RKI präsentiert „ControlCOVID-Strategie“: Stufenweise Lockerung des Lockdowns

Epoch Times23. Februar 2021 Aktualisiert: 23. Februar 2021 22:03
Das RKI hat die sogenannte „ControlCOVID-Strategie“ entwickelt. Das Papier enthält einen Vier-Stufen-Lockerungsplan, in dem versucht wird, klar darzulegen, was wann wie gelockert werden kann, soll und darf.

„Im Kontext sinkender Fallzahlen finden derzeit Überlegungen zu Öffnungsstrategien und Stufenplänen auf verschiedenen Ebenen statt,“ heißt es zu Beginn des am 18. Februar verfassten Papiers des RKI.

Gleichzeitig ist ein Rückgang der Akzeptanz von Maßnahmen in der Bevölkerung zu beobachten, was die Notwendigkeit einer klaren Zielstellung und transparenten Perspektive für die nächsten Monate unterstreicht.“

Der Plan soll als Stufenkonzept und als „Hilfestellung“ verstanden werden. Das Ziel sei es die Zahl der schweren Erkrankungen, Langzeitfolgen, und Todesfälle durch COVID-19 zu minimieren und „eine Überlastung des Gesundheitssystems nachhaltig zu vermeiden“.

Regional: Der Stufen-Plan ist für das lokale Infektionsgeschehen ausgelegt. Die Grenzwerte sowie die möglichen Lockerungen und Verschärfungen sind dann auf regionaler Ebenen begrenzt.

Je nach epidemischer Lage kommt dann der vier Stufen umfassende Plan zum Tragen.

Die Intensitätsstufen 1 bis 3 gehen von niedrigem bis hohem Infektionsgeschehen aus.

Die Basisstufe ist nicht nummeriert und enthält Empfehlungen zu Basismaßnahmen.

Die Stufen sind dazu noch in Leitindikatoren und Hilfsindikatoren unterteilt. Als Leitindikatoren gelten die 7-Tage-Inzidenz auf lokaler Ebene sowie die prozentuale Zahl an COVID-Fällen auf Intensivstationen gemessen an der Gesamtzahl an Intensivbetten. Als Hilfsindikatoren gelten die wöchentliche Inzidenz hospitalisierter Fälle bei über 60-Jährigen sowie die prozentual mögliche Kontaktverfolgung.

Das RKI spricht beispielsweise von einem „hohen Infektionsgeschehen“, wenn die 7-Tage-Inzidenz (Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen) über 50 liegt, das Infektionsgeschehen für Gesundheitsämter in mehr als 60 Prozent der Fälle nicht mehr nachvollziehbar ist und die Corona-Fälle auf Intensivstationen mehr als zwölf Prozent der Gesamtkapazität ausmachen.

Von einem „mittleren Infektionsgeschehen“ ist die Rede, wenn die 7-Tage-Inzidenz zwischen 50 und 35 liegt. Und von einem „niedrigen Infektionsgeschehen“ wird ausgegangen, wenn die 7-Tage-Inzidenz zwischen 35 und 10 liegt und eine Belegung von fünf bis drei Prozent der Intensivbetten durch Corona-Infizierte herrscht.

Wenn die 7-Tage-Inzidenz unter zehn liegt, ist die sogenannte „Basisstufe“ erreicht. Dazu muss noch die Zahl der Corona-Fälle auf den Intensivstationen weniger als drei Prozent ausmachen und die Kontaktnachverfolgung der Gesundheitsämter einwandfrei funktionieren.

Das RKI erklärte, dass die automatische Kopplung der Intensitätsstufen an einen einzelnen Indikator (wie der 7-Tage-Inzidenz) allein nicht ausreichend wäre.

Beschränkungen

Je nach Stufen gelten verschiedene Beschränkungen:

Bei Stufe 3 sind beispielsweise Treffen in Innenräumen nur innerhalb der Familie erlaubt. Bars, Restaurants sowie Kultureinrichtungen, Kirchen und Friseure müssen schließen. Schulen und Kitas dürfen nur unter Einhaltung erweiterter Schutzkonzepte (beispielsweise Schichtunterricht und Alltagsmasken) besucht werden.

Stufe 2 heißt: Treffen in Innenräumen dürfen mit nur maximal zehn Teilnehmern samt Schutzkonzept stattfinden. Kitas, Schulen sowie Universitäten können mit Schutzkonzepten offen bleiben. Treffen im Freien sollen mit bis zu 100 Menschen erlaubt werden. Die Gastronomie bleibt weiterhin geschlossen.

Stufe 1 erlaubt Treffen in Innenräumen mit bis zu 50 Personen mit einem Schutzkonzept. Bei Kitas, Schulen und Universitäten sowie Kultureinrichtungen, Kirchen und Friseure gilt dasselbe wie bei Stufe 2. Einzig Treffen im Freien sind mit bis zu 500 Menschen erlaubt – mit Schutzkonzept.

Bei der Basisstufe gilt: Treffen in Innenräumen sind mit bis zu 100 Menschen erlaubt. Kitas, Schulen, Universitäten, Gastronomie, Kultureinrichtungen und Friseure dürfen mit Schutzkonzepten öffnen und Treffen im Freien sind mit bis zu 1000 Menschen erlaubt.

Ziel

Das übergeordnete Ziel der ControlCOVID-Strategie ist es, die Zahl der schweren Erkrankungen, Langzeitfolgen, und Todesfälle durch COVID-19 zu minimieren und eine Überlastung des Gesundheitssystems nachhaltig zu vermeiden“, heißt es in dem Papier.

Dazu bedarf es laut dem RKI einer Reduktion der Neuinfektionen in Deutschland.

Die Vermeidung eines Wiederanstiegs der Fallzahlen soll erreicht werden, indem die grundlegenden Verhaltensregeln AHA+L, also Abstand, Hygiene, Alltagsmasken, Lüften „sowie eine Selbstisolierung bei Krankheitssymptomen von der Bevölkerung weiter praktiziert werden“.

Genauso dazu beitragen soll ein „umfassender Einsatzes der Impfprävention“ sowie der Schutz „besonders gefährdeter Bevölkerungsgruppen, u.a. durch Hygienemaßnahmen.“ (rm)


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