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Agrarpolitik

Landwirte kritisieren Özdemir am Rande der Agrarministerkonferenz

Der Bundeslandwirtschaftsminister wirbt für den Wandel zu weniger Fleischkonsum. Der Bauernverband in Schleswig-Holstein fürchtet dagegen um die heimische Lebensmittelproduktion.

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Ein Traktor mit einem Plakat mit der Aufschrift „Wohlstand Ernährung Klimaschutz nur mit heimischer Landwirtschaft“ fährt zum Auftakt der Agrarministerkonferenz durch die Kieler Innenstadt.

Foto: Axel Heimken/dpa

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Lesedauer: 1 Min.

Am Rande der Agrarministerkonferenz in Kiel haben am Donnerstag hunderte Landwirte, Fischer und Waldbesitzer gegen die Politik des Bundes protestiert. Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) warfen die Demonstranten eine Blockadehaltung vor. Dieser setze auf „Ordnungsrecht“, sagte der Präsident des schleswig-holsteinischen Bauernverbandes, Klaus-Peter Lucht, bei einer Kundgebung vor dem Tagungshotel.
Mit Ordnungsrecht löse man aber keine Krisen, schaffe nicht mehr Tierwohl und sichere keine heimische Lebensmittelproduktion. Wenn Özdemir so weitermache, dann werden die landwirtschaftlichen Produkte Lucht zufolge woanders herkommen – zu anderen sozialen und ökologischen Standards.

Sicherung oder Abbau des Standorts Deutschland?

Özdemir hatte vor dem Treffen für breite Unterstützung beim Wandel zu mehr Tierschutz in den Ställen geworben. „Mit der Weiterentwicklung der Tierhaltung wollen wir das Höfesterben beenden und dafür sorgen, dass „Made in Germany“ auch künftig für gutes Fleisch aus Deutschland steht“, sagte der Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. „Das ist ein Kraftakt, der uns nur gemeinsam gelingen kann.“
Man setze den Rahmen, damit die Landwirte ihre Tierhaltung weiterentwickeln könnten und gebe ihnen damit wieder eine wirtschaftliche Perspektive. Dabei gelte: „Wir wollen weniger Tiere besser halten. Damit antworten wir auch auf die gesellschaftlichen Veränderungen, wo immer weniger Fleisch gegessen wird – mit Blick Tierwohl, auf Klima und Umwelt.“
Die Vorsitzende des Verbandes Deutscher Putenerzeuger, Bettina Gräfin von Spee, hielt auf der Kundgebung dagegen: „Der Standort Deutschland wird für die Nutztierhaltung nicht gesichert, sondern abgebaut.“ (dpa/red)

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