Großunternehmer Weiss distanziert sich von AfD

Weiss, lange Jahre Mitglied der CDU und dort einst auch Vorsitzender des Wirtschaftsrates, hat zwischenzeitlich die AfD unterstützt - finanziell und durch Vorträge. Mittlerweile distanziert er sich von der Partei.
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Alternative für Deutschland (AfD)Foto: über dts Nachrichtenagentur
Epoch Times2. Oktober 2016

Der frühere BDI-Präsident Heinrich Weiss distanziert sich von der AfD, zudem übt er scharfe Kritik an der Wirtschaftspolitik der Bundesregierung. „In der deutschen Politik, auch in der Berliner Regierung, bestimmen derzeit linke Ideologen die Diskussion, die wenig Wirtschafts- und Lebenserfahrung haben“, sagte der Großaktionär und Aufsichtsratsvorsitzende des Düsseldorfer Anlagenbauers SMS Group der „Welt am Sonntag“.

Weiss, lange Jahre Mitglied der CDU und dort einst auch Vorsitzender des Wirtschaftsrates, hat zwischenzeitlich die AfD unterstützt – finanziell und durch Vorträge.

Mittlerweile distanziert er sich von der Partei. „Unterstützt habe ich die AfD von Bernd Lucke, die damals die einzige Opposition gegen die sogenannte Euro-Rettungspolitik der Europäischen Union war“, sagte der 74-Jährige, der betont, nie Mitglied der AfD gewesen zu sein. „Nachdem die alte Führungsmannschaft abserviert wurde, habe ich sofort jeden Kontakt abgebrochen.“

Im Gegensatz zu anderen Parteien sei die AfD anfangs eine wirksame Oppositionsplattform gewesen. Heute dagegen sei kaum ein gemeinsam verabschiedetes Programm zu erkennen. „Stattdessen geben einzelne Parteimitglieder äußerst fragwürdige Parolen aus“, sagte Weiss.

In der gesamten Regierungszeit der Kanzlerin habe es kaum Anstrengungen gegeben, den Standort Deutschland wirtschaftlich zu stärken und „zukunftsfest“ zu machen. „Das ist verantwortungslos gegenüber den nächsten Generationen“, sagte Weiss. Die Konsequenzen seien schon zu sehen: „Die Wirtschaft investiert überwiegend im Ausland.“ Das aber sei gefährlich für den Standort Deutschland.

„Ein paar tolle Start-ups können die industrielle Basis nicht ersetzen.“ Weiss kritisiert zudem seine Kollegen in den Vorstandsetagen deutscher Unternehmen: „Die meisten der heutigen Top-Manager in den Großkonzernen äußern sich öffentlich nicht mehr kritisch zur Politik, weil sie Angst haben, nicht mehr zu Delegationsreisen oder zu Gesprächsrunden im Kanzleramt eingeladen zu werden.“

(dts Nachrichtenagentur)



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