Angela Merkels letzte Tage als Kanzlerin sind angebrochen.Foto: Sean Gallup/Getty Images

Die Ära Merkel neigt sich dem Ende zu

Epoch Times23. Juni 2021 Aktualisiert: 23. Juni 2021 7:27

Der Abschied von der Ära Merkel beginnt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stellt sich kurz vor dem Ende der Legislaturperiode am Mittwoch im Bundestag noch einmal den Fragen der Bundestagsabgeordneten. Sie wird sich in der Regierungsbefragung zu aktuellen Themen äußern.

Zum Auftakt der heutigen Plenarsitzung geht es zudem in einer Aktuellen Stunde um den laufenden Truppenabzug aus Afghanistan. Die Debatte erhält zusätzliche Brisanz durch den raschen Vormarsch von Kämpfern der radikalislamischen Taliban in mehreren Landesteilen. Weitere Themen im Bundestag sind die berufliche Bildung und der Bericht des Maut-Untersuchungsausschusses.

Am Freitag beendet der Bundestag seine voraussichtlich letzte Sitzung der Ära Angela Merkel. Die nächste Sitzungswoche beginnt am 8. November – wenn mit etwas Glück bereits eine neue Bundesregierung vereidigt ist.

Ein Rückblick auf die Stationen von Merkels politischem Leben:

1989

In der Umbruchphase der DDR steigt die Physikerin Merkel in die Politik ein und schließt sich dem Demokratischen Aufbruch (DA) an, der später der CDU beitritt.

1990

April: Nach den Volkskammerwahlen wird Merkel stellvertretende Regierungssprecherin der DDR.

Dezember: Merkel wird bei der ersten gesamtdeutschen Wahl direkt gewählte CDU-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Stralsund, Rügen, Nordvorpommern.

1991

Januar: Merkel wird unter Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) als Bundesfrauenministerin vereidigt.

1994

November: Merkel wird Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

1998

November: Der neue CDU-Chef Wolfgang Schäuble macht Merkel zur Generalsekretärin.

1999

22. Dezember: Nach Bekanntwerden der CDU-Spendenaffäre ruft Merkel in einem spektakulären Zeitungsbeitrag zur Abnabelung von Kohl auf.

2000

10. April: Nach Schäubles Rücktritt im Zuge der CDU-Spendenaffäre wird Merkel auf einem Parteitag mit 95,9 Prozent der Stimmen zur Parteichefin gewählt.

2002

11. Januar: Beim „Wolfratshauser Frühstück“ überlässt Merkel dem damaligen CSU-Chef Edmund Stoiber die Kanzlerkandidatur. Nach der verlorenen Bundestagswahl im September sichert Merkel sich den Fraktionsvorsitz der CDU/CSU.

2005

18. September: Die Union gewinnt mit Merkel als Kanzlerkandidatin die Bundestagswahl knapp vor der SPD, bleibt aber weit hinter den Erwartungen zurück.

22. November: Merkel wird als Bundeskanzlerin einer großen Koalition vereidigt. Sie ist die erste Frau in diesem Amt.

2006

August: Das US-Wirtschaftsmagazin „Forbes“ kürt Merkel erstmals zur „mächtigsten Frau der Welt“. Den Spitzenplatz hält sie auch in den kommenden Jahren fast durchgängig.

2008

September/Oktober: Merkel und Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) stellen wegen der Finanzkrise Milliardensummen für Banken und die Wirtschaft bereit. Die Euro-Krise wird ihre Amtszeit für die nächsten Jahre prägen.

2009

27. September: Die CDU fährt bei der Bundestagswahl unter Merkels Führung zwar ein schwaches Ergebnis ein, es reicht aber für das gewünschte schwarz-gelbe Bündnis.

2011

6. Juni: Nach der Atomkatastrophe in Fukushima beschließt Merkels Kabinett einen schrittweisen Atomausstieg bis 2022. Im Wahlkampf hatte Merkel noch für eine Verlängerung der Laufzeiten geworben.

2013:

22. September: Bei der Bundestagswahl erreicht die Union mit 41,5 Prozent das beste Zweitstimmenergebnis seit 1990.

17. Dezember: Merkel wird zum dritten Mal im Bundestag zur Kanzlerin gewählt.

2014

10. April: Merkel ist jetzt länger als Kanzlerin im Amt als Helmut Schmidt (SPD). Nur die CDU-Politiker Kohl und Konrad Adenauer regierten länger.

2015

Am 4. September fasst Merkel eine Entscheidung, die wie keine andere ihre Macht erschüttert: Sie gewährt tausenden Flüchtlingen, die in Ungarn festsitzen, die Einreise nach Deutschland.

2016

20. November: Merkel kündigt an, ein viertes Mal als Kanzlerkandidatin der Union anzutreten. Wenige Tage zuvor war Donald Trump zum US-Präsidenten gewählt worden, was Merkels Entscheidung mit beeinflusste.

2017

24. September: Bei der Bundestagswahl stürzt die Union auf 33 Prozent ab. Der Wahlkampf war von Streitereien mit der Schwesterpartei CSU über die Migrationspolitik geprägt.

2018

14. März: Der Bundestag wählt Merkel zum vierten Mal zur Kanzlerin – nach langen Koalitionsverhandlungen. Erneut regiert sie mit der SPD, nachdem das anvisierte Jamaika-Bündnis mit FDP und Grünen platzte.

29. Oktober: Merkel kündigt ihre Rückzug vom CDU-Vorsitz an. Der Parteitag wählt im Dezember ihre Wunschkandidatin Annegret Kramp-Karrenbauer zur Nachfolgerin. Merkel will aber bis zum Ende der Legislaturperiode 2021 Kanzlerin bleiben.

2020

10. Februar: Der von Merkel eingefädelte Machtwechsel auf Raten scheitert, Kramp-Karrenbauer kündigt unter innerparteilichem Druck ihren Rücktritt als CDU-Chefin an.

18. März: Die Corona-Krise nimmt Deutschland in Beschlag – entgegen ihrer sonstigen Gepflogenheiten wendet sich Merkel an diesem Tag in einer Fernsehrede an die Bevölkerung. Die Pandemie wird den Rest von Merkels Amtszeit prägen. Ihre Umfragewerte schießen in die Höhe.

Dezember: Der schleppende Start der Impfkampagne lässt Merkels Umfragewerte sinken. Die Unzufriedenheit mit ihrem Corona-Krisenmanagement wächst.

2021

16. Januar: Die CDU wählt Armin Laschet zum neuen Vorsitzenden. Damit hat der Merkel-Anhänger gute Chancen, ihr Nachfolger als Kanzler zu werden. (afp)



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