuscht über die bisherigen Verhandlungsergebnisse

Der Lufthansa-Betriebsrat hat sich enttäuscht über die bisherigen Verhandlungsergebnisse mit der Bundesregierung zur Rettung der Airline gezeigt. „Es ist erschütternd, dass sich in den Rettungsvorschlägen der Bundesregierung nicht ein einziges Wort über die Zukunft der Beschäftigten findet“, sagte Betriebsratschef Christian Hirsch der „Bild“ (Samstagausgabe). Er hätte sich gewünscht, dass die Milliardensummen des Staates auch darauf verwendet werden, soziale Härten abzufedern.

„Das Hilfsangebot der Bundesregierung ist aber weder an Beschäftigungsgarantien geknüpft, noch werden Sozialpläne in Aussicht gestellt – das ist empörend.“ Hirsch fordert deshalb in den kommenden Verhandlungsrunden Nachbesserungen. „Es ist schade, dass sich die sozialen Adern in der Bundesregierung da bislang nicht durchgesetzt haben. Da muss dringend nachgebessert werden – eine Rettung der Lufthansa auf dem Rücken der Belegschaft wäre unanständig“, sagte er „Bild“.

(afp/dts)

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