Der österreichische Bundespräsident Alexander van der Bellen.Foto: Florian Wieser/dpa Virginia Mayo/dpa

Ironie? Österreichs Präsident fordert: Kopftuch für alle Frauen „aus Solidarität“ (+VIDEO)

Epoch Times26. April 2017 Aktualisiert: 26. April 2017 18:18
Es werde noch der Tag kommen, wo man alle Frauen bitten müsse, „aus Solidarität" Kopftuch zu tragen. Österreichs Bundespräsident Alexander van der Bellen hat mit diesem Ausspruch eine Debatte losgetreten.

Der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen hatte in einer Diskussion mit Wiener Schülern erwogen, alle Frauen zum Tagen von Kopftüchern aufzufordern – „aus Solidarität“. Ein Video davon war nun in einer ORF-Sendung zu sehen und sorgte in sozialen Netzwerken für Wirbel.

Van der Bellen wörtlich:

„Es ist das Recht der Frau tragen Männer auch Kopftücher? sich zu kleiden, wie auch immer sie möchte. Im Übrigen, nicht nur muslimische Frauen. Jede Frau kann ein Kopftuch tragen und wenn das so weitergeht mit dieser tatsächlich um sich greifenden Islamophobie wird noch der Tag kommen, wo wir alle Frauen bitten müssen, ein Kopftuch zu tragen – Alle! – aus Solidarität gegenüber jenen, die es aus religiösen Gründen tun.“

Auf Twitter hagelte es Kommentare zu der Aussage und auf seiner Facebook-Seite wurde der Präsident scharf kritisiert.

Hier das Video:

https://www.youtube.com/watch?v=DtzxDU4JWso

Hofburg: „Ironische  Zuspitzung“

Die Wiener Hofburg hat daraufhin den Bundespräsidenten verteidigt: Jene Passage, in der Van der Bellen sagt, es werde noch der Tag kommen, wo man alle Frauen bitten müsse, „aus Solidarität“ ein Kopftuch zu tragen, sei aus dem Zusammenhang gerissen worden. Es habe sich um eine „ironische Zuspitzung“ gehandelt.

Auf Van der Bellens Facebook erschien folgendes Statement:

Zur aktuellen Kopftuch-Diskussion: Die im gestrigen Report gezeigte Sequenz, in der sich Bundespräsident Alexander Van der Bellen zum Thema Kopftuchverbot äußert stammt von Diskussion mit Schülerinnen und Schülern vom 24. März. Eine Schülerin hatte argumentiert, dass ihrer Meinung nach ein Kopftuchverbot Frauen auf ihr Äußeres reduziere, statt ihre Leistungen und Kompetenzen zu sehen und Kopftuch-tragende Frauen vom Arbeitsmarkt ausschließe.

Im Kern ging es dem Bundespräsidenten bei seinen Aussagen darum, der Stigmatisierung von Kopftuch tragenden Frauen entgegenzuwirken. Immer wieder sind diese Frauen in Österreich öffentlichen Anfeindungen ausgesetzt. Diesen inakzeptablen Umgang mit Frauen hat der Bundespräsident in zugespitzter Form kritisiert. Zu den Grund- und Freiheitsrechten unserer Demokratie zählt für den Bundespräsidenten insbesondere auch die Meinungsäußerungsfreiheit. Diese betrifft auch die Art und Weise wie wir uns kleiden. Ein Kopftuchverbot ist laut Van der Bellen nur dann sinnvoll, wenn das Tragen eines Kopftuches – wie z.B. bei Richterinnen – ihre berufliche Neutralität in Frage stellt. Das müsse dann aber für alle religiösen Symbole gelten.

Der Bundespräsident erinnerte auch daran, dass der Islam in Österreich seit über 100 Jahren eine anerkannte Religionsgemeinschaft sei. Er betonte aber gleichzeitig, dass er sich nach IS-Terroranschlägen deutlichere Worte von Vertretern der islamischen Glaubensgemeinschaft wünschen würde, dass solche Verbrechen keinesfalls mit dem Islam gerechtfertigt werden dürfen. Und er warnte auch vor „Rassismus von der anderen Seite“, in dem er etwa das Beispiel eines islamischen Taxifahrers erwähnte, der sich weigert, orthodoxe Juden zu fahren. Dies sei absolut unzulässig.

(mcd / rf)



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