Bundestag macht Weg für jüdische Militärseelsorge frei

Epoch Times28. Mai 2020 Aktualisiert: 28. Mai 2020 20:34

In der Bundeswehr wird es künftig eine jüdische Militärseelsorge geben. Der Bundestag beschloss am Donnerstag mit den Stimmen aller Fraktionen ein Gesetz, das die Einrichtung eines Militärrabbinats vorsieht. Es soll mit voraussichtlich 48 Dienstposten ausgestattet werden und als nachgeordnete Bundesbehörde dem Verteidigungsministerium unterstellt sein. Mit der Neuregelung wird ein Staatsvertrag zwischen dem Bundesverteidigungsministerium und dem Zentralrat der Juden vom Dezember vergangenen Jahres umgesetzt.

Ziel des Gesetzes ist es, das Grundrecht der jüdischen Soldaten auf freie Religionsausübung und ihren Anspruch auf Seelsorge in der Truppe umzusetzen. Derzeit existiert in der Bundeswehr nur evangelische und katholische Militärseelsorge.

Unionsfraktionsvize Hermann Gröhe (CDU) bezeichnete die Einführung der jüdischen Militärseelsorge 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs als „historisch und bewegend“. Der Staatsvertrag sei „auch ein wichtiges Zeichen im Kampf gegen wieder erstarkenden Antisemitismus“ in Deutschland. „Wir sind dankbar für jüdisches Leben in unserem Land und das Engagement jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger für unsere Gesellschaft.“

Der bevorstehende Aufbau der jüdischen Militärseelsorge hat Forderungen laut werden lassen, dass auch Soldaten muslimischen Glaubens Ansprechpartner bei der Bundeswehr bekommen. Dies fordern Linke und Grüne im Bundestag. (afp/rm)

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