GEW: Notfalls wegen Corona-Pandemie auf Abiturprüfungen verzichten – Lehrerverband lehnt dies ab

Epoch Times5. April 2021 Aktualisiert: 5. April 2021 16:01
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert, wegen der Corona-Pandemie die Abiturprüfungen in diesem Jahr notfalls ausfallen zu lassen. Der Deutsche Lehrerverband stellt sich gegen die Forderungen.

„Sollte das Infektionsgeschehen so dramatisch ansteigen, wie die dritte Welle in anderen europäischen Nachbarstaaten befürchten lässt, müssen die Länder flexibel reagieren und von Prüfungen absehen“, sagte GEW-Chefin Marlis Tepe den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (Montagsausgaben).

Dann könnten zum Beispiel die Leistungen aus dem Unterricht zur Grundlage der Notengebung gemacht werden“, sagte Tepe. „Die GEW hat sich sehr dafür eingesetzt, dass die Kultusministerinnen und -minister erklärt haben, die Abiture mit verschiedenen Prüfungsformaten gegenseitig anzuerkennen.“

Diese Erklärung müsse eingehalten werden, sollten Prüfungen pandemiebedingt ausfallen müssen. Das Abitur 2021 brauche die volle Anerkennung und Wertschätzung.

Der hessische Kultusminister Alexander Lorz sagte im RND-Podcast „Die Schulstunde“, die Kultusministerkonferenz (KMK) gehe davon aus, dass die Abiturprüfungen in diesem Jahr überall stattfänden.

Lorz, der die Unions-Länder in der KMK koordiniert, sagte, eine Absage von Prüfungen wäre zum Nachteil der Schüler: „Sie würden den Jugendlichen fürs Leben einen Malus mitgeben.“

Lehrerverband lehnt Ausfall der Abiturprüfungen ab

Der Deutsche Lehrerverband hat sich indes gegen die Forderungen der GEW gewandt, die Abiturprüfungen in diesem Jahr notfalls ausfallen zu lassen.

Der Deutsche Lehrerverband lehnt den Vorstoß der GEW ab, die Abiturprüfungen in diesem Jahr ausfallen zu lassen und durch bisher erzielte Noten zu ersetzen“, sagte Verbandschef Heinz-Peter Meidinger der „Rheinischen Post“.

Und weiter: „Bereits im letzten Jahr für das letztjährige Abitur hatte die GEW diese Forderung erhoben, und es war im Nachhinein gesehen absolut richtig, dass die Bundesländer dieser damals Forderung nicht gefolgt sind“, sagte Meidinger.

„Die Abiturprüfungen konnten 2020 trotz ähnlich hoher Inzidenzen sicher und weitgehend problemlos durchgeführt werden. Die Ergebnisse sind ähnlich, sogar insgesamt leicht besser ausgefallen als die Jahre vorher“, so der Bundesvorsitzende des Lehrerverbandes.

Viele Bundesländer hätten schon auf die steigenden Inzidenzen reagiert und die Abiturprüfungen auf Termine im Mai und Juni verschoben. Gegen eine Ersetzung der Prüfungen durch bisherige Noten spreche zudem, dass bereits in einem Bundesland die Abiturprüfungen komplett abgeschlossen und in anderen Ländern bereits am Laufen seien.

Außerdem würde durch einen Ausfall die Vergleichbarkeit zwischen den Bundesländern und auch zu bisherigen Jahrgängen massiv erschwert. „Zudem würden dem betroffenen Abschlussjahrgang wegen fehlender Prüfungen auf den Abschlusszeugnissen ein unsichtbarer dauerhafter Negativstempel als Corona-Jahrgang verpasst“, kritisierte Meidinger.

Die Universitäten würden wegen fehlender Vergleichbarkeit Probleme bei der Studienzulassung bekommen. Außerdem würde Schülern, die sich bereits intensiv auf die Abiprüfungen vorbereitet haben, „die Chance genommen, sich im Abitur noch zu verbessern“, so Meidinger. (dts)


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