Eklat in Brandenburg: AfD-Fraktion entzieht BILD-Journalisten das Fragerecht – gesamte Presse verlässt den Raum

Epoch Times8. May 2018 Aktualisiert: 9. Mai 2018 11:58
Die AfD erlebte am Dienstag wahrscheinlich eine ihrer kürzesten Pressekonferenzen. Nachdem die Moderation bekannt gegeben hatte, dass Journalisten der BILD-Zeitung kein Fragerecht erhalten, verließen alle Journalisten geschlossen die Pressekonferenz.

Geschlossen verließen die Journalisten am Dienstag eine Pressekonferenz der AfD-Fraktion. Der Grund: Zu Beginn der Konferenz erklärte die Moderation, dass der AfD-Fraktionsvorstand nach der vergangenen Pressekonferenz einstimmig beschlossen habe, „heute keine Fragen der ‚BILD‘-Zeitung zuzulassen“, berichtet die „Welt“.

Hintergrund sind kritische Fragen des „BILD“-Reporters Michael Sauerbier auf einer Pressekonferenz vor zwei Wochen.

Die Fragen richteten sich dabei unter anderem auf frühere Kontakte des Brandenburger AfD-Fraktions- und Parteichefs Andreas Kalbitz zu der rechtsextremen und mittlerweile verbotenen „Heimattreuen Deutschen Jugend“.

Bei der Pressekonferenz ging es um die geplante Gründung eines Freundeskreises Israel im Landtag, bei dem die AfD ihre Teilnahme erklärt hatte.

Vorstand der Landespressekonferenz verurteilt das Vorgehen der AfD-Fraktion

Der Vorstand der Landespressekonferenz Brandenburg verurteilte das Vorgehen der AfD. In einer Erklärung heißt es dazu:

„Der Vorstand der Landespressekonferenz Brandenburg nimmt mit größtem Befremden zur Kenntnis, dass die Landtagsfraktion der Alternative für Deutschland auf ihrer heutigen Fraktionspressekonferenz dem Korrespondenten der ‚Bild‘-Zeitung, Michael Sauerbier, noch vor der ersten Frage das Fragerecht entzogen hat. Dies ist ein schwerwiegender Eingriff in die Pressefreiheit und absolut inakzeptabel“, berichtet die „Welt“.

So sehr die Moderation einer Pressekonferenz zulässig und im Interesse aller anwesenden Kollegen zuweilen auch notwendig sei, so wenig sei es möglich, bereits zu Beginn Journalisten das Fragerecht zu entziehen, betonte der LPK-Vorstand: „Wir begrüßen, dass die anwesenden Kollegen heute den Raum verlassen haben, und bitten unsere Mitglieder, nur dann an Terminen der Alternative für Deutschland teilzunehmen, wenn alle anwesenden Journalisten ein Fragerecht haben“, so die „Welt“.  (er)

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