Ken Jebsen-Interview nennt AfD eine NATO-treue „Mogelpackung“ statt Alternative

Epoch Times10. Februar 2016 Aktualisiert: 7. Juli 2016 18:42
Ist die AfD wirklich eine Alternative zu den Altparteien? Diese Frage beantwortet ein aktuelles Interview von Ken Jebsen mit dem Filmemacher und Journalisten Ulrich Gellermann mit einem klaren "Nein".

Gellermann hat ausführlich über die AfD recherchiert und nennt sie eine Mogelpackung, wörtlich eine „Ausgründung der CDU“ in einen Flügel, der eine andere EU-, Europa und Währungspolitik anstrebte.

Er weist darauf hin, dass die AfD ein Abspaltungsprodukt der CDU und FDP sei. Nicht nur personell, denn führende Köpfe wirkten in diesen Parteien, sondern auch in ihrem Parteiprogramm. Da sei weniges alternativ und wenn man genau hinschaue, bemerke man, dass die AfD transatlantisch orientiert sei und weiterhin für eine Mitgliedschaft in der NATO stehe – jene Vereinigung, deren Kriege Deutschland die meisten Flüchtlinge der vergangenen zwei Jahre beschert hätten.

„Angriffskriege und Flüchtlingsströme sind für die AfD genau so wenig Teil einer Kausalkette, wie für den überwiegenden Teil der politischen Konkurrenz“, konstatiert Jebsen denn auch auf seiner Website Kenfm.de.

Im Interview weist Jebsen dann explizit auf diesen Widerspruch hin. Viele AfD-Wähler seien sehr Amerika-kritisch, so Jebsen. „Merken die das nicht?“

„Ich fürchte die merken das nicht“, so Gellermann. „Diese Position wird ja bewusst verschwiegen.“ Dass die AfD versuche „sich mit ihrer Politik gegen Flüchtlinge als nationale Kraft zu positionieren“, verdecke „den ganzen restlichen Sumpf“.

Personal aus Altparteien und Systemmedien

Unter den Führungspersönlichkeiten der AfD wird unter anderem Alexander Gauland beleuchtet: Er war rund 40 Jahre Mitglied der CDU und sein Mentor der hessische CDU-Ministerpräsident Walter Wallmann, der in den millionenschweren Skandal um die „jüdischen Vermächtnisse“ und Schwarzgeld-Konten der CDU verstrickt war. Gauland war in Wallmanns Staatskanzlei Staatssekretär. Auch arbeitete er für die Verlagsgruppe der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ als Herausgeber der „Märkischen Allgemeinen“ in Potsdam und publizierte in führenden deutschen Medien wie Tagesspiegel, Deutschlandradio, Cicero, FAZ, Welt und in der Zeit – Medien, welche die AfD heute als „Lügenpresse“ beschimpft.

Auch Konrad Adam, ein anderer AfD-Gründer war Mitglied der CDU – und von 1979 bis 2000 Feuilletonredakteur der „FAZ“ und anschließend bis 2007 Chefkorrespondent und Kolumnist der „Welt“ in Berlin.

Jebsen und Kellermann diskutieren denn auch das aktuelle Spiegel-Cover, auf dem unter dem Titel „Die Hassprediger“ Frauke Petry und Alexander Gauland zu sehen sind. Der Untertielt lautet: „Bericht aus dem Inneren einer gefährlichen Partei“.

„Wie glaubwürdig oder gefährlich ist denn der Spiegel eigentlich heute“, fragt Jebsen bei dieser Gelegenheit.

„Der Spiegel ist natürlich ein Gespenst von früher“, so Gellermann. „Das hat mit Journalismus alles nicht viel zu tun“. Auch hier gehe es „um eine Konkurrenz-Linie“. Der Spiegel vertrete das klassische, jetzige Koalitionslager „und jetzt kommt die AfD und möchte was vom Kuchen abhaben. Und da sagt der Spiegel: Das geht aber zu weit!“ Gellermann verweist darauf, dass es derselbe Spiegel sei, der jeden Krieg der letzten Jahre – ob Afghanistan, ob Libyen, oder andere – „unterstützt und partiell sogar bejubelt hat“. Dass das Magazin sich nun über die AfD mokiere, finde er „einfach widerlich.“ (rf)

Hier das Interview anhören :

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