Stephan Kramer, der Chef des Verfassungsschutzes von Bundesland Thüringen.Foto: Sean Gallup / Getty Images

Deutsche Behörden befürchten Brandanschläge auf jüdische Einrichtungen

Epoch Times14. Mai 2021 Aktualisiert: 14. Mai 2021 13:31

Polizei und Verfassungsschutz befürchten, dass wegen der kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten die Gewalt auch in Deutschland eskaliert.

In einer internen Analyse der Sicherheitsbehörden heißt es laut „Spiegel“-Bericht, dass es zu Attacken mit Molotowcocktails auf israelische Einrichtungen kommen könnte, falls der Konflikt zwischen Hamas und Israel sich weiter zuspitze. Möglicherweise könnten Angreifer auch versuchen, auf das Gelände der israelischen Botschaft oder der Konsulate vorzudringen.

Mehrere Bundesländer haben den Schutz von jüdischen und israelischen Einrichtungen verstärkt, bundesweit gilt die Gefahr schon seit Längerem als groß. „Wir müssen höllisch aufpassen. Was auf den Straßen geäußert wird, hat nichts mehr mit Kritik an Israel zu tun, das ist purer Hass und Antisemitismus“, sagt Thüringens Verfassungsschutzchef Stephan Kramer, der bis 2014 Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland war, in der aktuellen Ausgabe des „Spiegel“.

Im Internet sei die Radikalität groß. „Das geht bis hin zu Mordaufrufen.“ Bei den Protesten und Ausschreitungen in den vergangenen Tagen registrierten die Behörden sowohl radikale Palästinenser und Islamisten als auch türkische Nationalisten – und etliche junge Männer, die bisher nicht auf dem Radar von Polizei und Verfassungsschutz waren.

Man habe eine „extrem schnelle, radikale Reaktion und Mobilisierung“ beobachtet, sagt ein Beamter im „Spiegel“. Auch Rechtsextremisten und Linksextremisten versuchten mitzumischen.

Bedford-Strohm erschrocken von antisemitischen Demonstrationen

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat sich wegen der antisemitischen Übergriffe in Deutschland besorgt und erschrocken gezeigt. „Politische Diskussionen mit unterschiedlichen Meinungen über den Nahostkonflikt müssen geführt werden. Angriffe auf Synagogen haben nichts, aber auch gar nichts mit Politik zu tun“, erklärte Bedford-Strohm am Freitag in Hannover.

Solche Angriffe richteten sich gegen Juden als Glaubensgemeinschaft. „Mit Meinungsfreiheit hat das nichts zu tun. Denn Antisemitismus ist keine Meinung, sondern eine menschenverachtende Haltung.“ An verschiedenen Orten in Deutschland hatte es Übergriffe auf Synagogen als Reaktion auf die Eskalation im Nahen Osten gegeben.

Klein fordert Deeskalation durch muslimische Verbände

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hat die muslimischen Verbände in Deutschland zu einer Distanzierung von Gewalt gegen Juden aufgefordert.

Angesichts der Übergriffe auf Synagogen in Deutschland im Zusammenhang mit der Eskalation im Nahen Osten erklärte Klein am Freitag in Berlin, diese Übergriffe seien „purer Antisemitismus“. Es sei „entsetzlich“, wie Juden in Deutschland für Handlungen der israelischen Regierung verantwortlich gemacht werden, an denen sie ganz und gar unbeteiligt seien.

Die deutsche Gesellschaft müsse gegen solche Übergriffe zusammenstehen. „Ich rufe daher auch die muslimischen Verbände auf, sich von Gewalt gegen Juden und von Angriffen auf ihre Gotteshäuser zu distanzieren, zu Gewaltfreiheit aufzurufen und deeskalierend auf die muslimische Gemeinschaft in Deutschland einzuwirken.“ (dts/afp)



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