Norbert Röttgen.Foto: Andreas Gora - Pool/Getty Images

„Jeder Versuch, den fairen Wettbewerb zu unterbinden ist nicht geeignet“

Epoch Times9. Oktober 2021 Aktualisiert: 9. Oktober 2021 6:50

In der CDU gibt es Widerstand gegen den Vorschlag des Noch-Parteivorsitzenden Armin Laschet zur Regelung seiner Nachfolge. „Wir brauchen jetzt einen strukturierten, offenen und integrierenden Prozess mit einem klaren Zeitplan“, sagte Röttgen, der selbst als einer der heißen Kandidaten gilt, der „Welt am Sonntag“.

„Wir müssen aus den gemachten Fehlern lernen. Jeder Versuch, den fairen Wettbewerb um die Zukunft der CDU zu unterbinden und die Neuaufstellung von oben zu steuern, ist nicht geeignet, neues Vertrauen zu begründen.“

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschuss im Bundestag rät stattdessen zu einer Entscheidung außerhalb der Hinterzimmer: „Jetzt muss zügig die Basis zu Wort kommen.“

Laschet hatte am Donnerstag seinen Rückzug angekündigt und gleichzeitig alle potentiellen Nachfolger zur Zurückhaltung aufgefordert. Stattdessen solle eine Konsens-Lösung gefunden werden, die er moderieren wolle, hatte Laschet gesagt. Dass ihm das, anders als in seinem NRW-Landesverband, in Berlin nicht gelingen dürfte, war absehbar.

Friedrich Merz, der ebenfalls zum Kreis der möglichen Kandidaten zählt, hatte diesen Vorschlag gleichwohl begrüßt. Jedenfalls schließe er aus, noch einmal in eine streitige Abstimmung auf einem Bundesparteitag zu gehen, sagte Merz am Donnerstag in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“. Damit dürfte die offene Feldschlacht um die künftige Führung der CDU eröffnet sein.

Obwohl dem CDU-Bundesvorstand ein Antrag der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) vorliegt, eine Mitgliederbefragung zur Bestimmung des nächsten Vorsitzenden durchzuführen, wird dieser laut Berichts der „Welt am Sonntag“ bei der Sitzung des Präsidiums und des Bundesvorstands am Montag aber nicht behandelt.

Der Grund: Der Antrag ist nicht fristgerecht eine Woche vor der Sitzung eingebracht worden. Carsten Linnemann, MIT-Vorsitzender und stellvertretender Fraktionsvorsitzender, spricht sich dennoch für eine Basisbeteiligung aus: „Wir müssen die Mitglieder mehr einbinden, wenn wir wieder Basis- und Programmpartei werden wollen. Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion hat sich für eine Mitgliederbefragung ausgesprochen.“ (dts/oz)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion